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Coronavirus im Abwasser gefunden
Aus Tagesschau vom 30.04.2020.
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ETH-Forschern gelingt Nachweis Schnellere Erkenntnisse über Fallzahlen dank Abwasser

  • Forscher der Eawag und der ETH Lausanne haben Spuren des Sars-CoV 2-Virus im Abwasser nachweisen können.
  • Der Forschungserfolg erlaubt es, einen allfälligen Wiederanstieg der Infektionen rund eine Woche schneller zu erkennen als aufgrund der Tests.
  • Auf die Qualität des Trinkwassers hat die Nachweisbarkeit im Abwasser keinen Einfluss. Auch beim Schwimmen besteht keine Ansteckungsgefahr.

Ein Forscherteam der ETH Lausanne (EPFL) und des Wasserforschungsinstituts Eawag arbeite nun daran, die Methode zu optimieren, heisst es in einer Mitteilung der Hochschulen. Werden die Proben rasch analysiert, könne ein Wiederanstieg von Infektionen während des Exits aus dem Lockdown ungefähr eine Woche früher erkannt werden als mittels klinischer Tests bei Betroffenen.

Wasser-Nachweis schon bei sehr wenigen Infizierten

In den neusten Proben seien die Konzentrationen so hoch, dass eine Analytik verhältnismässig einfach scheine. Nicht so für die Proben vom Februar: «Dass es gelungen ist, aus Lugano mit erst einem und aus Zürich mit erst sechs bekannten Fällen bereits ein Signal im Abwasser zu messen, konnten wir nicht erwarten», wird EPFL-Umweltwissenschaftlerin Tamar Kohn in der Mitteilung zitiert.

Die erfolgreiche Detektion von tiefen Virenkonzentrationen zu einer frühen Zeit des Ausbruchs soll es möglich machen, rückwirkend die Kurve des Covid-19-Anstiegs zu rekonstruieren. Bis die über 300 Proben, die zurzeit an der Eawag und der EPFL eingefroren lagern, alle ausgewertet seien, würden aber noch Wochen vergehen.

Man könne aber kaum auf eine exakte Zahl von Infizierten rückschliessen, unter anderem schwanke die Zahl der ausgeschiedenen Viren pro Angestecktem zu stark. Wichtig sei jedoch der Verlauf: Am Beispiel der Proben aus Lausanne konnten die Wissenschaftler in den letzten Tagen den Anstieg der Sars-CoV2-Viren im Abwasser zwischen März und April grob nachzeichnen: Kohn schätzt die Vervielfachung der Konzentration derzeit auf das Zehn- bis Hundertfache.

Ziel ist ein Frühwarnsystem

Von zwölf Kläranlagen, neun davon aus dem Tessin, wurden seit dem Bekanntwerden der ersten Covid-19-Erkrankungen Proben genommen. Hauptziel des Projekts sei jedoch nicht der Rückblick, sondern der Aufbau eines Systems mit Frühwarnfunktion.

Mit Proben aus zwanzig grossen, geografisch gut über die Schweiz verteilten Kläranlagen könne man so das das Abwasser von rund 2.5 Millionen Leuten überwachen, schreiben die ETHs. In der Schweiz gibt es über 700 Kläranlagen, die rund 1.7 Milliarden Kubikmeter Abwasser reinigen.

Keine Ansteckungsgefahr über Wasser

Sorgen müsse man sich aber keine machen: Nach aktuellem Wissensstand gebe es keine Hinweise darauf, dass der Erreger sich über Wasser oder Abwasser verbreitet. Schweizer Trinkwasser sei von hervorragender Qualität und eigne sich auch während einer Pandemie zum Trinken.

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Aus dem Archiv: Daniel Koch erklärt die Aare für «bebadbar»
Aus News-Clip vom 16.04.2020.
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Selbst beim Kontakt mit Abwasser ist eine Ansteckung nach Einschätzung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) sehr unwahrscheinlich, wie es Mitte April hiess. Dasselbe gelte für Hautkontakt mit Fluss- und Seewasser beispielsweise beim Schwimmen, da Coronaviren im Wasser nur kurze Zeit überlebten und in den Kläranlagen effektiv abgetötet würden.

SRF 4 News, 30.04.2020, 10 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Also ich weiss nicht. Vor einiger Zeit wurden Reste von Anbibaby-Pillen im Trinkwasser nachgewiesen, und zwar in mehreren Ländern Europas. Diese sollten durch das Abwassersystem in die Trinkwasserversorgung geraten sein. Das Prinzip dürfte beim Virus gleich sein, wobei die chemischen Stoffe ja nicht absterben, hingegen das Virus, hoffentlich, dies tut.
    1. Antwort von Lily Mathys  (Alle vergeben)
      Sie vergleichen Apfel mit Auto. Hormone lassen sich mit UV Licht nicht abtöten/ vernichten, währenddem die meisten Viren / Bakterien die Exposition mit Licht nicht überleben. Jeder mit Aquarium oder Teich kennt diesen Zusammenhang über die Teich-/Aquariumfilter.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wann kommen die Zuständigen beim BAG und BAFU, die Forschung, endlich auf die logische Idee, sich um "Ursachen- und Verursachungs-Eruierung" der viefältigen, massiven chemischen Belastungen von ERDE-Wasser, also auch des "Trinkwassers" der Bevölkerung durch jahrelange Missbräuche (Industrien, industrialisierte LW, Medizin, Privatkonsum...)zu kümmern? Das muss endlich und unbedingt behoben, also gestoppt werden! Es geht um die Gesundheit der Bevölkerung und damit um deren "Lebensgrundlagen-Erhalt
    1. Antwort von Emil Brand  ((Inkognito))
      Das tun sie seit Jahr und Tag.
  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Gleichzeitig spricht man von Umwelt und Gesundheit ? Aber jammern man verkaufe mehr Alkohol ? Es ist intelligent Alkohol zu brauchen, da es viel günstiger ist
    für innere / äussere Einnahme und für die Umwelt.
    Nach Virus schaut man und die Steigung von der Verseuchung ?
    Wie sieht es aus mit der Anzahl Liter, von unserem wertvollen Trinkwasser ?
    Die Chemie würde nichts verdienen ist es das ? und Forschungsgelder möchte man ja auch. Es geht ja nur um den Virus.