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In Emmen regt sich Widerstand gegen den F-35
Aus Rendez-vous vom 26.07.2021.
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Flugplatz Emmen Weitere Kritik an Kampfjet F-35: «Er ist zu laut»

Beim Flugplatz Emmen wehren sich die Anwohnerinnen und Anwohner gegen den Kauf des F-35. Sie befürchten mehr Fluglärm.

Seit der Bundesrat beschlossen hat, den amerikanischen F-35 als neues Kampfflugzeug zu beschaffen, ist die politische Debatte über den Kauf lanciert. Sollten das Parlament und später eventuell das Volk zustimmen, dann startet der neue Jet – wie bereits die jetzigen Kampfjets – von den Flugplätzen Payerne, Meiringen und Emmen aus.

In Emmen formiert sich jetzt Widerstand gegen den Kampfjet-Entscheid des Bundesrats. Der Grund: Schon heute wird es in der Agglomeration von Luzern sehr laut, wenn ein Jet auf dem Flugplatz Emmen startet und mit der F-35 werde es noch viel lärmiger. Davon ist Andreas Kappeler überzeugt. Er ist Präsident des «Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen».

Schutz der Bevölkerung sei zentral

«Wir müssen mit der lautesten Variante leben, das ist keine gute Nachricht für uns», ärgert sich Kappeler. Tatsächlich haben Messungen ergeben, dass die F-35 rund drei Dezibel lauter ist als die F/A-18, die aktuell in Betrieb ist. In Dänemark, wo das Militär auch mit der F-35 fliegt, ist es bereits zu Lärmklagen gekommen.

Legende: Der Kampfjet F-35 A auf dem Flugplatz Payerne – kurz vor seinem Testflug in der Schweiz. Juni 2019. Keystone

Die Wahl sei ein Affront gegenüber den Anwohnerinnen und Anwohnern der Flugplätze, sagt Kappeler. «Es wäre zentral, dass die Bevölkerung, die man ja schützen will mit diesen Jets, nicht unter dem Fluglärm leiden muss.»

Das Bundesamt für Rüstung, die Armasuisse, wehrt sich gegen die Kritik des Schutzverbandes aus Emmen. Das Thema Lärm werde sehr ernst genommen, sagt Darko Savic, Projektleiter bei der Armasuisse für das neue Kampfflugzeug. «In Zusammenarbeit mit dem Hersteller und mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa soll das Startverfahren optimiert werden.»

Armee verspricht weniger Flüge

Wie das im Detail ablaufen soll, sei jedoch noch nicht definiert. Zwar hat die Armasuisse im Vorfeld des Typen-Entscheids Lärmmessungen bei den Flugplätzen Payerne und Meiringen durchgeführt – diese Resultate liessen sich auf Emmen übertragen. Wie hoch das Kriterium Lärm jedoch bei der Auswahl des Flugzeugs letztlich gewichtet worden ist, gibt Armasuisse mit Hinweis auf das Wettbewerbsverfahren nicht bekannt.

Die Bevölkerung muss möglichst gut vor dem Lärm geschützt sein.
Autor: Andreas Kappeler Präsident Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen

Mit dem Kampfjet F-35 seien jedoch insgesamt deutlich weniger Starts nötig. «Gegenüber heute reduzieren sich die Anzahl Jetbewegungen insgesamt um rund 50 Prozent. Das wirkt sich auch positiv auf den Standort Emmen aus», sagt Savic. Der F-35 könne nämlich aufgrund des mitgeführten Treibstoffs länger in der Luft bleiben als die heutigen Flieger.

Gemeinde äussert sich nicht

Schutzverbands-Präsident Andreas Kappeler bleibt trotz dieser Aussagen skeptisch. Mit seinem Verein will er sich weiter für weniger Lärm in Emmen einsetzen. «Die Bevölkerung muss möglichst gut vor dem Lärm geschützt werden. Das heisst: Die Flugbewegungen sollten möglichst gering sein, die Betriebszeiten eingehalten werden und es soll flugfreie Sommerpausen geben.»

Die Gemeinde Emmen will sich auf Anfrage noch nicht zum Entscheid äussern, da der politische Prozess noch nicht abgeschlossen sei. In der Vergangenheit haben sich die Gemeindebehörden jedoch immer wieder für den Flugplatz und das Militär eingesetzt, vor allem wegen der Arbeitsplätze.

