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Schweiz Fussball schauen statt Blut spenden: Das schlägt auf die Reserve

In Schweizer Spitälern wird das Blut knapp – und dies ungewöhnlich früh. Während der Sommerferien kommt es zwar regelmässig zu Engpässen bei der Blutversorgung. Aber dieses Jahr herrscht bei einigen Blutgruppen schon einen Monat früher Notstand. (Mit-)Schuld ist die Fussball-WM.

Legende:
Blutverbrauch in der Schweiz Die Grafik zeigt den Verbrauch der so genannten Erythrozytenkonzentrate (rote Blutkörperchen). Dieser Teil des Blutes wird in Operationssälen verwendet, wenn Patienten auf fremdes Blut angewiesen sind. Markant ist der Rückgang beim Verbrauch im Jahr 2013. Schweizerisches Rotes Kreuz

Laue Junitage und heisse Fussballspiele: Für viele ist das ein perfekter Sommerbeginn. Für den Direktor von Blutspende Schweiz ist es aber ein Problem: «Wir haben vor acht Jahren bereits gesehen, dass diese Kombination – schöner, warmer Juni und Weltmeisterschaft – dazu führt, dass die Spenderinnen und Spender keine Zeit finden, zu uns zu kommen», klagt Rudolf Schwabe.

Spender mit negativem Rhesusfaktor gefragt

Rund 1200 Blutspenden brauche es in der Schweiz pro Tag. Und zwar regelmässig, denn die Konserven seien nur sehr beschränkt haltbar. Bereits zeichneten sich erste Engpässe ab: «Wir haben vor allem bei den Blutgruppen, die Rhesus-negativ sind, eine deutliche Unterschreitung unseres Minimalbestandes.»

Ein Mann liegt auf einer Pritsche und spendet Blut. Er hat eine Nadel im Arm und einen Gummiball in der Hand.
Legende: Die Blutspendefreudigkeit sinkt bei Grossanlässen wie der Fussball-WM. Keystone

Die Spitäler müssten sich Notszenarien überlegen, so Schwabe weiter. «Zuerst würde man planbare Operationen hinausschieben. In einem nächsten Schritt würden selbst Notoperationen mit zu wenig Blut durchgeführt. Diese Situation konnten wir in den vergangenen Jahren stets vermeiden.»

Besserung naht mit Ende der WM

Ob das auch dieses Jahr gelingt, ist offen. Mit Werbefilmen bei Public Viewings will das Schweizerische Rote Kreuz die Blutspendefreudigkeit erhöhen: «Wir erwarten selbstverständlich nicht, dass die Leute gerade während eines Schweiz-Matches in Scharen zu uns kommen. Aber es bleibt ja noch einige Zeit neben den Spielen.»

Und bald ist die WM sowieso vorbei – zum Kummer der Fussball-Fans, aber zur Erleichterung des Blutspende-Dienstes.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wie wäre es, wenn in den Blutspendezentralen Grossleinwände installiert, also diese ebenfalls zu Public Viewings umgerüstet würden? Ui, dann kämen die Bluspender in Scharen und könnten liegend die Matchs geniessen, und es füllten sich Säckli um Säckli.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Zelger: Völlig richtig. So gesehen ist das Gejammer des Roten Kreuzes billig. Keine Phantasie, die Truppe!
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Aber das Rote Kreuz erklärte vor ein paar Monaten, genug Blut zu haben, Spendeorte werden geschlossen, wegen zwei Aspirin darf ich nicht Blut spenden (früher war ich wegen meiner Blutgruppe "Null negativ" gefragt), ja dann müssen die Spitäler nicht erstaunt sein, wenn weniger spenden. Ich hatte das immer gerne gemacht, hatte über 50 mal gespendet. Aber eben: Nachdem ich hörte, man braucht kein Blut mehr und nachdem ich wegen zwei Aspirins wieder nach Hause musste, habe ich's aufgegeben....
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    1. Antwort von Astrid Ender, Zürich
      Sehr geehrter Herr Rösli, wegen 2 Tabletten Aspirin wird niemand zurückgewiesen, ausser er hätte auch noch Fieber gehabt oder oder oder. Geben Sie dem Blutspendedienst eine zweite Chance und kommen Sie nochmals vorbei. Besten Dank.
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  • Kommentar von Rudolf Wilhelm, Altkirch
    Solange das Rote Kreuz einen schwunghaften Handel mit gespendetem Blut betreibt und die Spender dabei mit einem Apfel und einem Ei abgespeist werden, denke ich nicht im Schlaf daran, auch nur einen weiteren Tropfen Blut zu spenden. Das Rote Kreuz kann sich bei mir melden, wenn es mir ein ernsthaftes Angebot für meinen Saft der Blutgruppe A negativ macht.
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    1. Antwort von Rahel Ganarin, Wohlen
      Herr Wilhelm, Sie sind sich schon bewusst, dass es heisst "Blut SPENDEN", und nicht "Blut verkaufen"? Das Schöne am Spenden ist ja, dass man es unentgeltlich tut; wenn die Spendeorganisation dem Spender dann als Dank eine Stärkung mit auf den Weg gibt, kann man da ja eigentlich nicht meckern. Im Nachhinein fehlt einem der gut halbe Liter Blut ja nicht.
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