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Eine zweite Welle bereits im Juli?
Aus Info 3 vom 29.04.2020.
abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
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Neue Corona-Welle im Sommer? Forscher warnen vor Millionen Infizierten in der Schweiz

  • Die Lockerung der Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in der Schweiz könnte die Zahl der Infektionen erhöhen und im Sommer zu einem Rückschlag führen.
  • Forschende der ETH Lausanne (EPFL) arbeiten zusammen mit Kollegen in den USA an verschiedenen Szenarien.
  • Je nach Szenario könnten in der Schweiz mehrere Millionen Menschen an Covid-19 erkranken.
  • «Wir können alle sehr glücklich sein, wenn innerhalb von zwölf oder 18 Monaten ein Impfstoff funktioniert», so der Studienleiter.

Ein Team der EPFL und der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland hat Berechnungen durchgeführt, die bis in den Oktober reichen, wie die Tageszeitung «24 Heures» am Mittwoch berichtete.

Das Verbot einiger Festivals im Sommer wird es uns nicht ermöglichen, die Reproduktionsrate unter 1.2 zu halten.
Autor: Jacques FellayETH Lausanne

Der Studie zufolge könnte eine zweite Welle von Covid-19-Fällen im Juli/August ihren Höhepunkt erreichen, wodurch das Schweizer Spitalsystem bei den Intensivbetten, die zur Bewältigung der Krise vor Kurzem auf rund 2000 Einheiten angewachsen sind, sehr nahe an seine Grenzen stossen würde.

Während dieser zweiten Welle könnten je nach Szenario mehrere Millionen Menschen in der Schweiz mit dem Coronavirus infizieren. Dies könnte zu 5000 bis 15'000 Todesfällen führen. Bei einem Worst-Case-Szenario, das auf einer Reproduktionsrate der Krankheit (dem R0-Wert) von 1.5 basiert, wobei jeder Virusträger im Durchschnitt eineinhalb Personen infiziert, könnte es sogar 20'000 Tote geben. Um die Pandemie einzudämmen, ist es wichtig, dass diese Rate unter 1 sinkt.

Einigkeit unter Forschern

Laut Jacques Fellay von der EPFL, der die Studie leitete, kommen alle Gruppen, welche Modellrechnungen der Epidemie in der Schweiz machen, zu sehr ähnlichen Schlussfolgerungen. Die grosse Unbekannte sei die Wirkung der schrittweisen Lockerung der derzeit geltenden Massnahmen.

«Müssen Versteckspiel beherrschen»

«Sobald der Druck ein wenig nachgelassen hat, wie es seit Anfang dieser Woche der Fall ist, kann die Epidemie in der Bevölkerung gleichmässiger zirkulieren. Es ist daher unerlässlich, diese allmähliche Lockerung des Lockdowns mit allen möglichen anderen Massnahmen zu begleiten, die verhindern, dass das Virus wieder die Oberhand gewinnt. Und es ist dieses Versteckspiel, das wir zu beherrschen lernen müssen», warnt der Forscher Jacques Fellay von der ETH Lausanne.

«Das Verbot einiger Festivals im Sommer wird es uns nicht ermöglichen, das R0 unter 1.2 zu halten», sagt der Spezialist, Mitglied der vom Bundesrat eingesetzten wissenschaftlichen Arbeitsgruppe, im Interview mit der französischsprachigen Tageszeitung.

«Nach dem Lockdown werden auch die regionalen Unterschiede viel weniger ausgeprägt sein», sagt Fellay. «Das Virus ist nun in allen Kantonen verbreitet. Es wird immer wieder neue Ausbrüche in der Schweiz geben».

12 oder 18 Monate für Impfstoff

«Wenn wir zu unserer gewohnten Lebensweise zurückkehren, wird uns die Epidemie sehr schnell überfordern», sagt er. «Wir müssen weiterhin eine gewisse Distanz einhalten, sei es durch einen Abstand von mehr als zwei Metern zu anderen Personen oder durch das Tragen von Masken», so Fellay.

«Auf jeden Fall befinden wir uns in einem monatelangen Kampf», fährt der Wissenschaftler fort. «Weltweit sind mehr als 100 Impfstoffprojekte in der Entwicklung. Einige befinden sich bereits in der Testphase. Die Dinge entwickeln sich sehr schnell, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir alle sehr glücklich sein können, wenn innerhalb von zwölf oder 18 Monaten ein Impfstoff funktioniert.»

Coiffeure, Kosmetik-und Massagesalonsambulante BehandlungenSpitäler, Arztpraxen, PhysiotherapieBeerdigungenim grösserenKreisSeit 27. April wieder geöffnet oder erlaubtGartenbedarf, Blumenläden &BaumärkteQuelle: Ausstiegsfahrplan des Bundesrats Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden. Alle Betriebe brauchen ein Schutzkonzept.Quelle: Bundesrat, 29.04.20Noch unklarVerbot vonGrossveranstaltungen mit unter 1000 PersonenBis Ende AugustVerbot vonGrossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personenobligatorische Schulen (Kantone entscheiden)kompletterDetailhandelAb 11. Mai wieder geöffnet oder erlaubtGastronomiefür 4er-GruppenöffentlicherVerkehrSporttrainings imBreiten- und LeistungssportReisebürosschrittweiseLockerung derEinreisebeschränkungAb 8. Juni wieder geöffnet oder erlaubtweitere Schulen,AusbildungsstättenMuseen, BibliothekenZoos, botanische Gärten, SchwimmbäderTheater, Kinos,GottesdiensteBergbahnenTreffen von mehr als 5 PersonenGeisterspiele in denProfiligen(def. Entscheid am 27.5.)

Info 3 Mittag, 29.4.2020, 12:00 Uhr;

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130 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Bizer  (Avidya)
    Hier wird schon mal wieder vorschnell Panik verbreitet um die Menschen einzuschüchtern und ihnen den bevorstehenden Sommer zu vermiesen. Halten wir wo immer möglich Abstand und Hygienevorschriften ein werden wir trotz aller Lockerungen keine gravierende Anzahl von Infektionen mehr bekommen. Schaun wir doch in Länder die schon seit 14 Tagen keine grossen Zuwachsraten mehr haben.
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  • Kommentar von Daniel Andres  (dpan)
    Es geht darum die Menschen gefügig zu machen. Nimm den Menschen die persönlichen Beziehungen, mache ihnen Angst vor einem nichtfassbaren Gegner, wiederhole pausenlos das Mantra der Bedrohung, halte sie konstant in Ungewissheit, reduziere die persönliche Kommunikation, streiche das Recht auf Versammlungsfreiheit, isoliere die Alten und verbiete Traditionen und Rituale. Alles das macht aus Menschen angstbesetzte Lemminge, die manipulierbar und missbrauchbar werden.
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  • Kommentar von Mario Rapelli  (CO2 ist Klimaneutral)
    Was 2003 mit der Vogelgrippe, und 2010 mit der Schweinegrippe nicht funktioniert hat, funktioniert evt. mit dem Corona Covid-19. Nachdem 2010 etliche Regierungen bereits Impfdosen im Mrd. bereich angeschafft hatten, mussten sie feststellen, das diese wiederspänstigen Untertanen sich nicht so einfach Zwangsimpfen lassen. Danch wanderten diese Impfdosen in die Kehrichtverbrennungsanlagen. Und nun diese Panikmache, damit die Bevölkerung regelrecht darum bettelt geimpft zu werden. Gute Gesundheit!!!
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