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Alain Berset wurde Opfer einer versuchten Erpressung
Aus Tagesschau vom 23.11.2020.
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Erpressungsfall Alain Berset Rolle der Bundesanwaltschaft wird abgeklärt

  • Gesundheitsminister Alain Berset wurde im Dezember 2019 Opfer eines Erpressungsversuchs durch eine Frau. Die Täterin wurde im September 2020 verurteilt.
  • Jetzt leitet die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) aufsichtsrechtliche Abklärungen ein. Diese sollen das Verhalten der Bundesanwaltschaft in der Sache klären.

Das berichtete die Westschweizer Zeitung «24heures» auf ihrem Newsportal. Die Antwort der AB-BA liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.

«Die AB-BA hat von der Medienberichterstattung über den Strafbefehl wegen versuchter Erpressung von Bundesrat Alain Berset Kenntnis genommen», heisst es darin. Sie habe entschieden, Abklärungen einzuleiten. Der Ausgang sei offen. «Derzeit ist schwer abschätzbar, wie lange es dauern wird, bis die Ergebnisse vorliegen.»

Derzeit ist schwer abschätzbar, wie lange es dauern wird, bis die Ergebnisse vorliegen.
Autor: BA-Aufsichtsbehörde

Die Abklärungen werden auch von den Subkommissionen Gerichte/Bundesanwaltschaft der parlamentarischen Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) mit Spannung erwartet. Sie üben die Oberaufsicht über die Gerichte und die Bundesanwaltschaft aus.

Nach den Abklärungen der AB-BA werde die Subkommission entscheiden, ob weiterer Handlungsbedarf bestehe, teilte Nationalrätin Manuela Weichelt-Picard (Grüne/ZG), Präsidentin der Subkommission, auf Anfrage mit.

Details bleiben unter Verschluss

Am vergangenen Samstag machte die «Weltwoche» publik, dass die Bundesanwaltschaft im September eine Frau wegen versuchter Erpressung gegen Bundesrat Alain Berset zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt hatte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Bekannt ist, dass die Frau vor einem Jahr Berset mit privaten Dokumenten zu erpressen versuchte. Der Bundesrat erstattete Strafanzeige. Die Täterin forderte Berset gemäss Strafbefehl zunächst «zur Bezahlung einer ausstehenden Schuld von 100'000 Franken» auf, nahm später wieder davon Abstand.

Nicht bekannt ist, worum es bei den Behauptungen ging und welche Dokumente dabei verschickt wurden. Im Strafbefehl ist von «gewichtigen Geheimhaltungsinteressen sowohl in persönlich-familiärer als auch in beruflicher Hinsicht» beider Beteiligten die Rede, weshalb der Strafbefehl anonymisiert und geschwärzt wurde.

Bundesrat Berset ist nicht erpressbar. Als Bundesrat ist er leider immer wieder Opfer von strafbaren Handlungen.
Autor: Peter LauenerInformationschef von Alain Berset

Bersets Informationschef Peter Lauener erklärte am Samstag, dass der Erpressungsversuch «unwahre und ehrverletzende Behauptungen» über das Privatleben von Berset vor acht Jahren enthielt. Im Rahmen der Strafuntersuchung habe die Täterschaft ihre Aussagen zurückgezogen. Es gebe keine verfänglichen Fotos und auch sonst keine ihn belastenden Informationen, teilte Lauener mit. «Bundesrat Berset ist nicht erpressbar. Als Bundesrat ist er leider immer wieder Opfer von strafbaren Handlungen.»

Bundesanwaltschaft spricht von «üblicher Praxis»

Die fraglichen Daten wurden laut der Bundesanwaltschaft von den bei der Frau sichergestellten Datenträgern gelöscht, damit die Datenträger der beschuldigten Person zurückgegeben werden konnten. Die Daten seien jedoch nicht komplett gelöscht, sondern in den Verfahrensakten der Bundesanwaltschaft weiterhin vorhanden.

Die Bundesanwaltschaft hielt am Sonntag weiter fest, dass das Vorgehen und die öffentliche Auflage des betreffenden Strafbefehls der üblichen Praxis entspreche, wie sie bei sämtlichen Strafbefehlen zur Anwendung komme. Die Löschung der Daten der Täterschaft ist auch nach Angaben des Bundesamts für Polizei (Fedpol) als Vollzugsorgan der Bundesanwaltschaft gerechtfertigt. Die AB-BA klärt dies nun mit eigenen Mitteln ab.

