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Flixbus-Chauffeur surft beim Fahren auf dem Handy
Aus Kassensturz vom 21.01.2020.
abspielen. Laufzeit 7 Minuten 48 Sekunden.
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Gefährliche Bus-Reise Flixbus-Chauffeur telefoniert und surft während der Fahrt

  • Ein Flixbus-Chauffeur telefoniert während der Fahrt mehrmals und lange mit dem Handy am Ohr und liest sogar Sprachnachrichten.
  • Fotos und Videos solcher Vorfälle sorgen immer wieder für Schlagzeilen.
  • Flixbus kann fehlbare Fahrerinnen und Fahrer nicht entlassen. Das Unternehmen stellt keine Chauffeure an, sondern beauftragt Subunternehmen mit den Fahrten.
  • Man gehe solchen Hinweisen aber konsequent nach, sagt Flixbus. Betroffene Fahrer würden abgemahnt oder gesperrt.

Katrin L. reiste im Sommer mit Flixbus von Zürich nach Florenz. Dabei ging einiges schief. Der Bus hätte eine halbe Stunde vor Mitternacht abfahren sollen.

Stundenlanges Warten auf den Bus

Aber: «Der Bus kam nicht. Ich wartete bis in die frühen Morgenstunden.» Flixbus hält sie mit SMS-Nachrichten hin. Ihr Bus habe «ca. 10 bis 20 Minuten Verspätung». Die erste SMS erhält sie um 23.44 Uhr, die letzte um 3.27 Uhr.

sms auf Handy
Legende: Vier Verspätungs-Benachrichtigungen schickt Flixbus Katrin L.. Die letzten beiden um 2.13 Uhr und um 3.27 Uhr. SRF

Chauffeur verweigert Quittung, Bus fährt vor der Nase ab

Schliesslich kann sie mit weiteren wartenden Passagieren in einem anderen Flixbus bis Bologna mitfahren. Dort will sie auf den Flixbus nach Zürich umsteigen. Doch der Bus fährt ihr vor der Nase davon.

Um fünf Uhr morgens strandet sie erneut, erwischt später aber einen Bus nach Mailand. Dort besteigt sie gegen Mittag endlich den Flixbus nach Zürich. Allerdings hat der Bus eine Motorpanne, schildert Kathrin L. in der Sendung «Kassensturz»: «Er stotterte und tuckerte. Wir fuhren so sehr lange und kilometerweit auf dem Pannenstreifen.»

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Katrin L. über die technischen Probleme.
Aus Kassensturz vom 21.01.2020.
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Fahrer telefoniert und surft während der Fahrt

Erst als sie dem Chauffeur mit der Polizei droht, fährt dieser eine Raststätte an und löst das Problem mit einigen Flaschen Kühlwasser. Doch von Entspannung keine Spur.

Denn der Fahrer hat dauernd das Handy am Ohr. «Er telefonierte wiederholt und minutenlang, las und schrieb Textnachrichten. Nicht nur im Kolonnenverkehr, sondern auch bei voller Fahrt.»

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Katrin L. hatte wegen des Verhaltens des Fahrers ein ungutes Gefühl.
Aus Kassensturz vom 21.01.2020.
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Videoaufnahmen zeigen, wie der Chauffeur in gefährlichen Situationen mit dem Handy am Ohr den Bus steuert: Sowohl in Tunnels wie auch in Baustellen-Bereichen mit verengter Spur und viel Verkehr. Katrin L. fordert ihn auf, das Handy wegzulegen. «Er lachte mich nur aus und beschimpfte mich.»

Er telefonierte wiederholt und minutenlang, las und schrieb Textnachrichten. Nicht nur im Kolonnenverkehr, sondern auch bei voller Fahrt.
Autor: Katrin L.Passagierin

Katrin L. kommt schliesslich gegen 19 Uhr geschafft in Zürich an, elf Stunden später als geplant. Auf Reisen mit Flixbus verzichtet sie in Zukunft.

Zum Vorfall schreibt Flixbus: «Laut unserer Aufzeichnung hat der Bus mit einer Verspätung von 25 Minuten in Florenz gehalten und auch Fahrgäste mitgenommen.» Einen Beleg dafür könne man aber nicht mehr vorlegen.

