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Interview zum Tag mit Philipp Matthias Bregy, Fraktionschef «Die Mitte»
Aus News-Clip vom 31.05.2021.
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Fraktionschef im Interview Paktiert die «Mitte» jetzt mit FDP und SVP, Herr Bregy?

Den wichtigsten Posten im Parlament hat, wer die «Mitte»-Fraktion präsidiert – das wird oft gesagt. Weil man dann das Zünglein an der Waage spielen kann, mal nach links, mal nach rechts. Vor zehn Tagen wurde dieser Job neu besetzt: mit Philipp Matthias Bregy. Er ist Nationalrat aus dem Wallis und politisiert ganz am rechten Rand der «Mitte»-Fraktion.

Philipp Matthias Bregy

Philipp Matthias Bregy

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Bregy hat Jahrgang 1978, er ist Rechtsanwalt. Seit 2019 sitzt er im Nationalrat. Er übernahm den Sitz seiner Parteikollegin Viola Amherd. Im April 2021 wurde Bregy zum Mitte-Fraktionspräsident gewählt.

SRF News: Herr Bregy, Sie sind von allen «Mitte»-Fraktionsmitgliedern der Zweit-Rechteste, der Zweit-Konservativste. Heisst das also: Ab jetzt paktiert die «Mitte» mit der FDP und der SVP?

Philipp Matthias Bregy: Absolut nicht. Ich hatte immer meine klare politische Haltung in diesem Parlament. Aber als Fraktionschef habe ich ein grosses Ziel: Diese Fraktion zu einen und klare Positionen und manchmal auch Ecken und Kanten zu entwickeln. Es ist gut, Brückenbauer zu sein, aber von Zeit zu Zeit darf man auch Kante zeigen und gewinnt vielleicht in der Niederlage mehr als mit einem Sieg.

Als Fraktionschef habe ich ein grosses Ziel: Diese Fraktion zu einen und klare Positionen und manchmal auch Ecken und Kanten zu entwickeln.
Autor: Philipp Matthias BregyFraktionspräsident «Die Mitte»

Die «Mitte» soll Mehrheiten schaffen und konstruktiven Lösungen zum Durchbruch verhelfen, haben Sie in einem Interview gesagt. Was heisst das jetzt zum Beispiel für das Rahmenabkommen?

Wir haben 2019 in Locarno vier Forderungen gestellt, an dieser Position haben wir festgehalten, und der Bundesrat ist in der Zwischenzeit zur gleichen Überzeugung gelangt, dass man das Rahmenabkommen so, wie es vorliegt, nicht unterzeichnen kann. Trotzdem brauchen wir gute Beziehungen zur Europäischen Union. Aus Sicht der «Mitte» ist klar: Der Bundesrat soll analysieren, wie man die Verhandlungen neu in Gang bringt. Wir finden, jetzt ist bei den politischen Parteien etwas Zurückhaltung angesagt, man sollte nicht schon gefestigte Positionen einbringen. Es muss jetzt einen konstruktiven Dialog geben, damit wir das Verhältnis zur EU nicht zur Explosion bringen.

Das tönt jetzt aber nicht nach Ecken und Kanten. Das tönt nach abgeschliffener Mitte.

Das Rahmenabkommen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein Thema, wo man Ecken und Kanten zeigen sollte. Denn wir steigen in neue Verhandlungen ein, das braucht Konsens von allen Seiten, von der EU, von der Schweiz, von allen politischen Parteien.

Beim Rahmenabkommen steigen wir in neue Verhandlungen ein, das braucht Konsens von allen Seiten, von der EU, von der Schweiz, von allen politischen Parteien.
Autor: Philipp Matthias Bregy.Fraktionspräsident «Die Mitte»

Ich gebe Ihnen ein paar aktuelle politische Fragen vor. Sie können mit Ja oder Nein antworten.

Ehe für alle?

Ich persönlich werde Nein stimmen, die Fraktion Ja.

Soll es eine Impfpflicht für Corona-Impfungen geben?

Nein.

Soll der Bundesrat die besondere Lage so schnell wie möglich beenden?

Nein.

Sind Sie für das CO2-Gesetz?

Ja.

Befürworten Sie grössere Transparenz bei der Finanzierung von Parteien und Abstimmungskampagnen?

Ja.

Sind Sie dafür, dass das Rentenalter der Frauen auf 65 erhöht wird?

Ja.

Mit welchen Kompensationen?

Das ist der entscheidende Punkt. Die Sozialkommission des Nationalrats schlägt uns eine Variante mit sechs Übergangsjahrgängen vor, wir waren im Ständerat für neun Jahre. Unsere Fraktion bevorzugt eine längere Übergangsdauer, da sind wir noch in Detailabklärungen, die wir morgen in der Fraktion diskutieren werden. Uns ist wichtig, dass die Frauen, die betroffen sind, gute Kompensationen bekommen, und zwar während länger als sechs Jahren.

Das Interview führte Urs Leuthard.

Tagesschau, 31.5.21, 18 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Ernesto Walter  (Inchalla)
    Je nachdem wie stark der Wind von rechts weht .. ist dann die Mitte
    Diese windige Partei macht sich überflüssig ... da kann man gleich das Orginal die rechtskonservative Bauernpartei wählen .
    Verzerrt nur die Machtverhältnisse im Bundesrat Mitte raus Grüne rein...
  • Kommentar von Martin Zeller  (MarZell)
    Warum nicht 1 oder 2 Monate pro Kalenderjahr das Referenzalter erhöhen. Merkt kaum jemand und nach 6-12 Jahren wären die Frauen bei 65 oder beide Geschechter bei 66, Man könnte das mit einer angemessenen Abgabe unterstützen. Die Renten allerdings werden für 10 Jahre eingefroren. Warum kriegen AHV Bezüger mehr Rente in einer Pandemie? So geschehen auf 1.1.2021?
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Wenn «Die Mitte» aber alles ist – mal rechts, dann links, hie und da relativ föderalistisch, dort relativ zentralistisch, hier ziemlich rechts, dort ziemlich links, oft betont konservativ, oft betont progressiv, ab und zu recht rechts, hin und wieder recht links und innerlich meist gespalten –, dann heisst dies: Sie ist unpolitisch, opportunistisch, schwach, ideenlos, charakterlos, bedeutungslos. Sie hat sich von der realen Politwelt verabschiedet, vertritt niemanden und nichts mehr.
    1. Antwort von Max Oppliger  (titamax)
      Man nennt das differenziertes Denken und Handeln, möglichst ohne ideologische Fixierung. Das gefällt den Anhängern der Polparteien und den Denkfaulen natürlich nicht.
    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A.S. Mitte Partei verstehe ich eine Partei die flexibel reagieren soll, je nach Position dementsprechend verhält, darum Mitte. Somit ist sie nicht eine Festgefahrene Ideologie, sondern eher auf flexibler Basis auf gebaut. Es gibt ja 2 stark dominierende Parteien, die sich kaum, oder nie einigen können, somit verkörpert die Mitte den gewissen Ausgleich bei gewissen Themen. Also einmal mehr Rechts, das andere mal mehr links, wo beide starken Parteien, je nach dem sich dann eher betupft fühlen.