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Legende: Audio Food Waste in der Landwirtschaft abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
03:39 min, aus Echo der Zeit vom 29.04.2019.
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Gegen Nahrungsverschwendung Sind wir Konsumenten zu heikel?

Viel mehr Lebensmittel sollen gegessen anstatt weggeworfen werden. Doch dieses Ziel zu erreichen, ist schwierig.

Jährlich landet knapp eine Viertel-Million Tonnen Lebensmittel aus der Landwirtschaft nicht auf unseren Tellern. Sie bleiben auf dem Feld liegen oder werden aussortiert, weil ihre Qualität nicht gefragt ist. Deshalb kommt eine Studie des Bundesamtes für Umwelt zum Schluss, dass 90 Prozent dieser Lebensmittelverluste vermeidbar wären.

Beim Bundesamt ist Michel Monteil für diese Studie verantwortlich. Er erläutert: «Es ist eine Tatsache, dass aufgrund unserer Definitionen diese Abfälle als vermeidbar gelten. Das zeigt sich auch daran, dass sie noch eingesetzt werden können, als Tierfutter, als Kompost oder als Bodenverbesserer.» Das sei aber sehr kostspieliger Kompost und sehr teures Tierfutter, so Monteil.

«Verluste bei den Konsumenten»

Diese hohen Verluste sind keine Überraschung für den Präsidenten des Bauernverbandes, Markus Ritter: «Der grösste Teil der Verluste passiert bei den Konsumenten. In der Landwirtschaft haben wir vor allem Verluste aufgrund von Qualitäten, die dem Handel nicht geliefert werden können.» Die Produkte seien zu gross, zu klein oder unförmig.

Für CVP-Nationalrat Ritter braucht es neue Ideen, wie diese hohen Verluste vermieden werden können. Er denkt über eine stärkere Sensibilisierung der Konsumenten nach, wünscht sich aber auch tolerantere Vorgaben für die Lebensmittel von Industrie und Detailhändlern. Mehr Gesetze aber lehnt er ab.

Halb so viel Verschwendung

Aufgrund der vorliegenden Studien will das Bundesamt für Umwelt nun Massnahmen ausarbeiten. Ziel ist ein Aktionsplan, wie ihn das Parlament im Frühling beschlossen hat. Übergeordnetes Ziel ist es nämlich, dass die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln bis 2030 pro Kopf halbiert werden kann. Dazu hat sich die Schweiz im Rahmen der UNO-Entwicklungsziele verpflichtet.

Monteil blickt in die nahe Zukunft: «Ein Teil der Massnahmen geht sicherlich in Richtung Sensibilisierung, um den Leuten zu zeigen, dass Lebensmittel sehr wertvoll sind.» Ein anderer Teil sei die Normierung der Anforderungen an Lebensmittel.

Dafür aber sollen die betroffenen Branchen einbezogen werden, schliesslich liegt es an ihnen sowie an den Konsumenten, ob und wie stark die Verschwendung von Lebensmitteln eingedämmt werden kann.

Legende: Video 2.6 Millionen Tonnen Lebensmittel werden weggeworfen abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.04.2019.
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30 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Ich werfe sehr selten Gemüse/Früchte weg. Passiert aber öfters beim Einkauf von Mandarinen, Erdbeeren, kaum einen Tag zu Hause sind sie bereits an viele Stellen grau. (Schimmel) Auch schon beim Salat passiert, innen faul. Das war auch bei genauerem Hinsehen bei Einkauf nicht ersichtlich.Ärgere mich auch darüber, dass ich es wegwerfen musste und auch noch zahlen musste dafür. Aber sonst kommt es bei gut überlegtem Einkauf nicht vor. Nur soviel einkaufen wie man wirklich braucht und dann aufesssen
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
    Unserer verwöhnten Gesellschaft gehört wieder einmal eine Krise ins Land und zwar so, dass der / die Einzelne wieder lernt die eigenen Kartoffeln zu schätzen. Da gäbe es allerdings ein Problem: Auf dem Sechseläutenplatz können keine Kartoffeln mehr gesetzt werden!
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  • Kommentar von werner zuercher (Werner Zuercher)
    Wir sind verwöhnt, heikel und überfressen! In den Einkaufscenter rümpft man die Nase über regionales, mit wenig Grauenergie behaftetes, aber wegen hoher Qualität teurerem. Man will sich weltoffen und globalisiert geben. Exotisches, um den Globus gekarrtes, oft dank Kinderarbeit oder moderner Sklaverei dreckbillig, dafür mit sehr viel Grauenergie behaftetes kaufen! Und es muss in Plastik sein! Das schlechte Gewissen schreit man sich dann einfach an der nächsten Klimademo lauthals von der Seele!
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