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Ist die Umkleidezeit Arbeitszeit? Diese Frage hat Konfliktpotential
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 03.03.2021.
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Erfolg für Gewerkschaft Streit um Umkleidezeit: Pflegepersonal siegt vor Gericht

  • Die Umkleidezeit am Zürcher Spital Bülach muss einigen Angestellten rückwirkend ab 2016 vergütet werden, urteilt das Arbeitsgericht Bülach.
  • Die Pflegekräfte hatten ihre Klage 2019 gegen das Spital Bülach eingereicht.
  • Sie verlangten von ihrem Arbeitgeber, dass die Umkleidezeit als Arbeitszeit angerechnet wird.

Deshalb beugte sich das Arbeitsgericht Bülach über den Fall. Es hiess die Klage der Angestellten zu einem «grossen Teil» gut, wie die Gewerkschaft VPOD nun in einer Mitteilung schreibt.

Zeitaufwand von 15 Minuten pro Tag

Konkret muss das Spital Bülach den Klägerinnen und Klägern ab 2016 rückwirkend jene Zeit vergüten, welche sie zum Umziehen gebraucht haben. Durchschnittlich haben sie somit je vier Wochen Ferien zu Gute. Zum Wechseln der Kleider rechnete das Arbeitsgericht mindestens eine Viertelstunde pro Tag ein.

Roland Brunner, Sekretär der Gewerkschaft VPOD Zürich spricht gegenüber SRF von einem «wichtigen Entscheid». Das Urteil sei eine Genugtuung für die Klägerinnen und Kläger: «Es rechtfertigt das Vorgehen jener, welche mit ihrem Namen für die Klage eingestanden sind», so Brunner. Ob weitere Angestellte des Spitals eine Klage einreichen, sei noch offen.

Ärzte bei einer Operation
Legende: Während des Umkleidens sei eine private Beschäftigung nicht möglich, so das Arbeitsgericht Bülach. Keystone

Die Gewerkschaft VPOD hofft, dass das Urteil eine Signalwirkung auf weitere Spitäler hat. «Uns ist wichtig, dass die Anrechnung der Umkleidezeit auf alle privaten Spitäler und alle Spitäler angewandt wird», sagt Roland Brunner.

Uns ist die Signalwirkung des Urteils wichtig.
Autor: Roland BrunnerGewerkschaftssekretär VPOD Zürich

Vonseiten des Spitals Bülach äusserte sich auf Anfrage von SRF niemand zum Gerichtsentscheid. Dieser müsse zuerst geprüft werden. Das Spital hatte während des Prozesses argumentiert, die Angestellten hätten jederzeit gewusst, dass die Umkleidezeit nicht angerechnet werde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Parteien können es ans Zürcher Obergericht weiterziehen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 03.03.2021, 12.03 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Michaela Schmid  (Mitdenkerin)
    Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Gratulation an die mutigen KollegInnen in Bülach.

    Die Umkleidezeit war schon ein Thema, als ich noch in der Ausbildung war... Ist ja auch erst schlappe 20 Jährchen her... 20 Jahre, um etwas umzusetzen, was uns laut Arbeitsgesetz schon immer zustehen würde. Und es sind erst wenige Kliniken, welche die Umziehzeit freiwillig gewähren...
  • Kommentar von markus hadorn  (samos)
    Hoffentlich ist dieses Urteil ein Präjudiz für die ganze Schweiz. Traurig genug, dass Pflegende eine Selbstverständlichkeit per rechtliche Schritte einfordern müssen. Viele Managements haben die Zeichen nicht erkannt. Applaus für das Pflegepersonal reicht längst nicht mehr. Gut gemacht!
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Es ist sicher in Ordnung, dass dort wo das Umkleiden berufsbedingt besonders aufwendig ist, zumindest die Zeit eines Mehraufwandes angerechnet wird.