Rendez-vous vom 26.07.2021, 12:30 Uhr;

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158 Kommentare

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  • Kommentar von Leo Auf der Maur  (leoauf)
    Liebes SRF, langsam wird es mühsam. Fast jeden 2. Tag ein negativ Bericht über den F35, was ist eure Stossrichtung? Meiner Meinung nach wollt ihr mithelfen den Jet abzuschiessen (eigentlich nichts Neues)....bei Corona und dem Klimawandel glaubt ihr den Experten ja auch....bei der Typenentscheidung des Jets sollten dann alle Experten unrecht haben und werden am Laufmeter von euch düpiert.....amüsant...
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Leo Auf der Maur
      Guten Tag, unsere Aufgabe ist es, den Diskurs über alle gesellschaftlich relevanten Sachverhalte zu fördern und die öffentliche Debatte zu beleben. Dabei haben wir die Pflicht, Ereignisse und Entwicklungen nicht nur abzubilden, sondern auch kritisch zu prüfen. Dabei folgen unsere Programme drei Grundsätzen: Sie sind sachgerecht, vielfältig und unabhängig. Das heisst: Wir machen uns mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten. Das Publikum kann sich auf unsere Integrität verlassen. Liebe Grüsse, SRF News.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Leo Auf der Maur: Ich persönlich habe keine Mühe mit der Berichterstattung von SRF. Es werden halt alle verschiedenen Meinungen aus der Bevölkerung abgebildet. Ich persönlich bin für eine Armee mit Luftwaffe. Die teils seltsame Argumentation der Gegner hilft den Befürwortern zu fokussieren und mit besseren Argumenten diejenigen zu überzeugen, welche nicht rein ideologisch denken. Es ist ein demokratischer Wettkampf der Argumente. Wer die besseren Argumente gut rüberbringt, gewinnt am Ende.
    3. Antwort von Gerhard Leu  (Weltentdecker)
      @tleu
      Nein, es ist eben kein demokratischer Wettlauf der Argumente. Die Schweizer Stimmberechtigten hatten entschieden, dass der Bund für einige Milliarden neue Jets kaufen darf und die Typenwahl trifft. Experten (Ingenieure, Piloten, Strategen, Ökonomen etc.) hatten sich nach objektiven, transparenten Kriterien für den F35 entschieden. Voilà. Ich habe in die Experten mehr Vertrauen als in die Fundamentalgegner und deren Handlanger. Das ist ein durchschaubarer Demokratiemissbrauch.
    4. Antwort von Dennis Hersche  (Dennis Hersche)
      Nun Ja. Ich möchte nicht detailverliebt sein. Aber ich frage mich schon wie es sein kann, dass es wie im Text erwähnt, Lärmklagen in Dänemark gibt. Dies obwohl sich alle bisher an Dänemark gelieferten F-35 zwecks Schulung von Piloten und Techniker in den USA befinden und erst 2023 überführt werden sollen.
      Und vorweg, diese Art der Ausbildung ist nicht obligatorisch für die F-35. Die Dänen machen dies, wie auch z.B. die Niederlande seit Jahrzehnten so. Schon mit der F-16.
    5. Antwort von Dennis Hersche  (Dennis Hersche)
      Nachtrag. Die Gegner nehmen es im übrigen nicht so genau mit der Wahrheit.Im Stop-F-35 Dokument steht, das Spanien Probleme bei den Betriebskosten der F-35 beim Luftpolizeidienst hat und deshalb auf leichtere Jets setzt.
      1. Spanien hat keine F-35.
      2. Spanien hat Eurofighter und Fa-18A/B (müssen dringend ersetzt weden) und diese würde ich nicht als leichtere Jets bezeichnen, da vergleichbar gross oder sogar grösser als die F-35.
  • Kommentar von Peter Belmi  (P.B.)
    Ein weiteres Killer Kriterium: die Farbe ist nicht schön!
    1. Antwort von Gerhard Leu  (Weltentdecker)
      Ganz genau. Man (d.h. wir Laien) kann auch noch darüber debattieren, ob die Reifen für das Januar-Wetter in Meiringen geeignet sind.
  • Kommentar von Dennis Hersche  (Dennis Hersche)
    Ich persönlich finde Schade, dass sobald ein Typ ausgewählt wurde, negativ berichtet wird. Genau gleich wie beim Gripen dazumal und es wäre sicher auch bei den anderen Kandidaten negativ berichtet worden. Dieses ständige rumgehacke könnte am Schluss noch das Ende der Luftwaffe bedeuten. Die Armasuisse hat jetzt die Kandidaten drei Jahre lang gründlich angeschaut. Das Resultat ist bekannt und wird gestützt durch all die anderen um die 15 Länder die auf die F-35 setzen. Weitere werden dazukommen.