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Geld in der Corona-Krise: Wie ist den Kleinstbetrieben am besten geholfen?
Aus HeuteMorgen vom 25.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Hilfspaket für Unternehmen Die grosse Angst vor zu viel Schulden

Kredite oder A-fonds-perdu-Beiträge für Firmen in krisenbedingter Not? Politiker fordern vom Bundesrat klare Kriterien.

Woher soll die Coiffeuse, die ihren Laden schliessen musste, das Geld nehmen, um weiterhin Miete für ihren Salon zahlen zu können? Das fragt SP-Fraktionschef Roger Nordmann. Er begrüsst das Milliarden-Hilfspaket des Bundesrats ausdrücklich, betont aber: Kleinstunternehmen wie der Coiffeursalon, der von der Hand in den Mund lebt, könnten ein Problem haben, wenn sie plötzlich einen Kredit abstottern müssten.

«Es ist klar, dass sich kleinere Betriebe und insbesondere Einzelunternehmmen fragen werden, ob sie sich überhaupt verschulden dürfen und ob sie eine Chance haben, das Geld irgendwann zurückzahlen zu können», stellt Nordmann fest. Deshalb müsse es auch ein Signal vom Bund geben, dass in gewissen Fällen eine Rückzahlung nicht zwingend ist. Genau das müsse der Bundesrat heute Mittwoch klarstellen.

Der Bund muss signalisieren, dass in gewissen Fällen eine Rückzahlung nicht zwingend ist.
Autor: Roger NordmannSP-Fraktionschef, Nationalrat (VD)

Rösti: Kredite besser als A-fonds-perdu-Beiträge

Vor solchen A-fonds-perdu-Beiträgen warnt SVP-Präsident Albert Rösti: «Die Krise ist nicht ausgestanden. Wir sind inmitten dieser steigenden Anzahl von Corona-Fällen. Wir wissen heute nicht, wie lange ein Teil der Wirtschaft stillsteht. Deshalb kann mit Krediten weit mehr Unternehmungen geholfen werden, als einfach à fonds perdu.»

Mit Krediten kannn weit mehr Unternehmungen geholfen werden, als einfach à fonds perdu.
Autor: Albert RöstiSVP-Präsident, Nationalrat (BE)

So oder ähnlich argumentieren Parlamentarier von rechts bis in die Mitte. Auch CVP-Finanzpolitiker Benedikt Würth sagt: Bevor der Bund Beiträge Direktzahlungen verspreche, müsse er prüfen, wie rasch sich die Wirtschaft von der Krise erhole: «Es ist auch davon abhängig, wie stark ein Unternehmen vor Beginn der Corona-Krise gewesen ist», so Würth. Diese Faktoren müssten berücksichtigt werden, bevor man bereits zu A-fonds-perdu-Zahlungen schreite.

Es ist natürlich auch klar davon abhängig, wie stark ein Unternehmen vor der Corona-Krise gewesen ist.
Autor: Benedikt WürthStänderat (CVP/SG)

Der Kanton Solothurn jedenfalls geht so weit: Seine Regierung hat gestern zehn Millionen Franken für Selbstständigerwerbende beschlossen. Das Geld muss nicht zurückbezahlt werden, also à fonds perdu. Allerdings reicht das nur für 2000 Franken pro Kleinstbetrieb.

Finanzminister Ueli Maurer hat bereits klargemacht: Er rechne damit, dass der Bund da und dort einspringen müsse – dass also einige Betriebe ihren Kredit nicht zurückzahlen.

Darum geht es heute im Bundesrat beim Corona-Hilfspaket

Mehr als 40 Milliarden Franken wird der Bund zahlen, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen. Zehn Milliarden des Hilfspakets sind bereits freigegeben. Über die Details zur Vergabe der restlichen Tranche berät der Bundesrat heute. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Bund für Kredite bürgen soll, oder ob die Beiträge nicht direkt an Firmen fliessen sollen, oder ob eine Rückzahlung zwingend sein soll.

Heute Morgen, 25.03.2020, 06:00 Uhr

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
    Gerade zum Frühlingsbeginn wo ein grosser Teil der Bevölkerung zuhause bleiben muss, wäre es doch sehr hilfreich und nützlich, wenn man sich z.B. auf dem eigenen Balkon oder Terrasse sinnvoll beschäftigen könnte, indem man ein Blumen- oder Gemüsebeet anlegt! Pflanzen sind u.a. auch Urprodukte, welche viel Lebensfreude bereiten (Bsp. für eine gesunde Psychohygiene) und auch in den Städten zu einer erhöhten Biodiversität beitragen (in Zeiten von Klimawandel etc.)! Leider, nicht mehr möglich!!!
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  • Kommentar von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
    Gemäss BAG dürfen u.a. nur noch Firmen, welche die lebensnotwendige Grundversorgung sicherstellen bzw. aufrecht erhalten müssen, weiterarbeiten. Gärtnereien gehören angeblich nicht dazu! Viele dieser Unternehmen stehen von heute auf morgen vor dem Nichts d.h. sie müssen all ihre für das Frühjahr bereitgestellten Waren (Pflanzen, Gemüsesamen etc.) vernichten! Manchmal frage ich mich wirklich, was für beschränkte Schreibtischtäter solche unsinnigen Entscheide fällen?
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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Habe eine Idee. Statt Argent perdue für Steuerzahler, könnten wir die Herren Thiam, Tremonti und weitere Chefs mit Millionenboni fragen, ob sie unser gespartes „ Argent perdue“ sponsern statt in Saus und braus zu Horten.
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