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Planungsunsicherheit bei den Gemüseproduzenten
Aus HeuteMorgen vom 01.05.2020.
abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
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Freiwillige Erntehelfer «Viele haben Mühe mit dieser Art von Arbeit»

Im Tessin fehlen die ausländischen Erntehelfer. Kurzfristig einspringende lokale Helfer springen auch schnell wieder ab, sagt ein Gemüseproduzent.

Auf Tessiner Feldern wollen derzeit Tausende von Salatköpfen, Tonnen von Spargeln und bald auch Erdbeeren geerntet werden. Marco Bassi ist einer der grössten Tessiner Gemüseproduzenten und zudem Präsident der Tessiner Gemüseproduzenten. Er ist froh, mithilfe von Jobbörsen und Aufrufen gerade noch rechtzeitig genügend Personal gefunden zu haben.

Aber er sagt auch: «Viele haben Mühe mit dieser Art von Arbeit. Ich kann Ihnen ein Beispiel geben. Wenn es regnet, erhalte ich sofort Anrufe von Arbeitern die wissen wollen, ob sie jetzt auch im Regen arbeiten müssen. Meine Antwort: Ich kann Coop und Migros nicht sagen, wir liefern nicht, weil es geregnet hat.»

Die Feldarbeit romantisiert

Viele machten sich eine falsche, zu romantische Vorstellung von der Feldarbeit, sagt Bassi. Er habe viele Zusagen von Menschen erhalten, die bei ihm arbeiten wollen, zum Beispiel, weil ihr Betrieb Kurzarbeit angemeldet habe. «Wir haben viele, die kommen, die dann aber schon am Mittag sagen: Ich habe nicht gewusst, dass das eine solch harte Arbeit ist. Ich habe Rückenschmerzen.»

Viele hätten schnell keine Lust mehr. Die Hälfte der neuen lokalen Erntehelfer schmeissen nach kurzer Zeit auf dem Feld das Handtuch – wenn nicht nach einem halben Tag, dann spätestens nach drei Tagen in Folge. Dementsprechend schwierig sei es auch, Einsatzpläne für das Wochenende zu erstellen. Es sei praktisch unmöglich, Arbeitspläne zu machen, sagt Bassi.

Auf der anderen Seite des Gotthards kennt man die Erfahrungen des Tessiner Gemüseproduzenten gut. Beim Bauernverband heisst es darum, man habe die Schichten angepasst. So gäbe es zum Beispiel für die neuen lokalen Erntehelfer kürzere Schichten.

Heute Morgen, 1.5.2020, 6:00 Uhr

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Was spricht dagegen, bei einer Erwerbslosen-Quote von gegen 5% >bfs 2018, gesunde, kräftige EL u.natürlich auch Migranten+Flüchtlinge zu solcher Arbeit aufzubieten? Die Asylstatistik 2017 belegte: von 64'791 erwerbsberechtigten/-fähigen Personen mit Ausweis F/B/N gingen 12'585 zur Arbeit. Dies widerspiegelte das nat.Arbeitsintegrationsprojekt 2015/16 (SRF), als Bauern für 3200/Mt Stellen anboten. Es meldeten sich 6. Begründung: Ungewohnte Arbeit, die idR in der Heimat von Frauen erledigt wird.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Das ungeübte Erntehelfer schnell Rückenschmerzen mit stundenlangem Bücken haben ist verständlich. Es ist ein Knochenjob. Hochbeete wären idealer - geht aber auf einem Feld nicht. Das RAV soll Arbeitslose dafür verpflichten und einen zusätzlichen Bonus zahlen. Ich wünsche allen Gemüseproduzenten, dass sie genügend Leute finden für diese Erntearbeiten und uns weiterhin gesundes Gemüse liefern können. Ein Danke an alle, die das bereits tun.
    1. Antwort von Richard Limahcer  (Limi)
      Es gibt einen besseren Weg als Zwang. Faire Preise an der Kasse und das Problem löst sich.
  • Kommentar von Konrad Schläpfer  (Koni)
    Mein direkter Vorschlag, die jungen Sozialhilfebezüger aus Eritrea zur Feldarbeit heranziehen.
    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      dieses Projekt ist vor ca. 2 Jahren kläglich gescheitert............
    2. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Prima, dann können sie zusammen mit den jungen Sozialehilfeempfängern aus der Schweiz auf den Feldern. Sie sollten dann aber auch anständig bezahlt werden. Die jungen Leute haben mit Sicherheit mehr Durchhaltevermögen als viele Schweizer.