Zum Inhalt springen

Header

Audio
Stellensuche leicht gemacht
Aus SRF 4 News aktuell vom 11.09.2019.
abspielen. Laufzeit 04:04 Minuten.
Inhalt

Google-Jobs in der Schweiz Der Techgigant drängt in den Online-Stellenmarkt

Neu können Schweizer auf Google direkt nach Jobs suchen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neusten Projekt.

Was ist Google-Jobs? Google ist in der Schweiz neu auch eine Job-Börse. Wer bei der Suchmaschine nach einer Stelle sucht, erhält dort eine Übersicht von offenen Stellen. «Man kann die Resultate durch viele Filtermöglichkeiten noch weiter eingrenzen, beispielsweise wie weit eine Stelle entfernt sein oder ob es Vollzeit oder Teilzeit sein soll, so SRF-Digital-Redaktor Jürg Tschirren.

Was sind die Partner von Google-Jobs? Google kooperiert beim neuen Angebot mit bestimmten Jobportalen in der Schweiz. «Den Dienst gibt es seit zwei Jahren in 92 Ländern, in der Schweiz gehört etwa Jobcloud zu den Partnern», so Tschirren. Der grösste Anbieter von Stellenanzeigen im Internet betreibt zum Beispiel Jobs.ch oder Jobscout24.

Verdrängt Google-Jobs andere Onlinejobbörsen? «Die Partnerportale liefern die Daten an Google aus, es wird sie also weiterhin brauchen», weiss der Digital-Experte. Google selbst habe diese Daten gar nicht. Für ein Portal stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt erlauben kann, nicht mit dem Giganten Google zu kooperieren. Für die Partner hat das Mitmachen durchaus den Vorteil, dass wegen Google mehr Leute auf ihren Seiten landen: «Partnerportale in den USA stellten eine Zunahme von rund 18 Prozent fest.»

Was bezweckt Google mit Google-Jobs? Google habe sich hier eine Tätigkeit ausgesucht, die gut zu seinen Fähigkeiten passe: «Was das Zusammentragen von Daten, die Suche, das Kombinieren und Filtern angeht, macht Google kaum jemand etwas vor», erklärt Tschirren. Die Stelleninserate passen auch zu Googles Interesse, in der Geschäftswelt bei Stellenbesetzungen noch mehr Fuss zu fassen.

Wird die Marktmacht von Google durch Google-Jobs noch grösser? Google selbst erklärt, dass sie keine Pläne hätten, die Jobinserate ganz zu sich zu holen. «Man hat beispielsweise aber bei der Reiseplanung gesehen, dass Google sehr wohl die Macht hat, Suchanfragen von etablierten Portalen abzuziehen.» Im August dieses Jahres sind 23 europäische Jobportale mit einer Kartellrechtsklage an die EU gelangt, weil sie die zu grosse Marktmacht von Google kritisieren. Denn: Die Online-Stellensuche sei ein sehr profitables Feld, weiss Tschirren. «Mit Google-Jobs versucht Google, noch mehr Marktmacht in der Schweiz zu gewinnen.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mohammad al-Swissri-Delavar  (mamaddelavar)
    Jetzt klappt dies vielleicht noch aber umso mehr Menschen dies nutzen umso weniger Erfolg hat man. Ähnlich wie jobs.ch, Indeed. Jeder bewirbt sich via diese Seiten also hat man kaum eine Chancen. Linkedin ist meine Empfehlung. Musste mich noch nie bewerben. Die HR Leute haben mich direkt angeschrieben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Remy Chevalier  (CheRemy)
    Wieso schreitet hier die Wettbewerbskommission (WeKo) nicht ein? Google als Datenkrake missbraucht meiner Meinung nach hier seine Macht der Suchmaschinen, alle müssen sich Google unterwerfen. Da spielt kein Wettbewerb mehr!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rudolf Räber  (Eins)
      Das ist so was von logisch. Es wäre aus meiner Sicht ein Leichtes hier eine öffentiche Alternative zu schaffen. Gerade in der Schweiz wäre es durch unser Know How (ETH, EPFL etc.) und durch die überblickbare Bevölkerung möglich die Inhalte zu bündeln und eine neutrale und wertvolle Schweizer Suchmaschine zu schaffen. Basierend darauf könnten themenbasierte Suchmaschinen (wieso nicht jobs) entstehen, die eigenständig sind.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Eine "öffentliche Alternative" verlangt nach staatlicher Steuerung und Finanzierung. Damit läuft man wohl sowohl bei der FDP als auch bei der SVP gegen die Wand. Die einen lehnen den Eingriff in den Markt kategorisch ab, auch wenn der in dieser Konstellation nicht mehr spielt, die anderen stellen sich gegen Staatseinfluss und Finanzierungen durch die öffentliche Hand. Es ist also weniger eine Frage der technischen als vielmehr der politischen Machbarkeit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
    Die Machtkonzentration nimmt einen nächsten Schritt. Jetzt bin ich gespannt auf die Kommentare und vorgeschlagenen Rezepte derjenigen, die nicht müde werdend die Unabhängigkeit der CH ins Zentrum all ihrer Argumentationen stellen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rudolf Räber  (Eins)
      Diesen Gedankensprung versehe ich nicht ganz. Klar, wir sind im Moment vollkommen süchtig nach Google, obwohl die Resultate meist zu wünschen übrig lassen. Eine eierlegende Wollmilchsau ist eben nicht möglich. Aber gerade bei den Daten wäre es doch möglich Unabhängigkeit aufleben zu lassen, verbunden mit Datenschutz. Eine Frage stelle ich mir, bei all den Bibliotheken, die Google auf eigenen Rechnung Inhalte scannt, haben wir da als Schweiz die Rechte diese auch zu nutzen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Diesen Lösungsvorschlag hätte ich eben gerne von den von mir Kritisierten gehört, aber Ansätze in diese Richtung haben bei ihnen schon bei den letzten nationalen Abstimmungen gefehlt. Sie konzentrierten ihre Argumentation auf Bereiche, in denen man wenig Einfluss nehmen kann ohne dabei grosse Einbussen in Kauf nehmen zu müssen. Die von Dir angestossene Diskussion würde schon längst auf die nationale Agenda gehören, ausgeweitet auf eine www-unabhängige Steuerung der wichtigsten Infrastrukturen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen