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Bundesrat verlängert Zivilschutzdauer
Aus HeuteMorgen vom 22.10.2020.
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Hilfe in der Coronakrise Zivilschützer müssen länger ran

Wegen der Corona-Pandemie will der Bundesrat die Dienstpflicht von 12 auf 14 Jahre verlängern. So sollen genügend Zivilschutz-Angehörige zur Verfügung stehen.

Erst vor Kurzem war die Dienstdauer für Zivilschutzangehörige in einer Gesetzesrevision auf 12 Jahre verkürzt worden.

Doch in der Coronakrise werden die Zivilschützer in einzelnen Kantonen zum Beispiel auch beim «Contact Tracing» benötigt, also der Kontaktverfolgung von positiv getesteten Personen.

Rekrutierungen gehen zurück

Weil auch die Rekrutierungszahlen im Zivilschutz seit Jahren sinken, befürchten die Kantone nun, dass bald zu wenig Zivilschützerinnen und Zivilschützer verfügbar sind.

Deshalb will der Bundesrat jetzt die Dienstdauer wieder um zwei Jahre verlängern – von 12 auf 14 Jahre. Die Möglichkeit dieser Verlängerung hatte der Bund vorsorglich in das neue Gesetz eingebaut. Sie soll Mitte November definitiv verabschiedet werden.

Damit sollten dem Zivilschutz genügend Leute auch nächstes Jahr noch zur Verfügung stehen.
Autor: Christoph FluryVizedirektor Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Die Verlängerung sei in enger Absprache mit den Kantonen erfolgt, sagt Christoph Flury, Vizedirektor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz. Dies im Hinblick auf die mögliche «zweite Welle».

10'000 zusätzliche Personen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rechnet damit, dass jährlich etwa 6000 Zivilschützer benötigt werden, um einen Gesamtbestand von 72’000 Personen zu halten.

Mit der verlängerten Dienstpflicht würden im nächsten Jahr sogar 10’000 zusätzliche Leute bereitstehen. Einige davon werden nun vielleicht erneut einrücken müssen, trotz vermeintlich erfüllter Dienstpflicht.

