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Legende: Audio Rahmenbedingungen für Hilfswerke werden anspruchsvoller abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus HeuteMorgen vom 27.03.2019.
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Geld sprudelt nicht mehr Schweizer Hilfswerke geraten unter Druck

Konkurrenzdruck, Benachteiligung gegenüber internationalen Hilfswerken vonseiten der EU und Spardruck – die Schweizer Hilfswerke kämpfen.

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS gab am Dienstag bekannt, sechs Mitarbeiter entlassen und sich aus zwei Ländern zurückziehen zu müssen. Es ist ein Hilferuf der Hilfswerke. Die Rahmenbedingungen seien in den letzten Jahren immer schlechter geworden, sagt HEKS-Sprecher Dieter Wüthrich. «Insbesondere aus politischen Gründen: Die Entwicklungszusammenarbeit der Hilfsweise steht teilweise massiv in der Kritik – aus unserer Sicht natürlich zu Unrecht.»

Die Entwicklungszusammenarbeit der Hilfsweise steht teilweise massiv in der Kritik.
Autor: Dieter WüthrichHEKS

Das stellt man auch bei Alliance Sud fest, dem Dachverband der Schweizer Hilfswerke. So forderten Politiker und Politikerinnen immer stärker, Entwicklungshilfegelder zu kürzen, sagt Geschäftsführer Mark Herkenrath.

Aber auch der Konkurrenzkampf um Aufträge sei gross: «Mandate der Deza beispielsweise werden international ausgeschrieben, während umgekehrt in der EU Mandate nur an Hilfswerke vergeben werden, die aus den EU-Ländern kommen. Da hat die Schweizer schlechte Karten.»

Weiterer Nachteil aufgrund einer SVP-Initiative?

Diesen Kampf um Projekte kennt man auch bei Caritas. Es werde immer schwieriger und anspruchsvoller, Entwicklungshilfeprojekte zu finanzieren, sagt Caritas-Sprecher Stefan Gribi. Die Bewerbungen bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza würden immer aufwändiger: «Wenn man Mandate oder einen Auftrag nicht erhält, fehlen Mittel, auf die man gezählt hat.» Wenn man ein Mandat dann aber bekomme, müsse man in der Regel sehr kurzfristig grosse und umfangreiche Projekte in Gang bringen.

Es herrschen Konkurrenzdruck, Benachteiligung gegenüber internationalen Hilfswerken und Spardruck. Und damit nicht genug: Die SVP droht gar, mit einer Initiative Geld von der Entwicklungshilfe in die AHV zu verlagern.

So ein Vorhaben habe keine Chance, sind die Hilfswerke überzeugt. Denn im Gegensatz zum Bund sei der Rückhalt der Entwicklungshilfe in der Bevölkerung gross. Dies zeige sich auch darin, wie viel in der Schweiz privat an Hilfswerke gespendet werde.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Die SVP muss dafür sorgen, dass ihr das Thema für die nächsten Wahlkämpfe nicht aus geht. Je unzufriedener die Bevölkerung ausserhalb Europas ist, desto mehr Menschen drängen nach Europa. Also verhindert man möglichst viele Projekte, die ein Menschenwürdiges Leben mit Existenz sicherndem Einkommen ermöglichen indem man Hilfsgelder streicht. Weil - was passiert, wenn die Migrantenströme abnehmen hat man soeben in Zürich gesehen. Das darf ja nicht sein!
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      H.P. M. die SVP hat nichts dagegen, für die Hilfe von tatsächlich Kriegsverfolgten Flüchtlinge, sie kritisieren hauptsächlich die Wirtschaftsflüchtlinge.Zudem hat sie oft erwähnt, dass Hilfe vor Ort besser wäre, damit die Menschen nicht entwurzelt werden von ihrer Heimat. Warum werden die Menschen unzufrieden in Länder, die doch Hilfsgelder bekommen? Warum hat die Hilfsorganisation, die Menschen nicht gestützt um selbstständig zu werden? Mit Arbeiten die eben nie ausgehen, um weiter zu kommen.
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Forts. leider sah man Bilder die einen traurigen Anblick zeigten,wenn die Helfer nicht mehr dort waren.So wurden Ziehbrunnen verweist, Gebäude mit Sanitäranlagen ausgeraubt, vernachlässigt.Diese Bilder waren in den Offiziellen Medien,leider auch die enttäuschten Gesichter der Helfer,die dort nach einiger Zeit,diese Orte besuchten.Vielleicht ist es ein Nachteil,wenn man ihnen die Verantwortung abnimmt,da durch zu grosse Hilfe, die selbst Verantwortung leider abnimmt,um ein besser leben zu führen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    "Aber auch der Konkurrenzkampf um Aufträge sei gross: «Mandate der Deza beispielsweise werden international ausgeschrieben, während umgekehrt in der EU Mandate nur an Hilfswerke vergeben werden, die aus den EU-Ländern kommen. Da hat die Schweizer schlechte Karten." Die Schweiz macht diesen Fehler in vielen Bereichen. Man sollte endlich den Mut haben, wie andere Länder solche Aufträge an heimische Hilfswerke zu vergeben. Basta.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Theokratische "Entwicklungs"hilfe war nicht nur altfeudal und altkolonial, sondern ist leider auch neofeudal und neokolonial nicht nur mit Zwangsmissionierung, sondern gar auch mit krasser sozialer Subversion verquickt. Bis hin zu Zwangsarbeit fuer "gefallene Maedchen" und Bildung nur fuer auch im Religions"unterricht" fleissige KonvertitInnen....
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das ist schon lange nicht mehr so. Die Jahresberichte der meisten Hilfswerke sind online abrufbar.
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      HP. Müller und weil diese Jahresberichte der Hilfswerke online abrufbar sind entsprechen diese den Tatsachen ?
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