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Watt d'Or: Hersteller von E-Lastwagen ausgezeichnet
Aus HeuteMorgen vom 09.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
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Gewinner des Watt d'Or Elektrische Lastwagen rollen an

Die Firma «Designwerk» wurde mit dem Energiepreis Watt d'Or ausgezeichnet. Ihre E-Lastwagen sind vielerorts im Einsatz.

Designwerk ist eine von mehreren Schweizer Firmen, die heute grosse Nutzfahrzeuge elektrifizieren. Da die grossen internationalen Lastwagenbauer noch zögern, bietet sich für kleine Firmen eine Nische.

In einem Industriegebiet in Winterthur steht die Fertigungshalle – etwa so gross wie zwei Turnhallen. Vier Lastwagen stehen in der Halle, in unterschiedlichen Ausbaustadien, noch unfertig. Das Basis-Fahrzeug ohne Motor kommt direkt von Volvo. «Wir nehmen das Fahrzeug und bauen dann unsere E-Komponenten quasi in das Fahrzeug ein und elektrifizieren das ganze Fahrzeug» erklärt Duga Hoti, der für die Elektro-Lastwagen verantwortlich ist.

Wir nehmen das Fahrzeug und bauen dann unsere E-Komponenten quasi in das Fahrzeug ein.
Autor: Duga HotiDesignwerk

«Wir sind im Vergleich mit den Motoren deutlich leichter als der Dieselmotor und das Getriebe» führt Hoti aus. «Die beiden Batterien machen es ein bisschen schwerer als das Dieselfahrzeug, aber wir nutzen den frei werdenden Bauraum sehr gut aus.»

Lastwagen in der Designwerk-Halle
Legende: Die Lagerhalle von Designwerk in Winterthur. Designwerk

Wo vorher der Diesel war, kommen jetzt die Elektromotoren und die Elektronik hinein. An den Seiten sind in zwei grossen Metallkästen zwei Tonnen Batterien eingebaut. «Mit dem Aufbau ist dieses Fahrzeug, ein Dreiachser, etwa 16 Tonnen schwer», so Hoti.

160 Kilometer Reichweite

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Ein Kehrichtsammelfahrzeug legt je nach Tour 50 bis knapp über 100 Kilometer pro Tag zurück. Die Reichweite der vorgestellten E-Fahrzeuge beträgt beladen und mit Einsatz der (elektrischen) Müllpresse rund 160 Kilometer.

Für den Fernverkehr ist die Reichweite von E-Lastwagen heute noch ungenügend. 40-Tönner können mit einer Reichweite von gegen 200 Kilometern ausgestattet werden, ein Dieselfahrzeug im Fernverkehr legt aber rund 700 Kilometer pro Tag zurück.

Zur CO2 Bilanz gibt der Hersteller Designwerk an, dass nach 500'000 Kilometern mit dem E-Fahrzeug 4-6 Mal weniger CO2 ausgestossen wurden als mit einem Dieselfahrzeug. Weitere Infos gibt es im Bericht des Bundesamts für Energie., Link öffnet in einem neuen Fenster

Gefragte E-Kehrichtfahrzeuge

Im Moment baut er gerade an Kehricht-Fahrzeugen, also die grossen Lastwagen mit Müllpresse hinten, die durch die Quartiere fahren und Abfallsäcke einsammeln. Die seien ideal für eine Elektrifizierung, sagt Fabian Wyssmann, Ökonom und zuständig für die Vermarktung bei Designwerk. «Die Kunden erwarten von uns einerseits eine Kosteneinsparung durch den Wegfall von fossilen Treibstoffen, andererseits profitieren sie auch von gewissen steuertechnischen Erlassen», sagt Wyssman.

Eine E-Kerichtfahrzeug der Stadt Thun
Legende: Innert fünf Jahren sind elektrische Kerichtfahrzeuge amortisiert. Designwerk/Stadt Thun

Heute rechne sich ein elektrisches Kehrichtfahrzeug innert fünf Jahren – ab dann ist es, trotz hoher Anschaffungskosten, günstiger als ein Dieselfahrzeug. «Je günstiger die Batterien werden und je höher die Kapazitäten sind, desto einfacher wird natürlich die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen.»

Je günstiger die Batterien werden und je höher die Kapazitäten sind, desto einfacher wird natürlich die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen.
Autor: Fabian WyssmannDesignwerk

Und da spielt mittlerweile der Markt. Die Winterthurer Firma wächst stark und rechnet für das laufende Jahr mit mindestens 50 Fahrzeugen, die sie auf «elektrisch» umrüsten.

Der Watt d'Or

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  • Alljährlich verleiht das Bundesamt für Energie den Watt d'Or.
  • Mit dem Energiepreis werden technische Neuentwicklungen und Energiespar-Projekte ausgezeichnet.
  • Die diesjährigen Siegerprojekte decken ein breites Spektrum ab: Eine effiziente Heizung mit Erdsonden und einem grossen Verteilnetz in der ETH Hönggerberg oder die Herstellung von Biogas aus Strom mithilfe von Urbakterien (Archäen).
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46 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, einmal mehr wird das grösste Risiko bei diesen Batterien nicht einmal angesprochen. Und das ist die Brandgefahr. Im Inneren der Batterien befindet sich der Elektrolyt der mit dem heutigen Stand der Technik nicht gelöscht werden kann. Ausgebrannte E-Autos werden in mit Wasser gefüllten Tanks gelagert, bis die Gefahr vorbei ist. Wohin geht man dann mit einem E-LKW? Gemäss meiner Nachfrage bei der örtlichen Feuerwehr hat man keine Ahnung, was man in so einem Fall machen sollte.
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    1. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      E-Autos brennen deutlich seltener als Benziner (< 1:10). Ein Benziner hat viele heisse Teile und vor allem leicht entzündliches Benzin, da entzündet sich schneller etwas und es brennt auch sehr viel schneller und heftiger ab. Da hat man in der Regel keine Chance mehr etwas zu löschen. Ein brennender Akku zu löschen ist zwar auch schwer aber bei entsprechender Ausrüstung und -bildung der Feuerwehr eher machbar. Auf YouTube gibt’s genügend Fahrzeugbrände (Benzin und Elektro) zum vergleichen.
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  • Kommentar von lorenz Bertsche  (lorenz.bertsche)
    Es wird die Zeit kommen da schnellt der Strompreis in die Höhe. Es ist nur eine Frage der Zeit. Es müssen ja neue Kraftwerke, Infrastrukturen gebaut werde um die enorme Stromversorgung für die zusätzlich zunehmende Stromfressende E-Mobilität aufrecht zu erhalten. Dies wird sich auch auf die Haushalte von Wohnungen usw. auswirken. Ob hier in der Schweiz die ganze Stromerzeugung reicht ist fraglich. Man wird noch mehr vom Ausland einführen, damit noch mehr abhängig werden.
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Nicht gerade leicht diese Dinger, was Konsequenzen hat für die 28t Regelung. Da wird jetzt schnell Druck kommen auf 40t oder mehr zu gehen.
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    1. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Welche 28t Regel?
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    2. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Bereits seit 2001 dürfen in der Schweiz Nutzfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 40 t verkehren.
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