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2.6 Millionen Tonnen Lebensmittel werden weggeworfen
Aus Tagesschau vom 29.04.2019.
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Food Waste in der Schweiz Schweizer Haushalte werfen eine Million Tonnen Lebensmittel weg

  • Schweizer Haushalte produzieren jährlich eine Million Tonnen Lebensmittelabfälle (1'000'000'000 Kilogramm!), die Hälfte davon wäre vermeidbar.
  • Noch extremer sieht es in der Landwirtschaft aus: Dort könnten 90 Prozent der 225'000 Tonnen an Abfall vermieden werden.
  • Schweizweit fallen jährlich insgesamt 2.6 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste an.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat am Montag Zahlen aus fünf Studien zum Stand der Lebensmittelverschwendung in der Schweiz publiziert. Von der Million Tonnen Lebensmittelabfälle, die in Haushalten entstehen, werden 480'000 Tonnen im Kehricht entsorgt und danach verbrannt.

Als Gründe für den Food Waste sieht das Bafu die geringe Wertschätzung von Lebensmitteln durch die Bevölkerung sowie das fehlende Wissen über Haltbarkeit und Lagerung von Lebensmitteln. Pro Kopf könnte man die Abfallmenge um 60 Kilogramm reduzieren.

Detailhandel mit grösstem Anteil

Die 90 Prozent der landwirtschaftlichen Lebensmittelverluste werden durch geltende Industrienormen nachgelagerter Branchen, technische Bedingungen und unzweckmässige Lagerung verursacht. Die Abfälle werden überwiegend als Dünger oder Tierfutter verwendet.

In der Lebensmittelindustrie fallen Verluste von 950'000 Tonnen an. 715'000 Tonnen davon wären vermeidbar, wobei sich diese aus nicht geniessbaren Bestandteilen und Speiseresten ohne Konsumentennachfrage zusammensetzen. Der grösste Teil der Verluste wird an Tiere verfüttert und bleibt im Kreislauf der Nahrungsmitteproduktion.

Den höchsten Anteil an vermeidbaren Lebensmittelabfälle weist mit 95 Prozent der Detailhandel auf. Ein Grossteil dieser Abfälle entfällt auf die Kategorie «nicht verkaufte Lebensmittel».

Bereits publizierte Statistiken zur Gastronomie zeigten zudem, dass 200'000 oder 69 Prozent der insgesamt 290'000 Tonnen Lebensmittelabfälle im Gastrobetrieb eingespart werden könnten. Pro Mahlzeit fallen 124 Gramm an Rüst- und Speiseabfällen an.

Aktionsplan gegen Verschwendung

Das Bafu sieht die Analysen als wichtige Grundlage für die Erarbeitung von Reduktionszielen für Food Waste. Die Agenda 2030 der Uno für eine nachhaltige Entwicklung sieht eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung vor. Die Schweiz hat sich in deren Rahmen dazu verpflichtet, die Lebensmittelabfälle pro Kopf bis 2030 zu halbieren. Zudem sollen die Verluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringert werden.

Das Parlament hat in der Frühjahrssession den Bundesrat damit beauftragt, einen Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung zu erarbeiten. Auch hierfür dienen die Bafu-Studien.

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69 Kommentare

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  • Kommentar von Eduard Meer  (MeerEdu)
    Die halbe Sicht des BafU
    Warum sagt das BafU nicht die ganze Wahrheit? Auf wessen Konto geht all das Obst und Gemüse, welches Sie heute kaufen und morgen ist es im Kühlschrank bereits halb verrottet? Bevor wir Konsumenten mit einem Rundum-Schlag verdächtigt werden, sollte die Haltbarkeit der Lebensmittel in den Regalen der Anbieter überprüft werden!
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    1. Antwort von Werner Caviezel  (Angemeldet)
      Das erlebe ich so nicht. Es verrottet allenfalls wenn man zuviel einkauft....
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  • Kommentar von frank müller  (frankysrf)
    liebe srf, das mit der million tonnen lebensmittel stimmt einfach nicht, auf der webseite vom BAFU steht geschrieben, dass mehr als 50% davon rüstabfälle sind, die meistens wiederverwendet werden, also sind es eine halbe million, immer noch viel, aber "nur" 50%. warum wird das im text nicht entsprechend geschrieben ???
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    1. Antwort von Werner Caviezel  (Angemeldet)
      50% klingt halt gut. Es ist auf jeden Fall immer noch viel zu viel.
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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Wenn man so etwas liest, kann man davon ausgehen, dass die Menschheit mit zunehmendem Wohlstand umso dekadenter wird. Wie kann es sein, dass unsere Nahrung nur noch 9-10% eines Durchschnittseinkommens ausmacht. Noch vor 3-4 Generationen war es bei ca.70-80%der Bevölkerung üblich, dass die meisten ihr Gemüse, Obst, sogar Fleisch, selber aus dem eigenen Garten produzierten. Und somit sparsam umgingen. Was soll’s? Die Folgen dieses skrupellosen Gebarens wird sich kurz oder lang sicher rächen!
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