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Guldimann-Ersatz Molina «Der Zeitpunkt ist nicht ideal»

Legende: Audio Fabian Molina: «Ich bin Mr. Nachrutschen und freue mich auf die Aufgabe» abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
03:12 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 19.02.2018.

Der Auslandschweizer Tim Guldimann hat am Sonntag überraschend seinen Rücktritt aus dem Nationalrat bekannt gegeben. Er war für die SP Zürich in der grossen Kammer. Nun folgt mit dem ehemaligen Juso-Präsident und Zürcher Kantonsrat Fabian Molina ein junger Politiker.

SRF News: Sie sitzen erst seit letztem Sommer im Zürcher Kantonsparlament – auch da sind Sie nachgerutscht. Kommt das Amt als Nationalrat etwas früh?

Fabian Molina: Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich nachrutsche. Aber jetzt ist es soweit. Ich habe mich sehr auf das Kantonsratsmandat gefreut und mich eingearbeitet. Der Zeitpunkt ist insofern nicht ideal. Aber so ist das in der Politik. Man kann nichts planen, und man muss sich dann manchmal relativ schnell auf eine neue Situation einstellen.

Tim Guldimann hat in seinem Rücktrittsbegründen angetönt, dass er Jungen Platz macht. Was bringen Sie als junger Politiker mit nach Bern?

Ich bringe die Perspektive einer jungen Generation mit und meine Biografie. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, die anders ist als die, in der Tim Guldimann aufgewachsen ist.

Wir haben heute mit sehr vielen globalen Herausforderungen zu kämpfen – mit einer steigenden sozialen Ungleichheit, mit dem Klimawandel, mit viel mehr bewaffneten Konflikten und Kriegen – und ich weiss von vielen Leuten in meinem Umfeld, dass sie anders in die Zukunft blicken, als das vielleicht eine oder zwei Generationen vor mir getan haben.

Ich finde es wichtig, dass diese Perspektiven, die Sorgen und vielleicht auch die Hoffnungen verstärkt in Bern Platz finden. Heute fehlen sie immer wieder.

Aber was für Lehren aus dieser Geschichte für die Zukunft gezogen werden müssen, das muss die SP jetzt sicher noch analysieren.

Tim Guldimann sass als Auslandschweizer im Parlament. Das war ein Experiment, das die SP Zürich ganz bewusst eingegangen ist. Bedauern Sie, dass es nicht geklappt hat?

Es hätte mich sehr gefreut, wenn Tim Guldimann die Legislatur zu Ende gemacht hätte. Aber ich verstehe seine Beweggründe natürlich. Ich glaube, es war richtig, dass die SP Zürich einmal etwas Neues versucht hat. Es hat sich gezeigt, dass es sehr schwierig ist, dieses Amt von Berlin aus auszufüllen. Es ist schwierig, so etwas im Milizsystem zu tun – sofern es das überhaupt noch gibt. Aber was für Lehren aus dieser Geschichte für die Zukunft gezogen werden müssen, das muss die SP jetzt sicher noch analysieren.

Das Gespräch führte Nicole Freudiger.

Fabian Molina

Fabian Molina wurde 1990 in Uster geboren. 2006 trat er der SP bei. 2014 wurde er zum Nachfolger von David Roth als Präsident der Juso Schweiz gewählt. 2015 kandidierte er auf der Liste der SP im Kanton Zürich für den Nationalrat und wurde auf den ersten Ersatzplatz gewählt. Im Sommer 2016 trat er als Juso-Präsident zurück. Im August 2017 rückte Molina für den Wahlkreis Pfäffikon in den Zürcher Kantonsrat nach.

Legende: Video Fabian Molina übernimmt Guldimanns Sitz abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 19.02.2018.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Lily Baumann (Medinilla)
    Ach so, ich habe die Netiquette verletzt, ich bin anscheinend zu Molina-freundlich gesinnt. Gut so, trotzdem "Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht". (Karl Valentin)
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    1. Antwort von SRF News
      Liebe Frau Baumann, Wir haben keinen Kommentar von Ihnen gelöscht oder zurückgewiesen. Bitte seien Sie doch so nett, und senden ihn uns noch einmal zu. Vielen Dank
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    2. Antwort von Lily Baumann (Medinilla)
      Liebes SRF, es kann passieren, dass ein Kommentar im Schwarzen Loch verschwindet :-) Kurzspitz, Fabian Molina muss die Gelegenheit geboten werden, sich zu beweisen. Motzen hilft allenthalben nicht. Wenn jetzt der Senior das Handtuch wirft, ist es weiss Gott verdankenswert, wenn sich ein Junger in die Seile hängt!
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  • Kommentar von robert mathis (veritas)
    Ich bin enttäuscht von der Sp sie propagieren doch ständig die Frauenquote nun hätten sie Gelegenheit gehabt dies um zu setzen.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Stimmt! Herr Guldimann "stänkerte" ja u. a. um unsere hinter her hinkende Gleichstellung & dann schlägt er Herr Molina als seinen Nachfolger vor, weil er ihn so schön unterstützt habe. Ein ziemlicher Widerspruch betr. seiner Aussagen. Grad wurde ein Skifahrer der Franzosen wegen unsportlichem Verhalten, resp. abwertenden Worten gegenüber seiner Mannschaft nach Hause geschickt. Wer weiss, vielleicht geht Herr Guldimann ja gar nicht so freiwillig & es wurde ihm nahe gelegt?
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    2. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Weder die SP noch Herr Guldimann hat Molina als Nachfolger "vorgeschlagen". Er rückt automatisch nach, weil er damals mit dem knappsten Resultat nicht gewählt wurde.
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    3. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Natürlich Herr Singer. Die SP hat Herr Molina schliesslich auf die Wahlliste genomme und einen oberen Listenplatz gesetzt. Ihre Kritik an den Wählern der SP teile ich aber wenigstens teilweise. Stimmt denn man hätte Herr Molina auch durchstreichen können und einen erfahrenen Politiker dafür hinschreiben können...Aber das Wahlverhalten von der SP, Linken Basis ist eh immer wieder erstaunlich...oder gar befremdlich.
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  • Kommentar von Willi Geissbühler (tagesschau)
    Für mich ist die SP ein Kindergarten. Wermuth, Molina, das sind für mich Büebli, die keine Erfahrung im Leben haben und nun im Parlament sitzen, noch nie was geleistet haben, von arbeiten ganz zu schweigen und nun der älteren Generation erklären wollen , wie das Leben funktioniert. SP, was ist aus dir geworden? Wo sind die Leute wie ein Willi Ritschard etc.? Die vergessen ganz einfach, dass wenn die Generationen vor ihnen nicht so viel geleistet hätten, sie nirgends wären. Tragisch.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Ja gut, Wermuth, Molina & Co., diese Jung- Politiker/Innen, sind alle in den heutigen Wohlstand hinein geboren worden, welchen Vor-Generationen hart erarbeitet haben. Sie also noch nie die "Härten eines Lebens" kennen gelernt haben, muss man ihnen nachsehen, dass sie halt abgehoben in einer Luftblase leben & ihre Belehrungen gegenüber älteren Generationen nur heisse Luft aus der Luftblase sind.
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