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Unterwegs im Lastwagen mit Wasserstoffmotor
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 24.11.2020.
abspielen. Laufzeit 11:34 Minuten.
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Fahren mit Wasserstoff Man hört nichts – aber es tropft

450 Mitarbeitende, 230 Lastwagen: Die Murpf AG mit Sitz im solothurnischen Hägendorf gehört zu den mittelgrossen Transportunternehmen des Landes. Und die Firma testet seit einem Monat einen Lastwagen der mit Wasserstoffmotor angetrieben wird.

Mehrere Lastwagen auf dem Parkplatz eines Logistikzentrums.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Der Lkw mit dem Brennstoffzellen-Elektroantrieb fällt äusserlich nicht auf (im Bild ganz rechts). Einen kleinen Unterschied zu den anderen Lastwagen gibt es allerdings: Der Wasserstoff-Lkw hat keinen Auspuff – es entstehen auch keine Abgase. Während der Fahrt tropft unten nur ab und zu Wasser auf die Strasse.

Lastwagenchauffeur fährt auf Autobahn.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Chauffeur Philip Eugster fährt den Wasserstoff-Lkw. Sein Lastwagen hat zwei Brennstoffzellen an Bord, die den Strom für den Elektromotor produzieren. Das Fahren sei gleich wie mit einem herkömmlichen Lastwagen – ausser, dass eben das Brummen des Verbrennungsmotors fehle. Bis auf ein leises Surren gibt der Lastwagen kaum ein Geräusch von sich. Das sei zu Beginn irritierend, man gewöhne sich aber schnell daran. Einige Chauffeure würden nicht mit seinem Lastwagen fahren wollen. Ihn interessiere die umweltfreundliche Technik aber.

Warnhinweis auf weissem Container.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Hinter dem Praxistest der Lastwagen mit Wasserstoff-Antrieb stehen mehrere Firmen: der Energiekonzern Alpiq, das Wasserstoff-Unternehmen H2 Energy und der Lastwagenbauer Hyundai. Das koreanische Unternehmen produziert den ersten serienmässigen Lastwagen mit Brennstoffzellen-Elektroantrieb. In der Schweiz wird weltweit zum ersten Mal der Alltagseinsatz dieser neuen Fahrzeuge getestet. Ingesamt sind zehn solche Lastwagen unterwegs.

Tanken eines Lastwagens.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Philip Eugsters Wasserstoff-Lkw hat eine Reichweite von rund 400 Kilometern. Danach muss an der Tankstelle Wasserstoff nachgefüllt werden. Im Moment gibt es schweizweit erst drei solcher Tankstellen: eine in der Ostschweiz und zwei in der Region Hägendorf (Zofingen und Hunzenschwil). Darum sei eine gute Routenplanung enorm wichtig, so Chauffeur Philip Eugster. Das Betanken mit Wasserstoff selbst sei nicht viel anders als bei einem Lastwagen mit Dieselmotor. Bis der Tank voll ist, dauere es auch gleich lang.

Flusskraftwerk von aussen.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Der Treibstoff für Eugsters Lastwagen stammt aus Gösgen. Bei ihrem Flusskraftwerk an der Aare produziert die Alpiq den Wasserstoff. Dieser wird mit Wasser und Strom mittels Elektrolyse hergestellt. Gemeinsam mit der Firma H2 Energy und anderen Unternehmen ist Alpiq daran, den Ausbau des Netzes an Wasserstoff-Tankstellen voranzutreiben. Bald sollen es mehr sein als die aktuellen drei.

Container.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Von Gösgen aus gelangt der Wasserstoff in Containern zu den Tankstellen, erklärt Thomas Fürst, der Chef des Flusskraftwerks. Der Ausbau des Netzes soll der breiten Bevölkerung zeigen, dass auch Privatpersonen Wasserstoffautos kaufen und im Alltag fahren könnten. Dies als Alternative zum herkömmlichen Verbrennungsmotor.