Immer wieder: Flixbus-Chauffeure mit Handy am Steuer

Fotos und Videos von telefonierenden Flixbus-Fahrerinnen und -Fahrern sorgen immer wieder für Schlagzeilen. «Kassensturz» berichtete bereits 2016 über einen solchen Vorfall. Flixbus-Co-Gründer André Schwämmlein erklärte damals, solche Vorfälle seien «nicht akzeptabel». Trotzdem kommt es immer wieder dazu. Hat Flixbus zu wenig Kontrolle über seine Fahrer? Denn Flixbus kann fehlbare Fahrerinnen und Fahrer gar nicht entlassen. Das Unternehmen stellt sie nicht an, sondern beauftragt Subunternehmer.

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Flixbus-Mediensprecher Martin Mangiapia nimmt im Interview mit «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer Stellung zu den Vorwürfen.
Aus Kassensturz vom 21.01.2020.
abspielen. Laufzeit 5 Minuten 12 Sekunden.

Zum aktuellen Fall schreibt Flixbus, Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen würden keinesfalls toleriert. «Der Fahrer wurde von uns abgemahnt. Inzwischen haben wir die Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Buspartner beendet, so dass weder das Unternehmen noch seine Fahrer weiter für Flixbus fahren werden.»

Schriftliche Stellungnahme Flixbus

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Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen werden von uns keinesfalls toleriert und wir gehen jedem Hinweis darauf konsequent nach. Nach Prüfung und Verifizierung von sicherheitsrelevantem Fehlverhalten werden entsprechende Massnahmen eingeleitet. Diese können von einer Abmahnung bis hin zu einer Sperrung des Fahrers gehen. Wir verpflichten jeden Buspartner vertraglich zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (…) und weiteren Vorschriften. Dies betrifft natürlich auch die Nutzung des Handys im Berufsalltag der Fernbusfahrer auch zu deren eigenen Sicherheit. In regelmässigen Fahrerschulungen trainieren wir deshalb nicht nur auf Service-, sondern insbesondere auch auf Sicherheitsaspekte, sodass alle für FlixBus eingesetzten Fahrer bestens auf ihren Einsatz vorbereitet sind.

Regelmässige Kontrollen durch unabhängige Institute, aber auch unsere internen Kontrollen durch Mystery Checks zeigen, dass es sich bei Verstössen wie diesem um Einzelfälle handelt. Dennoch nehmen wir jeden Hinweis auf Fehlverhalten selbstverständlich sehr ernst und gehen diesen konsequent und umfassend nach. Der Fernbus zählt, u.a. laut ADAC, zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Das zeigt, dass unsere Kontrollmechanismen wirksam sind.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von René Rätzer  (René Rätzer)
    Es sind nicht nur die Flixbusfahrer die am Händy hängen. Ich sehe das täglich in Luzern am Bahnhof und Schwanenplatz.
  • Kommentar von Doris Wüthrich  (wudo)
    Wegen Versp. der Bahn DB-Bus in München weg. Letzte Chance für meinen Freund, mit Flixbus nach Zürich. Fahrer schickt ihn an den Schalter für Billett. Am Schalter wird er angemotzt: Wir haben geschlossen! Wieder unten beim Fahrer. Er nimmt Personalien auf, Bestätigung komme per Email direkt von Flixbus, kassiert 59 Euro ein! Später div. Anfragen/ Schilderungen bei Flixbus, wann Bestätigung komme, immer die gleiche Antwort: Person ist nicht im System. Nichts von Fahrer hat sich pers, bereichert!
  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Wundert mich kein bisschen. Die Strafen sind zu lasch. Habe auf einer D-Autobahn beim Überholen eines Sattelschleppers mal gesehen, wie der Fahrer eine grosse Tageszeitung über seinem Lenkrad ausgebreitet hatte und darin las. Mit 40 Tonnen im Rücken oder 50 Personen in der Verantwortung gehören solche Fahrer aus dem Verkehr gezogen.
    1. Antwort von Paddy Hinder  (P.Hinder)
      Ja da gebe ich Ihnen Recht. Doch machen Sie sich mal Gedanken. Denken Sie wirklich das kein Lokomotivführer mal sein Handy zückt!?
      Oder wenn ein Fahrradfahrer mit Kopfhörer unterwegs ist, oder Eltern am Handy noch einen Kinderwagen schieben. Alle gefährden sich und andere!
      Nicht falsch verstehen, ich bin Ihrer Meinung. Doch der Satz vom Chef der Flixbus bringts auf den Punkt: Am Ende sitzt noch der Mensch!