Echo der Zeit, 22.11.20, 18 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Hänggi  (DHaenggi)
    Auch ich finde die Berichterstattung der Weltwoche darüber sehr bedenklich und frage mich, worum es diesen Journalisten geht. Die Weltwoche verfolgt damit die selben schäbigen Ziele aus niedrigen Beweggründen wie die Erpresserin; den Imageschaden an Bundesrat Alain Berset.
    Pfui, Weltwoche!!!
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    1. Antwort von Dagmar Knell  (DagmarKnell)
      Ai Ai. Ich denke Sie lassen der Weltwoche zu viel der Ehre zukommen. Nichts was die Weltwoche veröffentlichen hätten wir beide nicht auch in Erfahrung bringen können. Das rechtskräftige Urteil war öffentlich einsehbar.
      Und natürlich gibt es noch einige offene Fragen.
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    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      D. Hänggi pfui über Ihre Verurteilung könnte man hier sagen, sorry. Wenn es ein SVP BR wäre, würden Sie dies auch so scheiben, seien Sie ehrlich und geben Sie mir eine ehrliche Antwort, DANKE. Wie ich leider oft Feststelle es darf bei der SP einfach keine Fehlerhaften Menschen geben, können Sie mir sagen warum dies so ist? FDP, CVP, SVP, Grüner Politiker wurden schon in den Medien auseinander genommen, was war das Urteil der SP Menschen?
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    3. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      D.H erstaunlich ist, wie Sie wissen welche Bewegründe diese Art von Aufdeckung hat. Bedenklich ist für mich, dass man dies nun verschweigen möchte, aus welchen Gründen auch immer. Es wurden schon mehrere Politiker wie CVP, FDP, SVP, Grüne in den Medien herumgezogen und mussten diese unangenehme Angelegenheit aushalten. Frage: oder gibt es in der SP nur Fehlerfreie Menschen ?Apropos Gleichbehandlung gilt nun dies auch hier für eine SP BR, oder nicht? 2. Versuch
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    4. Antwort von Denise Hänggi  (DHaenggi)
      @Marlies Artho
      Spannend dass ihr Kommentar gleich zwei mal fast identisch erscheint, indem sie mich aufgrund meiner persönlichen Meinung zu einem Artikel als Verurteilerin verurteilen und mit Ihren Spekulationen bewerfen. Das ist richtig amüsant.
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  • Kommentar von Susanne Berto  (Susha)
    Ich habe schon etwas Mühe damit, dass da ein Opfer eines nachgewiesenen Erpressungsversuchs nun wie ein Täter behandelt wird. Mir scheint es geht nur darum die Neugier zu befriedigen...man will unbedingt wissen womit man versucht hat bei ihm an Geld zu kommen... für mich ist nur wichtig, dass ein Bundesrat nicht erpressbar ist - und wenn die Bundesanwaltschaft den Grund für die Erpressung nicht offenlegt - gut so... das geht uns gar nichts an.
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    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      S. Berto ich habe aber mühe, dass man überhaupt von Opfer spricht, weil die ganze Angelegenheit noch nicht abgeklärt ist, ob nun die Frau zum schweigen gebracht wurde und Opfer ist, weil sie eventuell mit Abfindungsgeld ruhig gestellt wurde, dies wird und muss man doch auch bei einem SP BR abklären dürfen, oder etwa nicht? Darum überlassen wir doch diese Angelegenheit den Fachleuten, denn auch meine Spekulation nützt eventuell nichts, aber es sind einfach Gedanken die auch möglich wären.
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Die ganze Sache ist etwa so transparent wie die Zyklen und Art der PCR Tests. Mir geht es aber in beiden Fällen um Gleichbehandlung und Offenheit. Auch bei der Impfung usw. Da liegt das eigentlich Problem begraben. Ich bin für Toleranz und Menschlichkeit wo möglich, aber eben auch um Offenheit und Gleichbehandlung. Wenn eine Frau oder ein Mann ein Techtelmechtel hatte ist mir das so Wurst auch wenn sie nur ein Ende hat, nur Gleichbehandlung wäre ein guter Vorsatz für 2021.
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