Mann vor Container auf Stelzen.
Legende: SRF/Mario Gutknecht

Kritiker bemängeln, dass sich der Wasserstoff-Antrieb vor allem für grosse Fahrzeuge eigne, die ständig unterewgs sind. Und umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel ist Wasserstoff nur dann, wenn der Strom dafür auch umweltfreundlich produziert wird. Zumindest beim Flusskraftwerk in Gösgen ist dies der Fall.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 23.11.2020, 17:30 Uhr;

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96 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Bühler  (midni9ht)
    Im Gegensatz zu PWs wäre Wasserstoff für LKWs ja eine sinnvolle Sache. Dass statt der wahnsinnig ineffizienten Elektrolyse noch keine bessere Technologie verfügbar ist, lässt mich aber schon daran zweifeln, ob dadurch wirklich etwas gewonnen wird.
    Eine vollständige Elektrifizierung der Flotte ist mit dieser Methode auf jeden Fall nicht möglich.
    Wäre aber eine gute Ausrede, um die maroden AKWs weiter laufen zu lassen...
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  • Kommentar von Nic Grund  (Gruendeli)
    Was soll das denn nun wieder? H2O ist ja genau so ein Treibhausgas wie CO2.
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    1. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Wollen Sie damit sagen, dass das Meer den Klimawandel verursacht weil es Unmengen von H2O verdampft? Ich kann Sie beruhigen, Ihre Ansicht stimmt nicht.
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  • Kommentar von Erich Zoller  (Erich Zoller)
    Kein einziger Kommentar weist darauf hin, dass Wasserstoff eine willkommene Energiespeichermöglichkeit bietet. Die oft anfallende grüne Elektr. Energie die genau dann produziert wird wenn sie nicht gebraucht werden kann, könnte als Wasserstoff gespeichert werden. Das ermöglicht einen sinnvollen Weiterausbau von Solar- und Windkraftanlagen. Diese sind bekannt, in Schwachlastzeiten viel überschüssige Energie zu produzieren, die dann zu Schleuderpreisen ins Ausland verkauft werden muss.
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    1. Antwort von Helmut Meier  (Helmu)
      Herr Zoller: bitte nennen sie mir eine Anlage, die in grösseren Mengen genau Ihre Fantasievorstellung macht.
      Es ist unvernünftig, dass wir mit einem Flusskraftwerk in der Schweiz Wasserstoff herstellen, solange wir noch AKWs haben und dreckigen Strom vom Ausland importieren!
      Wasserstoff wird leider immer noch vorwiegend mit Erdgas hergestellt, weil es billiger ist.
      Ich frage noch einmal: wie viele LKWs können pro Tag an einer unserer H2 Tankstellen getankt werden? 4,5,6 oder sind es mehr?
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    2. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Auf energy-charts.de kann man die Stromproduktion in Deutschland abrufen. Sie werden keinen einzigen Tag finden, wo mehr Solar- und Windstrom produziert worden ist, als Deutschland gesamthaft Strom verbraucht hat und das obwohl Deutschland fast 40% des Strombedarfes mit Wind- und Solarenergie deckt.
      Zudem ist es viel günstiger PV- und Windkraftanlagen einfach ab und zu runterzuregeln, als seltene Stromüberschüsse zu speichern.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Der SInnvolle weitere Ausbau von PV und WIndenergie ist in keiner Weise auf Wasserstoff als Speichermöglichkeit angewiesen. Ausserdem produziert PV im Gegensatz zu AKW's zur Hauptsache zu Starklastzeiten. Da die für AKW's nötigen hydraulischen Pumpspeicher bei Abschaltung der AKW's für diese Energie nicht mehr benötigt werden, können sie stattdessen zum Speichern von Überschüssen aus PV und Wind eingesetzt werden, wenn es dann in 10 bis 20 Jahren überhaupt mal Überschüsse gibt.
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    4. Antwort von Martin Müller  (Nonaeol)
      @Zoller: Das Problem am Speichern von Strom in Form von Wasserstoff ist der unterirdische Wirkungsgrad der Umwandlung von Strom in Wasserstoff und wieder zurück zu Strom. Man rechnet so um die 25%. Dafür haben wir nicht genügend Wind und Sonne, um diesen Überschuss zu produzieren. Hätten wir es, würde es sich energetisch kaum lohnen, all diese Windräder und PV-Anlagen zu produzieren, um diesen Überschuss produzieren zu können.
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