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Swisscom: «Sorgenkind» 5G-Ausbau
Aus Rendez-vous vom 04.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:32 Minuten.
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Grosser Widerstand gegen 5G Kein 5G-Moratorium mehr, aber Ausbau stockt weiter

«Der Ausbau mit 5G macht uns Probleme». Das sagt Swisscom-Chef Urs Schäppi bei der Präsentation der Geschäftszahlen zum vergangenen Jahr. Einsprachen, liegengebliebene Baugesuche und fehlende Vorgaben des Bundes verhindern einen raschen Ausbau.

Von Beginn weg war bei 5G der Wurm drin. Zuerst stritten sich die Telekomkonzerne über die Versteigerungsmodalitäten der 5G-Frequenzen. Dann scheiterte eine sicher geglaubte Lockerung beim Strahlenschutz im Parlament. Und nun kämpfen Swisscom, Sunrise und Salt mit aktiver und passiver Verhinderungspolitik.

Einsprachen und Bagatellverfahren

Das aktive Element sind Einsprachen von 5G-Gegnern bei Baugesuchen für neue Antennen. Das ist das häufigste Mittel, um den Ausbau des neuen Mobilfunk-Netzwerkes auszubremsen.

Die Telekomkonzerne haben deshalb beim Ausbau von 5G auf bestehende Antennen fokussiert. Diese können oder besser gesagt konnten ohne Baubewilligung auf 5G aufgerüstet werden. Mit sogenannten Bagatellverfahren. Nun aber haben mehrere Gemeinden und Kantone diese Möglichkeit der Bagatellverfahren ausgesetzt.

Heisst: Die Telekomanbieter müssen auch beim Aufrüsten einer bestehenden Antenne ein Baugesuch einreichen. Und dagegen können dann wiederum Einsprachen gemacht werden.

Allerdings sind es nicht nur Einsprachen, welche den Bau des 5G-Netzwerkes verzögern. Eine Recherche der Zeitung «NZZ» zeigte jüngst, dass viele Baugesuche schlicht liegenbleiben bei den Behörden. Bei 40 Prozent der Gesuche warteten die Telekomanbieter auch nach anderthalb Jahren nach Einreichung noch auf eine Antwort der zuständigen Behörden.

Die Vollzugshilfe lässt auf sich warten

Verschiedene Gemeinde und Kantone machen ein fehlendes Papier des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) dafür verantwortlich. Die sogenannte Vollzugshilfe, die vereinfacht gesagt den Kantonen vorgibt, wie die Strahlung von 5G-Antennen gemessen wird. Wie SRF weiss, wurde eine erste solche Vollzugshilfe Ende des letzten Jahres von 5G-Befürwortern wie -Kritikern als ungenügend taxiert. In den nächsten Wochen soll das Bafu nun aber diese Vollzugshilfe definitiv herausgeben.

Ob dies den Knoten dann effektiv löst und den Ausbau beschleunigt, ist fraglich. Denn die Einsprachen werden bleiben. Somit geht der Ausbau des 5G-Netzwerks deutlich langsamer voran als erhofft. Konkret rechnet der Telekom-Branchenverband Asut vor, dass das 4G-Neztwerk vor sieben Jahren noch dreimal schneller gebaut wurde als das 5G-Netz heute.

Samuel Emch

Samuel Emch

SRF-Wirtschaftsredaktor

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Die Digitalisierung der Wirtschaft und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft bilden den Kern der Arbeit von Samuel Emch. Ausserdem stehen die Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten in seinem Fokus.

Tagesgespräch, 04.02.2021, 13:00 Uhr

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf Räber  (Eins)
    Danke Herr Möckli für die Diskussionsleitung. Sie bringen es auf den Punkt. Die Befürworter argumentieren mit der Nutzung in der Landwirtschaft , in Lagerhallen, Fernwartung und natürlich das viel gebrachte Beispiel der Autos.
    Das lässt sich alles viel besser über das von Ihnen vorgeschlagene W-Lan und vorallem Glasfaserleitungen lösen.
    Wir wissen schlicht zu wenig und die Angstmacherei den Fortschritt zu verpassen ist mir das Gesundheitsrisiko nicht wert.
  • Kommentar von Daniel Meier  (Danimeier)
    Eigentlich schön mitanzusehen wie die Anti-China Haltung bezüglich 5G die Strahlenbelastung in der Schweiz nicht weiter erhöht. Das gefällt mir.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Die Chinesen sind schon in den Startlöchern für 6G uns wir schaffen es noch nicht einmal 5G zu etablieren, obwohl 5G-Handys auch in der Schweiz boomen. Am Ende produzieren dann wir die Billigkleider für die Chinesen, wie im 19. Jh. für Europa.