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«Marsch fürs Läbe»: Die Stadt Zürich erlaubt Abtreibungsgegnern den Protestumzug
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 21.06.2021.
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Erfolg für «Marsch fürs Läbe» Abtreibungsgegner dürfen in Zürich marschieren

Umzug und stehende Kundgebung: Die Stadt Zürich verhandelt nun mit dem «Marsch fürs Läbe» über die Protest-Route.

Der Umzug «Marsch fürs Läbe» gibt in Zürich seit Jahren zu reden: Nun hat die Stadt einen Schritt auf die Organisatoren zugemacht. Sie erlaubt den Veranstaltern, die mehrheitlich Mitglieder in christlichen Organisationen sind und ein Zeichen gegen Abtreibungen setzen wollen, nicht nur eine Kundgebung an einem fixen Standort, sondern sie lässt die Protestierenden marschieren.

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Aus dem Archiv: Gegenprotest in Zürich im Jahr 2019 eskaliert
Aus SRF News vom 14.09.2019.
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Zuletzt hatte die Stadt den Umzug aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Zu gross war die Angst vor gewaltsamen Gegenprotesten – wie beispielsweise vor zwei Jahren. Nun erlaubt die Stadt den Umzug dennoch, sie will aber bei der Route entscheidend mitreden.

Kehrtwende nach Statthalter-Urteil

Ganz freiwillig kommt dieser Meinungsumschwung indes nicht. Die Stadt Zürich wollte ursprünglich auch in diesem Jahr nur eine stehende Kundgebung auf dem Turbinenplatz in Zürich-West erlauben, wurde aber Ende Mai vom Statthalter des Bezirks Zürich zurückgepfiffen.

Das Urteil des Statthalters: Eine Demonstration im Zürcher Industriequartier werde nicht gleich wahrgenommen wie ein Umzug. Auch der «Marsch fürs Läbe» stehe unter dem Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Die Behörden müssten daher eine sichere Durchführung des Umzugs gewährleisten.

Zürich verhandelt, Route ungewiss

Aber schon der Statthalter hielt fest: Die Stadt Zürich könne über Start und Ziel sowie die Marschroute entscheiden. Und dies will die Stadt nun machen. «Wir versuchen nun einen Weg zu finden, der hoffentlich gut kommt», sagt die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart. Sie will mit den Organisatoren des «Marsch fürs Läbe» nun die Route für den 18. September aufgleisen.

Polizisten schirmen den Umzug der Abtreibungsgegner ab.
Legende: Polizisten schirmen Abtreibungsgegner auf ihrem Umzug 2013 ab. Diesen Schutz zu gewährleisten sei schwierig, argumentiert die Stadt Zürich. Keystone

Die Organisatoren des «Marsch fürs Läbe» zeigen sich gegenüber dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen erfreut über den Entscheid. Bislang habe man den Anlass nicht richtig planen können, sagt Sprecherin Beatrice Gall. Dies habe sich mit dem jetzigen Entscheid geändert. Die Organisatoren freuen sich auf die Verhandlungen mit der Stadt, halten aber fest: «Wir müssen zuerst schauen, welche Routen uns präsentiert werden. Wenn die weit von unserer Intention entfernt sind, nämlich eine gewisse Appellwirkung zu erzielen, dann wird es sicher Diskussionen geben.»

Die Angst vor erneuten Auseinandersetzungen

Welche Routen zur Diskussion stehen, ist nicht bekannt, deren Ausarbeitung dürfte für die Beteiligten aber zum Spiessrutenlauf werden. Denn die Vergangenheit zeigt: Mit Gegenprotesten muss gerechnet werden. Erst im September 2019 ist es im Zusammenhang mit dem «Marsch fürs Läbe» zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei einem unbewilligten Gegenprotest wurden damals Brände gelegt und Löschfahrzeuge attackiert.

Die Polizei schreitet bei einer unbewilligten Gegendemonstration ein.
Legende: 14. September 2019: Die Polizei muss in der Zürcher Innenstadt bei einer Demonstrationen gegen den «Marsch fürs Läbe» eingreifen. Keystone

Die Stadt Zürich befürchtet auch bei der Kundgebung in diesem Jahr gewaltsame Gegenproteste. Es sei aber Pflicht der Stadt, den Schutz der Protestierenden sicherzustellen, betont Beatrice Gall vom «Marsch fürs Läbe». Gerade in der Coronazeit habe die Polizei, zum Beispiel mit Wegweisungen, Erfahrungen bei Kundgebungen gesammelt. Und in diese Richtung könne man gehen, so Gall, um auch ihre Sicherheit zu gewährleisten.

SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr;

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85 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Blaser  (PrCh)
    "Marsch fürs Läbe", dass ich nicht lache. Wie kommen die auf die Idee, jemandem vorschreiben zu können, was der mit seinem Körper macht?
    Grosse Religionen halt mal wieder...
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Blaser: Mit dem Glauben bzw. einer Religion hat dies nur bedingt was zu tun. Ich bin selbst gläubiger Christ und mir käme es nicht in den Sinn gegen Abtreibung zu demonstrieren.
    2. Antwort von Walter Heiner  (Walter.Heiner)
      Und wie kommen Sie auf die Idee, dass Sie entscheidend sollten, ob das Kind leben darf oder nicht?
      Es geht nicht um ein "gegen" als vielmehr um ein "für"!
    3. Antwort von hans schwarz  (ks)
      @Volkart: Die Veranstalter sind mehrheitlich christliche Organisationen - hat also sehr wohl mit Glauben zu tun - eigentlich nur.
    4. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      @Volkart, sehe ich genau wie Herr Schwarz und das ist auch der Ursprung.
      @Heiner, ich darf auch nicht entscheiden, habe ich aber nie gesagt. Aber die Frau, welche schwanger ist, sollte definitiv entscheiden dürfen.
    5. Antwort von thorsten Koopmann  (Koopmann)
      Es geht darum Minderheiten zu schützen die sich nicht selber wehren können
  • Kommentar von Leonie Hof  (leonie022)
    Schwangerschaften können Unfälle sein. Kein Verhütungsmittel schützt zu 100%. Mit den heutigen Rollen (die nicht mehr ganz so stark sind, trotzdem aber noch da), muss sich die Mutter um das Kind sorgen. D.h dass die Mutter ihre Ausbildung, Beruf oder auch einfach Träume aufgeben oder zumindest ändern muss, wegen ihrem ungewollten Kind. Das Leben der Mutter, dass sie aufgebaut und leben möchte, wird völlig ignoriert. Dass man da noch sagt, dass man sich auch für die Mutter interessiert.
  • Kommentar von Roland Hanselmann  (Hamann)
    Mit welchem Recht wollen die Demonstranten ihre Überzeugung Anderen aufzwingen? Jeder Mensch soll selber über sein Leben entscheiden dürfen. Und jede Demonstration soll eine Gegendemonstration haben. Wenn aber die Situation in Gewalt ausartet, muss mit aller Härte gegen die Täter vorgegangen werden.
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Herr Hanselmann ich bin überhaupt nicht einer Meinung mit den Abtreibungsgegnern, im Gegenteil, je Frau sollte diese Entscheidung selbst treffen können und zwar ohne Druck und mit der nötigen Unterstützung.
      Trotzdem haben auch die Gegner das Recht ihre Meinung an einer Demo zu äussern. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass sie mir ihre Ansicht aufzwingen. Wir sind hier doch nicht in den USA, wo der Weg zur Abtreibung ein Spiessrutenlauf ist.