Zum Inhalt springen

Header

Audio
Konsumentenschutz verlangt zuverlässige Postomaten
Aus Espresso vom 05.03.2021.
abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.
Inhalt

Gegen Abschaffung Konsumentenschutz kämpft für Einzahlungs-Postomaten

Auf Ende Juli schafft Postfinance die Postomaten mit Einzahlfunktion ab. Der Konsumentenschutz leistet Widerstand.

Die Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, Sara Stalder, nennt die Abschaffung der Einzahlungs-Postomaten «einen Rückschritt» und ein No-Go. Die Schliessung gehe zulasten der Konsumierenden und der KMU. Bareinzahlungen seien eine essenzielle Dienstleistung im gesetzlichen Grundversorgungsauftrag. Und heutzutage müsse diese auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Poststellen zur Verfügung stehen.

Wir wollen, dass Postfinance eine neue Version von Einzahlungsautomaten lanciert. Automaten, die zuverlässig funktionieren.
Autor: Sara StalderKonsumentenschutz

Konsumentenschutz verlangt zuverlässige Automaten

Die Forderung des Konsumentenschutzes: «Wir wollen, dass Postfinance eine neue Version von Einzahlungsautomaten lanciert. Automaten, die zuverlässig funktionieren.» Sollte Postfinance dabei Probleme haben, könne sie sich bei den Banken erkundigen.

Im Gegensatz zu Postfinance halten verschiedene Banken nämlich an Bankomaten mit Einzahlungsfunktion fest. Teilweise verlangen sie für diese Dienstleistung aber Gebühren. Bei Raiffeisen sind dies neu immerhin drei Prozent der eingezahlten Summe. Raiffeisen will das Angebot an Einzahlungs-Bankomaten weiter ausbauen. Das sei ein Kundenbedürfnis.

Postfinance sagt das Gegenteil. Ihre Einzahlungs-Automaten würden immer weniger genutzt. Der Konsumentenschutz mutmasst, dass dies weniger mit der Dienstleistung an sich zu tun hat, als mit der mangelnden Zuverlässigkeit der Geräte.

«Vernichtendes Resultat» bei Postomaten-Stichprobe

Aufgrund von Rückmeldungen von Konsumierenden hat der Konsumentenschutz bei acht der insgesamt 40 Postomaten mit Einzahlungsfunktion eine Stichprobe gemacht. Sechs der acht Geräte funktionierten gar nicht oder nur eingeschränkt. Sara Stalder spricht gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» von einem «vernichtenden Resultat». Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Testergebnisse Stichprobe Postomaten
Legende: Test Postomaten: Der Konsumentenschutz hat im Februar 2021 eine Stichprobe bei 8 von rund 40 Postomaten mit Einzahlfunktion (Münz und Noten CHF) durchgeführt. Konsumentenschutz

Sara Stalder bezweifelt jedoch, dass Postfinance hier etwas unternehmen wird. Sie vermutet: «Postfinance und Post wollen gar nicht mehr, dass die Leute mit Bargeld unterwegs sind und dieses einfach einzahlen können.» Man wolle, dass die Kundschaft online unterwegs sei. «Bargeld muss jedoch ein gleichberechtigtes Zahlungsmittel bleiben», findet die Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes.

Einerseits will Postfinance die Kundschaft für Bareinzahlungen wieder ganz von Postschaltern und deren Öffnungszeiten abhängig machen. Andererseits baut die Post laufend Poststellen ab und versucht die Kundschaft aus ihren Schalterhallen zu bringen. «Mit der Begründung, es gebe andere Zugangspunkte. Genauso ein Zugangspunkt wird nun aber abgeschafft», ärgert sich Sara Stalder. Das sei abstrus.

Postfinance schweigt

«Espresso» wollte von Postfinance eine Stellungnahme zur Forderung, dass die Postomaten mit Einzahlungsfunktion erhalten bleiben sollen. Ebenso eine Reaktion auf das Resultat der Stichprobe des Konsumentenschutzes und dessen Kritik. Postfinance wollte zu all diesen Punkten jedoch keine Stellung nehmen. Man habe sich gegenüber «Espresso» bereits früher zum Thema geäussert.

Dabei ging es jedoch weder um die Stichprobe noch um die Forderung und Kritik des Konsumentenschutzes.

Espresso, 05.03.2021, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von David López Garcia  (David López)
    Finde es gut, dass der Konsumentenschutz dafür kämpft.

    Ich habe aber noch nie einen solchen Automaten genutzt, wenn ich was einzahlen wollte (etwa 10x im Leben) gehe ich an den Schalter.
  • Kommentar von Lilian Albis  (L.A.)
    Danke für diesen Bericht. Denn ich habe mir tatsächlich schon überlegt, von einer internationalen Grossbank zur Postfinace zu wechseln. Werde ich nun SICHER nicht tun, da ich Onlinebanking grundsätzlich verweigere und darum diese Einzahlungsautomaten regelmässig brauche.
  • Kommentar von Silvia Grossenbacher  (Siku)
    Tja und alles begann eigentlich damit, dass jeder ein Konto brauchte, damit Löhne, Renten usw ohne Bargeld getätigt werden konnten. Was als solches eigentlich sehr positiv daherkam, entpuppt sich je länger je mehr als Grundlage für immer mehr Gebühren.... und ein quer stellen ist noch nicht einmal mehr möglich, da eben alles über Konten läuft.
    1. Antwort von Sancho Brochella  (warum?)
      Das war mit der ersten Bank-Zahlkarte klar, dass das einmal alles Gebühren kosten wird. Erst alles gratis, dann die jährliche Gebühr. Der nächste Schritt, wenn Bargeld abgeschafft oder stark verdrängt wurde, ist die Gebühren auf Onlinekonten & Zahlungen, respektive das gibt es schon. Aber dann wird erhöht, weil es keine Alternativen mehr gibt. Es bräuchte eine staatlich geregelte und kostenlose Grundversorgung von digitalem Geld. Die schiere Existenz von Geld, darf selbiges nicht schon kosten.
    2. Antwort von Silvia Grossenbacher  (Siku)
      Sancho Brochella voll und ganz Ihrer Meinung!