Zum Inhalt springen

Header

Audio
Mehr Geld und Kompetenzen für Pflegefachpersonal
Aus Rendez-vous vom 10.06.2020.
abspielen. Laufzeit 05:09 Minuten.
Inhalt

Förderung der Pflegeberufe Nur ein freiwilliger Zustupf an den Lehrlingslohn

  • Der Ständerat hat am Mittwoch einen indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative mit 36 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.
  • Er sieht vor, dass Pflegefachleute während der Ausbildung wegen ihrer tiefen Löhne einen Zustupf an die Lebenshaltungskosten bekommen.
  • Anders als den Nationalrat will der Ständerat die Kantone aber nicht zur Zahlung verpflichten. Die Vorlage geht nun zurück an den Nationalrat.

Mit einer Ausbildungsoffensive und neuen Kompetenzen will der Ständerat den Pflegeberuf stärken. Der Handlungsbedarf war in der kleinen Kammer unbestritten. Der Anteil älterer Menschen nehme zu, es brauche mehr qualifiziertes Pflegepersonal, sagte Ständerat Erich Ettlin (CVP/OW).

Unisono verdankten die Rednerinnen und Redner im Ständerat auch die Leistungen des Pflegepersonals während der Coronakrise. «Meine Wertschätzung ist enorm», sagte Ettlin. Doch beim Applaus soll es nicht bleiben. Nun sollten Taten folgen, forderte Maya Graf (Grüne/BL).

Nationalrat veranschlagt 100 Millionen mehr

Uneins sind sich die Räte bei den Ausbildungsbeiträgen. Der Nationalrat will die Kantone verpflichten, angehenden Pflegefachkräften etwas an die Lebenshaltungskosten zu zahlen. Der Bund soll die Kantone während acht Jahren unterstützen. Die Kosten werden auf 200 Millionen Franken geschätzt.

Pflegender bei der Arbeit
Legende: Heute muss fast die Hälfte des Pflegepersonals im Ausland rekrutiert werden. Der tiefe Ausbildungslohn gilt als eine der Ursachen für die zu geringe Zahl von Lehrabschlüssen in der Schweiz. Keystone

Der Ständerat hat sich ebenfalls für diese Unterstützung ausgesprochen, allerdings nur knapp. Anders als der Nationalrat beschloss er zudem, dass die Kantone nicht dazu verpflichtet werden sollen, solche Beiträge zu leisten.

Ständerat schränkt Abrechnungsmöglichkeit ein

Ein zentrales Anliegen der Pflegeinitiative ist, dass Pflegende ihre Leistungen selbständig zulasten der Krankenkassen abrechnen können. Heute braucht es dafür in der Regel eine ärztliche Anordnung. Der Nationalrat ist den Initianten in diesem Punkt entgegengekommen. Welche Leistungen Pflegende auf eigene Rechnung erbringen können, soll der Bundesrat festlegen.

Der Ständerat knüpfte nun jedoch eine zusätzliche Bedingung an die erweiterten Kompetenzen: Davon profitieren sollen nur jene Pflegefachpersonen, Spitex-Organisationen und Pflegeheime, die mit den Krankenversicherern vorgängig eine Vereinbarung abgeschlossen haben.

Um diese Volksinitiative geht es

Box aufklappenBox zuklappen
Um diese Volksinitiative geht es
Legende: Keystone

Mit der Volksinitiative «Für eine starke Pflege» will der Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer in der Verfassung verankern, dass Bund und Kantone die Pflege als wichtigen Bestandteil der Gesundheitsversorgung fördern. Zudem sollen Pflegeberufe attraktiver gemacht werden. Der Ständerat hat noch nicht Stellung zur Pflegeinitiative bezogen. Der Nationalrat lehnt sie ab.

In der Version des Ständerats belaufen sich die Gesamtkosten des indirekten Gegenvorschlags für den Bund auf rund 400 Millionen Franken für acht Jahre. Der Nationalrat veranschlagt in seiner Version 100 Millionen Franken mehr.

Rendez-vous, 10. Juni 2020, 12:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Timothée Mollet  (timoll)
    Das Problem ist doch auch, dass der Markt nicht richtig spielt. Es braucht klare Vorschriften wieviele Stellenprozent pro Spital- oder Altersheimplatz vorhanden sein müssen. Werden diese nicht eingehalten müssen Konsequenzen folgen. Langanhaltender Personalmangel existiert nur, wenn man keine attraktiven Anstellungsbedingungen bietet.
  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    Auszubildende in der Pflege müssen Schicht- und Wochenenddienste leisten und auch an Feiertagen arbeiten. Das wird bisher im Lohn nicht berücksichtigt! Dabei müssen viele ein überteuertes Zimmer in der Nähe mieten, damit sie die Arbeitszeiten garantieren können. Ende Monat bleibt oft ein Minus auf dem Konto, während sich die Kolleg*innen aus anderen Branchen deutlich mehr leisten können und jedes Wochenende frei haben. Und das soll wertschätzend sein?
  • Kommentar von Helena Müller  (Helena Müller)
    Ich finde, die Wertschätzung muss sich in den Pflegeberufen hier klar auch in den Salären widerspiegeln.