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Geimpft werden im eigenen Auto: Besuch im ersten Impf-Drive-in
Aus HeuteMorgen vom 02.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
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Erster Impf-Drive-in Reinfahren, impfen, weiterfahren

Das Prinzip ist vom Fast-Food-Restaurant bekannt: An einer Säule das Essen bestellen, weiterfahren, bei einem Schalter die Bestellung entgegennehmen und sich schliesslich auf einem Parkplatz das Essen schmecken lassen. Und dies alles sitzend im eigenen Auto.

Eine Drive-in-Impfung läuft ähnlich ab: Sich für die Covid-Impfung anmelden, zum angegebenen Zeitpunkt beim Impfzentrum vorfahren, durch die Autotür eine Spritze erhalten und auf einem Parkplatz die vorgeschriebenen 15 Minuten abwarten. Und dies alles sitzend im eigenen Auto.

Autos stehen in Garage mit beidseitigen Toren.
Legende: SRF

In Grenchen (SO) wurde am 1. Juni das schweizweit erste Drive-in-Impfzentrum eröffnet. In den nächsten Tagen folgen zwei weitere, in Zuchwil und Lostorf. Mit diesem Angebot wolle man vor allem arbeitstätige Personen erreichen, erklärt Beat Kamber, Leiter Impfen beim Kanton Solothurn. Dank der längeren Öffnungszeiten könnten diese auch am Abend auf dem Heimweg vorbeikommen. Die drei Solothurner Drive-ins sind jeden Tag geöffnet. Unter der Woche von 15 bis 21 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr.

Drive-in-Impfungen in der Schweiz

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Solothurn ist der erste Kanton, welcher Covid-Impfungen für die breite Bevölkerung auch in Drive-ins anbietet. Von Januar bis April war es aber bereits für ältere und gefährdete Personen im Kanton Bern möglich, sich im Auto sitzend impfen zu lassen. Dieses Angebot in Thun wurde aufgehoben, nachdem die hochbetagten Personen geimpft waren und weil der Platz für den Ausbau des «normalen» Impfzentrums benötigt wurde. Das Konzept an sich habe sich aber für besonders gefährdete Personen bewährt und sei sehr geschätzt worden, heisst es bei den Verantwortlichen.

Verbreitet ist das System etwa in den USA oder Deutschland. Dort habe man sich auch inspirieren lassen und nachgefragt, erklärt der Solothurner Impfleiter Beat Kamber. Allerdings erfolgten die Solothurner Drive-in-Impfungen nicht im Freien, sondern in gedeckten Hallen sowie mit den etablierten Prozessen und mit Gesundheitspersonal.

Das Grenchner Drive-in wurde im Feuerwehrmagazin eingerichtet. Die beiden anderen befinden sich in Bus-Depots. Wie bei einem Termin im «normalen» Impfzentrum, muss man sich auch für die Impfung mit dem Auto im Internet anmelden und erhält einen Termin per SMS. Auch sonst sei vieles gleich wie ohne Auto, so Beat Kamber: Vor der Impfung wird die Temperatur gemessen, eine Befragung durchgeführt und die Impfung verabreichen geschulte Gesundheitspersonen. Für Fragen ist zudem ein Arzt vor Ort.

Frau wischt druch Auotüre mit Tüchlein Oberarm von Mann in Auto ab.
Legende: SRF

Nach der Spritze im Drive-in muss eine Viertelstunde gewartet werden vor der Weiterfahrt. Die geimpften Autofahrerinnen und Autofahrer fahren dazu auf speziellen Parkplätzen und warten im Wagen. Falls sie sich unwohl fühlen, sollen sie die Hupe betätigen. Dieses Vorgehen sei vergleichbar mit den Impfzentren, meint Beat Kamber. Auch dort könnten die geimpften Personen nach 15 Minuten Warten mit dem Auto wegfahren.

Plakat mit Hinweis, bei Unwohlsein zu hupen.
Legende: SRF

Das Solothurner Gesundheitsamt rechnet, dass mit dem zusätzlichen Angebot monatlich 6000 Personen geimpft werden können, sagt Impfleiter Kamber. Und: Die Termine für die Impfung mit dem Auto seien überraschend begehrt. Innerhalb weniger Tage seien tausende Anmeldungen eingegangen.

Mann mit Glatze spricht in Mikrofon.
Legende: SRF

Solothurn gehört laut Beat Kamber bei den Covid-Impfungen zu den schnellen Kantonen. Man wolle impfwilligen Personen ein möglichst breites Angebot bieten. Neben drei Impfzentren und neu den Drive-ins kann man sich im Kanton Solothurn in dutzenden Hausarztpraxen und einigen Apotheken impfen lassen. Vereinzelt weiterhin im Einsatz sind mobile Impfteams. Die Impfungen in den Drive-ins werden für vorerst zwei Monate angeboten und allenfalls verlängert.

HeuteMorgen, 02.06.2021, 06:00 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Steiner  (Master Splinter)
    Wie ist das dann eigentlich mit einem ärztlichen Aufklärungsgespräch bezüglich Risiken und Nebenwirkungen? Gibt es ein solches? Wird eine Anamnese durchgeführt um eventuelle Risiken von Vorerkrankungen oder anderer eingenommener Medikamente abzuklären?

    Auf mich wirkt das alles sehr unbedacht unter Vernachlässigung gängiger medizinischer Praxis.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Ein ärztliches Aufklärungsgespräch müssen Sie, falls Sie es wünschen vorher bei Ihrem Arzt vornehmen. Hier werden Sie nur kurz befragt nach Allergien oder ob Sie sich im Moment krank fühlen und Fieber wird gemessen. Wer Bedenken hat selbst nach Hause zu fahren, kann jemand aus seinem Umfeld bitten, mitzukommen. Nach meiner Erfahrung würde ich es tun, ich bin bei der Heimfahrt bereits im Auto eingeschlafen, hatte
      aber auch meine Tochter dabei.
  • Kommentar von Carlo Meyer  (C. Meyer)
    Und wenn man kein Auto hat?
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Sie können sich ja eines ausleihen, notfalls auch mieten! Tut mir leid, aber Ihre Bemerkung finde ich so ziemlich überflüssig, Herr Meyer.
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Uh die Grünen werden sich Rot ärgern dass man dies mit dem Auto machen muss.