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SBB beseitigt Engpässe – ein teures Unterfangen
Aus HeuteMorgen vom 17.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
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Grossprojekte der Bahn SBB schraubt an Engpässen

  • Im Sommer brachte das Parlament unter dem Stichwort «Engpass-Beseitigung» einige SBB-Projekte auf den Weg.
  • Das Gesamtpaket soll rund 13 Mrd. Fr. kosten.
  • Das Problem: Es fallen dadurch höhere Unterhaltskosten an und die Fahrgäste müssen künftig mit grösseren Beeinträchtigungen rechnen.

Etwa 855 Mio. Franken kostet der Bau des Eppenberg-Tunnels – später im Unterhalt werden es 34 Mio. pro Jahr sein. Das ist nicht irgendeine Schätzung, sondern die Formel von Noch-SBB-Chef Andreas Meyer: Ein Franken Investition ergibt vier Rappen Unterhaltskosten.

Weitere Projekte sind aufgegleist

Weitere Projekte hat das Parlament im Sommer unter dem Stichwort «Engpass-Beseitigung» schon aufgegleist. Darunter den Brüttener Tunnel in der Ostschweiz, den zweiten Zimmerberg-Tunnel vom Zürichsee Richtung Zug oder Ausbauten am Genfersee.

Das ganze Paket kostet knapp 13 Mrd. Franken. Nach der Meyer-Formel bedeutet dies, dass die Ausbauten mehr als eine halbe Milliarde jährliche Unterhaltskosten nach sich ziehen – zusätzlich zu den knapp zwei Milliarden, die der Bund der SBB dafür heute schon gibt.

«Nicht nur eine Frage des Geldes»

Dieses Geld müsse man sicher auf die Seite legen, sagt Bahnspezialist Mathias Finger, Professor an der ETH-Lausanne. Es sei aber nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Verfügbarkeiten der Infrastruktur. «Wenn das System so stark befahren wird – wann kann man dann einen Unterhalt überhaupt noch machen – ohne dass es die Fahrgäste zu stark spüren?»

Finger, Autor des Buches «SBB – was nun?», zweifelt daran, ob wirklich alle Ausbauten nötig sind. Die SBB sollte bei der Planung mehr Autonomie haben. Sie wisse am besten, was nötig sei, besser als Politikerinnen und Politiker mit ihrer regionalen Brille: «Dann wären gewisse regionale Ausbauten weniger prioritär, als dies heute der Fall ist, weil sie politisch bestimmt wären.»

Aus Fehlern der Vergangenheit gelernt

Nun muss die Politik sicherstellen, dass nicht nur die beschlossenen Ausbauten, sondern später auch deren Unterhalt finanziert sind. Dessen ist sich Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga bewusst. Sie sagte letzten Monat gegenüber Radio SRF: «Das prüfen wir jetzt. Wir haben schon in den letzten Jahren die Finanzierung erhöht. Dass wir sie nochmal erhöhen müssen, kostet uns etwas. »

Damit hat die SBB aus der Vergangenheit gelernt. Vor Jahren hatte die Bahn den Unterhalt vernachlässigt. Das kam den Bund teuer zu. Solche Überraschungen soll es nicht mehr geben.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Einige dieser Projekte waren schon lange vorgesehen und als notwendig deklariert, aber "die Politik" (spare, koste es, was es wolle) schob diese immer wieder auf die lange Bank.

    Das hat nichts mit "Bevölkerungswachstum" oder ähnlich zu tun.
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  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Stand ständig bei der SBB auszubauen, wäre es einmal wichtig, zu konsolidieren und die Qualität zu sichern. D.h. den hohen Ausbau-Standard gegenüber Störungen sicherer zu machen. Es gibt aus meiner Sicht auch einige unnötige Ausbauten, welche bei einigen Strecken-Abschnitten zu hohen Belastungen führen und damit zu allfälligen Störungen: Bsp. Direkt-Verbindung Konstanz-St.Gallen; völlig unnötig, es gibt sonst schon gute Verbindungen hier; halt mit einmal Umsteigen und ein paar Minuten länger.
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  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Sich etwas mehr in das Thema einzuarbeiten könnte hilfreich sein.
    Warum ein veraltetes System ausbauen das bereits auf der ganzen Linie verloren hat. WENIGER als ein Zehntel des LKW Transitverkehrs geht über die Bahn. Zwei Drittel des Individualverkehrs findet motorisiert statt. Die Bahn/ÖV sind bereits jetzt überfüllt und in der Lage etwa einen Viertel davon zu stemmen. Neue Lösungen wie selbstfahrende Vehikel haben eben keine Lobby.
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      gottseidank hat autonmes fahren keine lobby. denn es führt zu mehrverkehr und strapaziert unsere infrastruktur noch stärker als je gesehen. vgl. auch ETH-studie: https://bit.ly/2OBu8CE - ausserdem möchte ich schlicht nicht in einer spassbefreiten gesellschaft leben, wo alles automatisiert, getaktet, vorgegeben und gemanagt ist. ich halte das für komplett meschugge.
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    2. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Und wieso haben Sie sich nicht in das Thema eingearbeitet?
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