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Ernteausfälle wegen Schädling Bund erlaubt Pflanzenschutzmittel-Einsatz gegen die Stinkwanze

  • Die Marmorierte Baumwanze, auch als Stinkwanze bekannt, macht immer grössere Teile der Obst- und Gemüseernte zunichte.
  • Der Bund bewilligt eine Notfallzulassung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen die Stinkwanze.
  • Die benötigten Chemikalien waren bisher nur gegen andere Schädlinge zugelassen.
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Aus dem Archiv: Stinkwanze ist in der Schweiz auf dem Vormarsch
Aus 10vor10 vom 22.07.2019.
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Eine chemische Bekämpfung des Schädlings mit Namen Halyomorpha halys war bisher nicht möglich. Seit die Marmorierte Baumwanze 2004 in die Schweiz eingeschleppt worden war, breitete sie sich deshalb weitgehend ungehindert aus.

Marmorierte Stinkwanze in Nahaufnahme.
Legende: Die Marmorierte Baumwanze befällt über 200 Wirtspflanzen. Die Folge: Millionenschaden durch Ernteausfälle. imago images

«Die Pflanzenschutzmittelverordnung erlaubt sogenannte Notzulassungen, wenn der Schadorganismus nicht anders bekämpft werden kann», schreibt das BLW auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im laufenden Jahr seien bisher sieben Notzulassungen verordnet worden. Die Produkte müssten gemäss verschiedenen Auflagen angewendet werden.

Ob die temporär zugelassenen Pflanzenschutzmittel wirklich gegen die Stinkwanze wirken, ist unbekannt. Dazu stünden derzeit keine Angaben zur Verfügung, schreibt der Bund. Die Mittel hätten aber gegen ähnliche Schadorganismen, zum Beispiel andere Wanzen, gewirkt.

Stinkwanze verursacht Millionenschaden

Der Bund kommt mit seinen Massnahmen dem Schweizer Obstverband entgegen, der im vergangenen Dezember «wirksame Mittel gegen den Schädling» forderte. Der Branchenverband schätzt die Schäden durch die Marmorierte Baumwanze für 2019 auf deutlich über drei Millionen Franken.

Die Marmorierte Baumwanze befällt über 200 verschiedene Wirtspflanzen. Einstiche in Früchte oder Gemüse führen zu Deformationen und bitteren Stellen, sodass sie sich nicht mehr für den Verkauf eignen. Oft ist auch eine weitere Verarbeitung nicht möglich.

Der Bundesrat sieht weiteren Handlungsbedarf: Er beantragt die Annahme einer Motion von Nationalrat Philipp Kutter (CVP/ZH), welche Politiker aus allen Fraktionen mitunterzeichnet haben. Konkret fordert der Vorstoss den deutlichen Ausbau der Forschung und Beratung im Kampf gegen die Marmorierte Baumwanze.

SRF 4 News, 25.03.2020, 13:00 Uhr; sda/roso

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Wüest  (Andy222)
    Ein weiterer Käfer, der hier nicht hingehört und eingeschleppt wurde. Nur trifft es bei diesem Käfer "nur" die Bauern und niemand sonst, solange man ja alles auch importieren kann. Ich hoffe sehr, dass der Virus uns wieder vor Augen führt, wozu diese ganze Globalisierung und Reiserei uns gebracht hat. Vielleicht ist dann das nächste Mal etwas mehr Verständnis da für Bauern, die um ihre Existenz bangen.
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  • Kommentar von Urs Vetterli  ()
    Die Coronakrise zeigt deutlich auf, was es bedeutet, wenn plötzlich gewisse Bereiche wegbrechen oder Teile nicht mehr geliefert werden können. Es kommt zum Stillstand. Die Natur ist diesem Szenario seit Jahrzehnten ausgesetzt und der Einsatz von Giftstoffen, die nicht nur den Schädling töten, wird die Lage noch verschlimmern. Aber anders als die Wirtschaft erhält die Natur kein 40Mrd Paket. Absolut richtig, dass man die Menschen in dieser Lage unterstützt, die Natur hätte aber auch Hilfe nötig.
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    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Leider besteht das Hilfspaket gegen die Natur aus Gift. Wenn wir uns dies vor Augen führen, absolut skandalös. Gerade jetzt.
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  • Kommentar von sven huper  (ichsitzenichtindeinemboot)
    Gilt diese Zulassung auch für den Biolandbau oder nur konventionell?
    Schade, ein Rückschlag gegen die Gesamte Bevölkerung..tönt nicht gerade jahrelang erprobt, diese Insektizide.
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    1. Antwort von Ulrich Thomet  (UTW)
      Im Biolandbau sind auch Insektizide bewilligt, z. B. Spinosad (ein Bienengift).
      Falls die im Biolandbau bewilligten Insektizide auf Stinkwanzen wirken können, ist von einer Bewilligung auszugehen. Biosuisse kann aber den Einsatz im Biolabelbereich einschränken.
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