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Abstimmungskampf um Renten FDP-Chefin Petra Gössi in der Kritik

Die Auslandschweizer-Organisation protestiert bei FDP-Präsidentin Gössi wegen ihrer Kritik an AHV-Rentnern im Ausland.

Legende: Audio Protestbrief der Auslandschweizer-Organisation an FDP-Chefin Gössi abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
02:16 min, aus HeuteMorgen vom 13.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • FDP-Chefin Petra Gössi hat kritisiert, Rentner im Ausland würden besonders von der Rentenreform profitieren.
  • Nun protestiert die Auslandschweizer-Organisation gegen diese Kritik. Man sei empört.
  • Gössi spricht von einem Missverständnis.

Rentnerinnen und Rentner im Ausland würden überproportional von den geplanten 70 Franken mehr AHV für Neurentner profitieren, sagte FDP-Chefin Petra Gössi Ende Juni im «Blick». Denn im Ausland lebende AHV-Bezüger würden in der Schweiz weder Steuern bezahlen, noch müssten sie ihr Geld hier ausgeben.

Viele Auslandschweizer reagierten wütend auf diese Aussagen. Der Protestbrief der Auslandschweizer-Organisation sei ein Ausdruck davon, sagt Vorstandsmitglied Elisabeth Michel. «Jeder, der davon erfährt, ist empört.» Für die Rentner im Ausland seien die 70 Franken kein Pappenstiel. «Das Leben im Ausland ist nicht billiger, es sind bloss andere Ausgaben.»

«Eine Sache der Gerechtigkeit»

Ausserdem gehe es um Gerechtigkeit. Schliesslich hätten die Rentner, die im Ausland AHV beziehen, selbst auch in die AHV einbezahlt, sagt Michel.

FDP-Präsidentin Petra Gössi hat den Protestbrief gestern Abend erhalten. «Es tut mir sehr leid, falls der Eindruck entstanden sein sollte, ich sei der Meinung, Rentner dürften nicht ins Ausland ziehen», sagt sie. Es sei nie darum gegangen, dass eine Rente gekürzt werden sollte. «Für solche Eindrücke entschuldige ich mich in aller Form.»

«Habe das nie gefordert»

Gleichzeitig wolle sie klar betonen: Das habe sie nie gefordert. Sie habe nur darstellen wollen, wie unsinnig das Giesskannen-Prinzip in der Rentenreform sei, sagt Gössi. Als Alternative habe sie im Parlament einen Antrag unterstützt, der das tiefste Rentenniveau um 540 Franken angehoben hätte. «Dieser Antrag wurde von Bundesrat Alain Berset mit der Begründung abgelehnt, dass 70 Prozent dieser Erhöhung ins Ausland abfliessen würden.»

Deshalb findet es Gössi ungerecht, dass jetzt ausgerechnet sie am Pranger der Auslandschweizer steht. Den Brief will sie aber auf jeden Fall beantworten. Schliesslich sind auch die Auslandschweizer wichtige Stimmbürger, wenn es Ende September um die Rentenreform geht.

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