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Gibt es doch eine Herkunftsdeklaration für Blumen?
Aus Espresso vom 14.02.2020.
abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
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Floristen unter Druck «Es sollte eine Deklaration der Produktionsmethoden geben»

Tomaten aus Spanien, Erdbeeren aus der Schweiz oder Fleisch aus Neuseeland: Bei Lebensmitteln ist die Deklaration klar geregelt, Konsumenten müssen nachvollziehen können, woher sie stammen. Nicht so bei Blumen. Eine solche Deklaration sei viel zu kompliziert, erklärte noch vor Kurzem der Floristenverband. Nun gibt es einen Gesinnungswandel: Die Deklaration wird in Zukunft viel wichtiger, sagt Urs Meier vom Floristenverband.

Urs Meier

Urs Meier

Geschäftsleiter Schweizerischer Floristenverband

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Urs Meier leitet seit Januar 2014 die Geschäfte des Schweizerischen Floristenverbands florist.ch. Der diplomierte ETH-Agronom führte zuvor 12 Jahre lang die Schweizer Kader Organisation SKO.

SRF: Urs Meier, vor zwei Jahren erklärten Sie im Konsumentenmagazin «Espresso», ein Blumenstrauss sei aus so vielen Komponenten zusammengesetzt, dass eine Deklaration kaum machbar sei. Wie stehen Sie heute dazu?

Urs Meier: Bei zusammengesetzten Blumensträussen oder Gefässen ist die Deklaration der Herkunft nach wie vor extrem schwierig. Sonst haben Sie am Schluss eine Deklaration wie beim Honig, wo als Herkunft oft «Mittelamerika / Europa / Asien» steht. Wir sind der Meinung, es sollte stattdessen eine Deklaration der Produktionsmethoden geben. Das würde es uns auch ermöglichen, gute Fachgeschäfte mit einem Label auszustatten. Hier haben wir aber das Problem, dass die Produktionsmethoden in den Grossmärkten gar nicht ausgewiesen sind und unsere Einkäufer sich gar nicht für ein ökologisches Produkt entscheiden können.

Was sind denn in Ihren Augen gute Produktionsmethoden?

Diese sollten über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, zum Beispiel mit integrierter Produktion und einem Fairtrade-Standard, wenn die Blumen aus Übersee kommen. Im Blumenland Holland ist man, auch als Folge der Klimadebatte, extrem aktiv in der Definition von Nachhaltigkeit. Es sind verschiedene Label in Arbeit – und diese werden unseren Einkäufern auch die Arbeit erleichtern.

Sie wollen also mehr Transparenz schaffen, auch mit einem Label für Fachgeschäfte. Was ist hier die Idee?

Wir wollen uns auf dem Markt positionieren. Im Blumenverkauf gibt es viele Player, man denke nur an Grossverteiler oder Tankstellenshops. Wir sehen uns als Qualitätsfachgeschäfte. Dazu gehören neben der Floristik ansich, also dem künstlerisch-fachmännischen Handwerk, auch die Anstellungsbedingungen oder eben auch die Herkunft und die Produktionsmethode der Ware. All diese Aspekte kommen in Zukunft auf einen Fragebogen, den die Betriebe dann ausfüllen müssen, um ein entsprechendes Label zu erlangen.

Wie reagieren die Betriebe auf den Vorschlag für ein Qualitätslabel?

Diese reagieren sehr positiv – mit einer Ausnahme: Dem Ausweisen der Produktionsmethode. Die Blumenläden sagen uns, das sei im Moment unmöglich, weil die Produktionsmethoden im Einkauf eben nicht ausgewiesen sind. Darum werden wir nun die Diskussion mit dem Grosshandel und Importeuren aufnehmen müssen, damit in Zukunft deklariert sein muss, woher die Ware kommt und wie sie produziert wird.

Das Gespräch führte Yvonne Hafner.

Espresso, 14.02.20, 08.13 Uhr

srf/schm; wues

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Was mich anbetrifft, überfordert mich die Inflation der vielen Labels die wir schon haben. Ich kümmere mich daher kaum mehr drum. - Und was kommt als nächstes: ein Zertifikat dass der Dünger auf der Rosenplantage in Peru nicht mit Kinderarbeit hergestellt wurde und dass auf der Plantage eine faire Frauenquote im Management eingeführt ist? - Ich denke, mit den vielen Labels werden so viele Interessen hineingepackt, dass man schon abstumpft.
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