Zum Inhalt springen

Header

Audio
Heizpilze sind auch für Private meist verboten
Aus Espresso vom 19.11.2020.
abspielen. Laufzeit 06:41 Minuten.
Inhalt

Heikle Wärme auf dem Balkon Viele Aussenheizungen sind nicht erlaubt

Heizpilze sind nicht nur ökologisch eine schlechte Idee. Sie sind auch vielerorts für den privaten Gebrauch verboten.

2020 lassen sich manche in Zeiten von Corona dazu hinreissen, eine Heizung für draussen zu kaufen. Bei Grossverteilern und Baumärkten sind derzeit zum Beispiel Heizpilze im Angebot. Ein ökologischer Blödsinn zwar, aber immerhin eine Möglichkeit, wie man trotz Kälte die Familie oder die Grosseltern im Freien treffen könnte.

Aber Achtung: Ob gasbetrieben oder elektrisch, solche Aussenheizungen sind in manchen Kantonen nicht erlaubt. Die kantonalen Energiegesetze haben teils strenge Auflagen.

Ganz verboten: Kantone AG und LU

Auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» schreiben die entsprechenden Stellen der Kantone Aargau und Luzern, dass mobile Aussenheizungen nicht zulässig seien.

Wörtlich heisst es aus dem Kanton Aargau: «Aufgrund der geltenden Bestimmung ist damit ein dauerhafter Einsatz von mobilen Heizungen durch Private, beispielsweise auf einem Sitzplatz, Balkon oder in einem Wintergarten, nicht zulässig.»

Teilweise erlaubt: Kantone BS, BL, ZH, BE, ZG oder SG

Etwas weniger strikt halten es die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Zürich, Bern oder auch St. Gallen. Sie alle verbieten zwar gasbetriebene Heizpilze, erlauben aber ökologisch vertretbare Energiequellen. So schreibt beispielsweise die entsprechende Medienstelle des Kantons Zürich, erlaubt sei «der Betrieb mit erneuerbarer Energie, zum Beispiel Holzpellets.»

Auch denkbar wäre eine eigene Solaranlage, welche eine strombetriebene Heizung antreibt. Im Kanton Zug sind solche Aussenheizungen dann zulässig, wenn sie zu mindestens zwei Dritteln mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

Verkäufer informierten die Kunden bislang nicht

So bleibt Kundinnen und Kunden nichts anderes übrig, als vor einem allfälligen Kauf einer Aussenheizung erst einmal die rechtliche Lage am Wohnort abzuklären. Das geht aber auch nur, wenn ihnen bewusst ist, dass es allenfalls ein Problem geben könnte mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Dies erfahren sie aber bislang nicht beim Kauf. Migros schreibt «Espresso» auf die Frage, warum sie Kundinnen und Kunden nicht aktiv darauf aufmerksam machten: «Genauso wenig wie ein Autoverkäufer weiss, ob sein Klient mit dem neuen Gefährt allenfalls ein Rotlicht überfahren wird, wissen wir nicht, ob der Kunde seinen Heizpilz in seiner Zweitwohnung im Jura (erlaubt) nutzt oder doch in Genf (verboten) verwenden will. Der korrekte Einsatz von Heizpilzen ist Sache des Käufers. Grundsätzlich vertrauen wir unseren Kundinnen und Kunden und unterschätzen sie nicht.»

Nettoshop und Mediamarkt reagieren

Anders reagieren der Online-Händler Nettoshop (Coop) und Mediamarkt. Beide schreiben «Espresso», dass sie per sofort ihre Kunden bei solchen Produkten darauf aufmerksam machen, dass sie Abklärungen vornehmen müssten. Bei Nettoshop mit folgendem Satz: «Aufgrund der schweizweit sehr unterschiedlichen rechtlichen Situation bitten wir Sie, mit Ihrer Gemeinde abzuklären, ob der Betrieb dieses Produktes am vorgesehenen Verwendungsort erlaubt ist.» Voilà. Geht doch!

Espresso, 19.11.2020, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Weg mit diesen und tausenden weiteren Verboten in unserer Gesetzgebung. Am Besten, wenn unsere überbezahlten Beamten nichts machen anstatt bis ins kleinste Detail unser Leben kontrollieren. Danke.
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @senseagainstmainstream. Seh ich ganz anders: Weg mit diesem (neutral ausgedrückt) Unsinn, die Umgebung mit nicht erneuerbarer Energie aufzuheizen! Leider braucht es einschränkende Gesetze, nicht zuletzt wegen solcher und ähnlich demonstrativer Uneinsichtigkeit.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      diese Verbote dürften (AG und LU machen es richtig) nocht strenger sein. Unsinn abstellen wenn es die Leute selber nicht "schnallen".
  • Kommentar von Heinz Hostettler  (Ich bin's)
    Nur gut dass all die Geräte mit den hier die Kommentare wegen Stromverbrauch geschrieben werden selber nie aufgeladen werden müssen. Habe fertig.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Heinz Hostettler: Früher musste der Pöstler mit dem Töffli den Brief bringen. Das brauchte noch viel mehr Energie als ein online Post.
  • Kommentar von Rudi Hardy  (Wombat)
    Bin schuldig, auch ich habe eine Air Condition eingebaut, brauche es fuer die Waerme in unserem kurzen Winter. Im Sommer habe ich die Fenster offen fuer Durchzug, wohne am Meer und eine Briese haben wir immer. Diese Waermepilze gibts bei uns bloss in Restaurants und Strassenbars.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Rudi Hardy: Reden Sie von Australien? Australien verstehe ich sowieso nie ganz. Dort scheint die Sonne bis zum Abwinken; das ganze Jahr gratis. Und trotzdem fristen Solaranlagen (kleine und grosse) ein Mauerblümchendasein. Man buddelt lieber mit grossem Aufwand die Kohle aus der Wüste und fackelt sie ab.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Nicht jede AC ist ein Energiefresser. Wenn Sie das richtig machen können Sie die meiste Energie dazuu selbst gewinnen. Ausserdem ist so eine AC nicht gemeint mit dem Artikel.