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Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga: «There is no more ‹English only› in this country.»
Aus News-Clip vom 05.12.2019.
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Funken im Sprachenmix erlaubt Hello Tower, bitte um Landeerlaubnis!

  • Hobbypiloten in der Schweiz dürfen bei Sichtflug auf Regionalflugplätze auch wieder in ortsüblicher Landessprache funken und müssen nicht obligatorisch den englischen Fachjargon anwenden.
  • Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat die noch junge Sicherheitsregelung im Luftfahrtgesetz wieder gestrichen.
  • Der Widerstand gegen das Englisch-Diktat kam primär vom Flugplatz Sitten und vom Aero-Club mit seinen 23’000 Mitgliedern.

Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga bedauerte am Donnerstag in der kleinen Kammer, dass aus der Sicherheitsfrage eine Sprachenfrage geworden sei. Bereits im Herbst hatte sie im Nationalrat vergeblich dafür plädiert, den gefährlichen Sprachenmix zu vermeiden und die 50 bis 100 Wörter im englischen Fachjargon zu lernen.

Hans Wicki: Regelung ist «unlogisch»

Doch auch im Ständerat biss die Verkehrsministerin auf Granit. Englisch sei für die meisten Piloten nicht die Muttersprache, deshalb steige die Sicherheit mit «English only» nicht, erklärte Hans Wicki (FDP/NW) im Namen der Kommission. Auch sei es unlogisch, dass ein aus Frankreich anfliegender Pilot beim Landen in der Romandie Französisch sprechen dürfe, während der Pilot eines Flugzeugs aus der Schweiz Englisch sprechen müsse, so Wicki.

Sommaruga: In Sitten offenbar nicht möglich

«Etwas merkwürdig» sei diese Aufregung, die jetzt entstanden sei, sagte Sommaruga. Denn die «English only»-Regelung sei auf den Regionalflughäfen Buochs, Bern, St. Gallen, Grenchen und Samedan ohne irgendwelche Probleme bereits umgesetzt worden. Auf dem Regionalflugplatz Sitten sei das offenbar nicht möglich.

Sie wehre sich aber nicht mehr dagegen, nachdem nun die einstimmige Kommission «die Möglichkeit haben will, dass zulasten der Sicherheit in Sitten wieder verschiedene Sprachen gesprochen werden können». Der Bundesreat werde nun die Verordnung im Luftfahrtgesetz aufheben: «There is no more ‹English only› in this country», schloss sie.

Die kurze Geschichte von «English only»

Seit Mitte Jahr gilt in der Schweiz für Hobby-Piloten mit und ohne Motor ausschliesslich die Funksprache Englisch. So hatte es das Parlament bei der Teilrevision des Luftfahrtgesetzes 2017 für den nicht gewerbsmässigen Sichtflug beschlossen – zur Verbesserung der Sicherheit gemäss internationalen Standards, denn ein Sprachenmix könnte zu gefährlichen Situationen führen.

Zuvor konnten die vielen Segel- und Ballonpiloten auch in ortsüblicher Landessprache kommunizieren, wenn sie einen der Regionalflughäfen ansteuerten. Mit dem neuen Regime mussten die Freizeitfliegerinnen und -flieger die englische Radiotelefonie-Ausbildung nachholen. Die entsprechende Lizenz besassen per Mitte Jahr bereits 96 Prozent der Piloten mit Motorflugausbildung, knapp 80 Prozent der Segelflieger und 55 Prozent der Ballonfahrer.

Mit dem Beschluss des Parlaments wird der Bundesrat die entsprechende Verordnung im Luftfahrtgesetz nun wieder aufheben.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Marco Meier  (Marco Meier)
    1. Hört ihr Journis mal auf, uns Privatpiloten (PPL) als «Hobby-Piloten» zu desavouieren. Eine PPL Lizenz hat entspricht heute den Anforderungen einer 3-jährigen Lehre inkl. Englisch FCE Niveau!
    2. Ich begrüsse Englisch only, da die Regelung eindeutig mehr Sicherheit bietet.
    3. Hört auf mit dem klima-motivierten Bashing gegen die Luftfahrt allgemein: Kein anderes Verkehrsmittel transportiert so viele Leute, so schnell, leise und flexibel ohne Biosphären zu zerschneiden wie das Flugzeug.
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  • Kommentar von Okihara Herbst  (Okihara Herbst)
    Wer in 21. Jahrhundert fliegt soll gleichzeitig auch Englisch können. Das gehört einfach dazu. Wer sich dagegen äussert hat offenbar keine Ahnung vom Fliegen.
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    1. Antwort von Okihara Herbst  (Okihara Herbst)
      Umgekehrt: Wer mindestens 50 bis 100 Fremdwörter nicht lernen kann, sollte aus Sicherheit auch nicht fliegen. Niemand ausser deutschsprachigen Piloten würden "Gegenanflug" oder "Queranflug" verstehen. Das allein sorgt für Unklarheit beim Einflug. Upwind, Crosswind, Downwind, Base und Final, z. B., sind eindeutige Stichwörter, universell und lassen sich einfach aussprechen.
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    2. Antwort von Paul Moser  (PaulM)
      @Okihara Herbst - Offenbar hat man ja aus Sion reklamiert, also wollen die Romands immer noch französisch statt englisch funken. Auf dem internationalen Flughafen GVA Genf ist offiziell neben Englisch auch immer noch Französisch akzeptiert.
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    3. Antwort von Okihara Herbst  (Okihara Herbst)
      @Paul Moser : Ausserdem besteht der POH aus mehr als 100 verschiedenen Englisch Wörter. Ich würde mir Sorge machen, wenn diese Piloten das operatives Pilotenhandbuch nicht verstanden gründlich haben/können!
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  • Kommentar von Werner Meyer  (HaWe)
    Haben Frau Sommaruga und/oder die Leute vom BAZL auch die Flugverkehrsleiter um ihre Meinung gefragt? Wenn ja, wie lautet diese? Deren Meinung - lies Verantwortung - ist das wichtigste Element in diesem "Geschäft" . Mit mehr als dreissig Jahren Erfahrung als FVL nimmt mich das wunder. Wenn NEIN, warum dann NICHT?
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