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Fischen boomt – doch die Fische werden weniger
Aus HeuteMorgen vom 03.08.2021.
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Folge von Corona Fischer-Boom und Klimawandel bedrohen den Fischbestand

In der Krise haben viele mit dem Fischen begonnen. Doch die Fischbestände werden wegen des Klimawandels kleiner.

Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren im Freizeitverhalten der Schweizerinnen und Schweizer. In der Krise haben viele mit dem Fischen begonnen. Das bestätigt Philipp Sicher, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbands.

Die Anzahl verkaufter Patente war bis zu 70 Prozent höher als in den Vorjahren.
Autor: Philipp Sicher Geschäftsführer Schweizerischer Fischerei-Verband

Besonders die Zahl der Hobbyfischer sei stark gestiegen. Damit sind Menschen gemeint, die etwa am Wochenende angeln wollen und dafür ein Kurzzeitpatent brauchen. «Die Anzahl der Patente, die verkauft wurden, waren teilweise bis zu 70 Prozent höher als in den Vorjahren», erklärt Sicher. Am grössten sei der Boom in Freiburg, Graubünden, Bern sowie in Ob- und Nidwalden.

Sicher geht davon aus, dass der Trend auch nach der Pandemie anhalten werde – wenn auch nicht auf diesem Rekordniveau. Naturnahe Erlebnisse sind in den letzten Jahren generell im Trend. Eine Beobachtung, die auch Freizeitforscher machen.

Hochwasser gefährden den Fischbestand

Doch gibt es überhaupt genug Fische für so viele Fischer? Fakt ist, dass die Natur diesen Sommer Kapriolen schlägt – und Hochwasser haben drastische Folgen für den Fischbestand.

Jüngere Fische werden bei Hochwasser durch Geröll getötet oder verletzt.
Autor: Philipp Sicher

«Die grösseren Fische können sich bei Hochwasser zwar anpassen und sich zurückziehen», erklärt Sicher. Anders sehe es bei den jüngeren, unerfahrenen Fischen aus. «Sie werden durch das Getriebe weggetrieben und durch das Geröll getötet oder verletzt.»

Legende: Philipp Sicher (hier 2018 an der Seite von GLP-Nationalrat Thomas Weibel) macht sich Sorgen um den Fischbestand in der Schweiz. Keystone

In der Alpenregion geht der aktuelle Fischbestand wegen den vielen Niederschlägen stark zurück. Wegen des Klimawandels und den damit verbundenen Winter-Hochwassern haben sich die Lebensbedingungen für die jungen Fische zudem schon zuvor stark erschwert.

Der Geschäftsführer des Fischerei-Verbandes hofft jetzt, dass das Hochwasser im nächsten Jahr Pause macht, damit sich der Fischbestand wieder erholen kann.
                

HeuteMorgen, 03.08.2021, 06:00 Uhr.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Florian Moser (Floflo) Wasserkraftwerke: Entgegen bisherigen Annahmen wurden nicht nur die Aale, sondern fast alle Fischarten geschädigt. Tausende Fische sterben jedes Jahr den Turbinentod. Klimakrise und Überfischung geben den heimischen Fischen den Rest. Die Situation der Fische in der Schweiz ist kritisch. Unsere Fischbestände müssen mehr geschont werden, wer weiss schon was mit dem Klimawandel noch kommt. errinnern wir uns an das Jahr 2003 - Flüsse ausgetrocknet - grosses Fischsterben.
    1. Antwort von Florian Moser  (Floflo)
      Auch an Sie, Herr Keller, schauen Sie bitte die Einstein-Sendung "Der Rhein – wie gefährdet ist das Ökosystem?", und dann überlegen Sie nochmal, wo man vielleicht ansetzen sollte. Vielleicht bei den Kläranlagen, die tagtäglich die Flüsse verschmutzen? Vielleicht bei den WKW (Pumpspeicher) die Schwall und Sunk verursachen? Bei den Billigkleidern aus nahost die Mikroplastik abgeben beim Waschen? Bei den Tonnen an Medikamenten die im Wasser verschwinden? Oder wirklich bei den Fischern?
  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    "Wegen des Klimawandels und den damit verbundenen Winter-Hochwassern haben sich die Lebensbedingungen für die jungen Fische zudem schon zuvor stark erschwert."

    Also wenn ich es richtig verstehe, soll es derzeit ein vollständiges Fangverbot geben, bis die Hochwassersituation und die Auswirkungen des Klimawandels nachgelassen haben.
    1. Antwort von Florian Moser  (Floflo)
      Die Auswirkungen des Klimawandels werden nicht nachlassen, Herr Meier.
      Und das Hochwasser vom Juli war kein Winter-Hochwasser. Damit ist gemeint dass selbst im Winter viel Wasser aus den Bergen kommt weils wärmer ist. Und nicht lokale, zeitlich mehr oder weniger begrenzte Wetterkapriolen und Regen wie im Juli.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Überfischung - die Meere brauchen Erholung. Fische, Makrele, Thunfisch oder Schildkröten: Die biologische Vielfalt in den Weltmeeren nimmt dramatisch ab. Schuld ist der Mensch. Wie sieht es aus in unseren Gewässern? Immer mehr Angler – doch der Klimawandel bedroht auch unseren Fischbestand. Wäre an der Zeit auch unsere Fischbestände zu schonen. Immer mehr Fischereipatente abzugeben ist fahrlässig. Für viele Fische sind Kraftwerke eine Todesfalle und der Aal vom Aussterben bedroht.
    1. Antwort von Florian Moser  (Floflo)
      Sie werfen hier viele Probleme in den Raum. Schauen Sie doch bitte die Einstein-Sendung "Der Rhein – wie gefährdet ist das Ökosystem?", Sie werden feststellen dass Mikroplastik, Wasserkraftwerke, invasive Arten und Kanalisierungen die grössten Probleme sind. Und Sie wollen alles retten indem Sie weniger Patente verkaufen? Sie machen sich das ziemlich einfach.
    2. Antwort von Patrick Salonen  (Patrick Salonen)
      @Keller: Bitte vergessen Sie nicht, dass ein Teil der Patent-Gebühren in Renaturierungs-Projekte und Hege-Beiträge fliessen. Ohne diese Einnahmen ist den Fischen auch nicht geholfen. Glücklicherweise fischen die meisten Wochenend-Fischer an den Seen, welche entweder starken Besatz haben oder aber auf Fischarten wie Egli (Flussbarsch) welche nicht vom Aussterben bedroht sind. Somit sind es im Normalfall nicht unbedingt die Fischer, welche die Fische ausrotten. Eher die Wasserkraft-Lobby...