SRF 4 News, Heute Morgen, 22.10.2020, 06:00 Uhr

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Burnier  ((Censored))
    Was ich nicht verstehe ist: Im Artikel steht das die Rekrutierungszahlen im Zivildienst sinken. Wir wissen das dies auch im Militär der Fall ist. Gleichzeitig Leben so viele Menschen wie noch nie in der Schweiz, die gemäss diverser Artikel fitter den je sind. Wie ist also ein solcher Rückgang überhaupt möglich?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Nicolas Burnier: Sie verwechseln Zivilschutz mit Zivildienst. Den Zivilschutz gab es bereits lange vor dem Zivildienst. Er dient dem Schutz der Zivilbevölkerung bei Krieg und anderen Katastrophen. Dorthin gehen diejenigen Männer, welche an der Aushebung "untauglich" für den Militärdienst sind. Der Zivildienst ist neuer. Dorthin gehen diejenigen Männer, welche den Militärdienst oder Zivilschutz verweigern. Die Bestände sind im Militärdienst und dem Zivilschutz zu tief und nicht im Zivildienst.
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    2. Antwort von Thomas Muller  (muller83)
      Ganz einfach: weil es schleichend weniger Schweizer insgesamt gibt. Gerade die geburtsschwachen Jahrgänge 1998-2010 werden aktuell volljährig.
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  • Kommentar von Benedikt Rosenberg  (Amadeus)
    Warum werden hier die Frauen, im Zuge der Gleichberechtigung, nicht mehr eingebunden?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Benedikt Rosenberg: Diejenigen Frauen die Militärdienst oder Zivilschutz leisten, können selbstverständlich auch eingezogen werden. Da dieser Dienst für Frauen aber freiwillig ist, hat es halt viel weniger Frauen als Männer. Wenn Sie das stört, müssten Sie erst das System ändern; d.h. den Militärdienst und den Zivilschutz für Frauen und Männer obligatorisch erklären. Dies braucht jedoch zwingend eine Verfassungsänderung und dafür reicht jetzt die Zeit in dieser Notlage wirklich nicht.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Benedikt Rosenberg: Zudem Herr Rosenberg: Schauen Sie mal wer in den Spitälern, Rehakliniken, Alters- und Pflegeheimen fast die gesamte Pflegearbeit leistet. Es sind zum grossen Teil die Frauen. Da dies in Krisenzeiten wie Pandemien oder sogar in einem Krieg auch sehr systemrelevant ist, würde ich jetzt sagen, dass es wirklich nicht zu viel verlangt ist von den Männern, wenn sie stattdessen den Militärdienst und den Zivilschutz übernehmen. Sonst hätten wir am Ende niemanden mehr in der Pflege.
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    3. Antwort von Benedikt Rosenberg  (Amadeus)
      Herr Leu, es ist immer die gleiche Schallplatte die abgespielt wird. Eine Argumentation die uns noch ewig daran hindern wird eine echte Gleichberechtigung zu erlangen. Genau wegen dieser Praxis hat kürzlich der EGMR die Schweiz gerüffelt. Es arbeiten auch viele Männer im Gesundheitswesen, auch in der Pflege. Zudem leisten viele Männer ausserhalb des Gesundheitswesen ihren Beitrag damit die Infrastruktur in diesen Zeiten noch funktioniert. Bau, Abfuhrwesen, Logistik usw.
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    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      Gemäss BFS beschäftigten die Spitäler per 31.12.2018, auf Vollzeitstellen hochgerechnet, 83,3% Frauen. In den Pflegeheimen liegt der Frauenanteil sogar bei 86,3%. Die genauen Zahlen finden Sie beim BFS: Gesundheitswesen -> Spitäler. Als ich das letzte Mal in einem Spital einen Patienten besucht habe, deckte sich die Statistik des BFS so ziemlich genau mit meiner subjektiven Wahrnehmung. Dass auf dem Bau und dem Abfuhrwesen mehr Männer als Frauen arbeiten, ist ja wohl auch keine Überraschung.
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  • Kommentar von Christoph Coltellino  (coltellino)
    Dass das einfach so möglich ist, finde ich erschreckend. Ich bin für die Abschaffung sämtlichen Milizunsinns. Viel sinnvoller wäre es doch, dafür Leute tatsächlich anzustellen. So wird es einfach noch stärker so sein, dass Leute, die keine Arbeit (mehr) haben, zusehen müssen wie andere ihre Arbeit pausieren, um besoldeten Staatsdienst zu leisten. Die Nachteile liegen auf der Hand, aber es ist halt gute alte Tradition. Typisch altmodischer bünzlischweizer Ressourcenverschleiss.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @Christoph Coltellino: Ihr Vorschlag tönt auf den ersten Blick verlockend. Zwei Probleme sind aber zu berücksichtigen: 1. Wenn Sie für alle möglichen Ereignisse, wie eben eine Pandemie, vorbereitet sein wollen, brauchen Sie sehr hohe Sollbestände. Was machen denn diese tausenden von Menschen, wenn die Katastrophe wieder vorbei ist? Werden Sie diese dann einfach entlassen? 2. Wenn Sie Leute anstellen, dann wenn sie benötigt werden, müssen Sie diese erst ausbilden. Diese Zeit haben Sie aber nicht.
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    2. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      @Leu: Was soll das mit "Sollbeständen"? Viele Menschen wären auch einfach froh, für ein paar Monate eine Arbeit zu haben. Arbeit stiftet Sinn (mehr oder weniger). Ich weiss nicht ob Sie selbst mal arbeitslos waren - das Gefühl nicht gebraucht zu werden, ist manchmal erdrückend. Und natürlich braucht es ein Anlernen - aber sicher keine dreijährige Lehre. Der Vorschlag von Coltellino IST sinnvoll.
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Paul Wagner: Ich bin total Ihrer Meinung, was den psychischen Stress bei Arbeitslosigkeit betrifft. Aber Corona ist jetzt so ziemlich der falsche Weg, dieses grosse Problem zu lösen. Ich habe Ihnen die Zielkonflikte genannt. Zudem sollten Sie nicht Arbeitsplätze aufbauen, die nach der Pandemie wieder verschwinden; und das wird passieren. Sie werden sehen. Für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gibt es bereits viele andere Programme wie bezahlte Weiterbildungen, Umschulungen und dergleichen.
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