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Hochfrequenz-Strahlen Ist das 5G-Netz ein Risiko für die Gesundheit?

Legende: Video Aus dem Archiv: Gesundheitsrisiko 5G? abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
Aus Puls vom 05.03.2018.

Unterschied Strahlung Funkantennen und Smartphone: Die grossen, sichtbaren Anlagen verunsichern stärker als das handliche Smartphone. Dies aber zu Unrecht. «Das Handy am Ohr bestrahlt bei schlechter Verbindungsqualität den Körper lokal bis 100'000 Mal mehr als dies typischerweise durch Antennen geschieht», sagte Umweltepidemiologe Martin Röösli aus Basel. 90 bis 95 Prozent unserer Strahlenbelastung entsteht so durch Handys oder Tablets.

Das machen elektromagnetische Felder im Körper: Es entsteht der gleiche Effekt wie bei der Mikrowelle: Wassermoleküle und weitere bipolare Teilchen geraten in Schwingung. So entsteht Reibungswärme. Sie ist im Körper jedoch minimal: Innerhalb der Grenzwerte würde sich bei einer Ganzkörperbestrahlung der Körper nur um 1/50stel Grad erhöhen – beim Telefonieren mit Handy am Ohr lokal um 0,1 bis 0,2 Grad. Was über die elektromagnetische Strahlung bekannt ist, gilt auch für 5G. In Zukunft soll es aber auch höhere Frequenzen geben. Diese dringen weniger tief in den Körper ein, was gemäss Martin Röösli grundsätzlich positiv ist. Damit rücken aber mögliche Effekte auf die Haut stärker in den Fokus.

Mobilfunknutzung und Krebs: Bei den meisten Studien dazu handelt es sich um Tierversuche, bei denen Ratten oder Mäuse elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind, die deutlich über jener der Bevölkerung liegt. Hier zeigten sich tatsächlich häufiger bösartige Tumore in Gehirnen und Herzen. Für die einen ist das nicht übertragbar auf Menschen, für andere ein Indiz für ein Gesundheitsrisiko. Untersucht wurden in den Studien die Auswirkungen bei einer Handynutzung, also bei einer höheren Strahlenbelastung als durch Sendeanlagen.

Das sagt die Krebsliga Schweiz: Auf ihrer Webseite heisst es: «Hinsichtlich der Unsicherheiten bezüglich Langzeiteffekten und möglichen Risiken für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Krebsliga Schweiz einen zurückhaltenden Umgang mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern.» Sie empfiehlt Handybesitzern vorsorglich, zum Beispiel beim Telefonieren eine Freisprecheinrichtung zu benützen, Telefonate kurz zu halten oder SMS zu schreiben. Denn: Den Beleg für eine absolute Unbedenklichkeit konnte die Wissenschaft bislang noch nicht erbringen.

Neuste Studien: Eine Studie vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut mit fast 700 Jugendlichen in der Schweiz ergab 2018, dass hochfrequente elektromagnetische Felder bei der Nutzung von Mobiltelefonen die Gedächtnisleistung beeinträchtigen können. Während 2011 die Internationale Agentur für Krebsforschung die Strahlenbelastung als möglicherweise kanzerogen klassiert, sind bisher weltweit keine konsistenten Zunahmen von Hirntumorerkrankungen im Zusammenhnag mit der Mobiltelefonnutzung festgestellt worden, sagt Röösli. Studien zeigen aber auch, dass 5G-Strahlen mit Zellen interagieren, ähnlich wie bereits in anderen Mobilfunkstudien beobachtet wurde.

Grenzwerte sollen schützen: Solange nicht zweifelsfrei Entwarnung gegeben werden kann, dass elektromagnetische Strahlung unbedenklich ist, gelten an Orten, wo wir uns oft aufhalten wie Wohnungen, Schulen, Büros und Spielplätze noch strengere sogenannte Anlagegrenzwerte.

Bald ein 5G-Netz in der Schweiz?

Bald ein 5G-Netz in der Schweiz?

Um das 5G-Netz zu bauen, müssen die Anbieter neue Mobilfunk-Antennen aufstellen, was vor allem in den Städten wegen den Bauvorschriften häufig nicht möglich ist. Auch Einsprachen und Grenzwerte könnten das Tempo der Einführung bremsen. Nachdem der Ständerat im März 2018 beschlossen hat, den Strahlenschutz nicht zu lockern, bereitet das Bundesamt für Umwelt nun eine Revision der Verordnung vor. Der Bundesrat soll sie im Frühling verabschieden, damit sie Mitte 2019 in Kraft treten kann.

Unabhängig davon arbeitet eine Expertengruppe an einem Bericht über die weitere Zukunft von Mobilfunk und Strahlenbelastung, der ebenfalls für Mitte Jahr erwartet wird. Dann wird sich zeigen, ob die ehrgeizigen Pläne der Telekomfirmen Realität werden.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Albrecht (notabene)
    Die Diskussion hier zeigt, dass nahezu alle absolut keine Ahnung haben von dem was da auf uns zukommt. Ich kenne mich aus mit Hochfrequenztechnik, habe mich in die Materie eingelesen und mir gefriert das Blut in den Adern! Ich kann hier nur eins sagen: Machen Sie sich schlau und glauben KEIN Wort von den Schönfärbereien der Telekomunikationsmonster. Das hier ist eine wirklich ernste Sache und aus meiner Warte gesehen ein absoluter Wahnsinn!
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    1. Antwort von Beno Trütsch (benotruetsch)
      Inwiefern kennen sie sich wirklich damit aus? Sie haben zwar recht, dass sehr hohe Frequenzen gefährlich sein können. Solch hohe Frequenzen gibt es von Natur aus eine Menge, nicht beim Mobielfunk. Krebserregend wird es erst bei Frequenzen, die rund eine Million mal höher sind (UV-Licht) darunter passiert abgesehen einer minimalen Erwärmung nicht viel. Sichtbares Licht, das nur wenig tiefere Frequenzen hat, ist bereits ungefährlich. Alles andere sind reine Vermutungen aufgrund von Halbwissen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Wenn man den Pornoverkehr im Web senken würde, wäre 4G locker genügend. Man müsste nur alle Webseiten mit Pornos ohne Zugangskontrolle via Kreditkarte sperren. Das wäre anfangs etwas Aufwand, dann aber ein gigantischer, auch volkswirtschaftlicher Gewinn. An den Universitäten machen Pornos bis zu 50 % der Daten aus. Das wird in Banken, Versicherungen, etc., nicht anders sein. Sperren und es wird mehr gearbeitet ;-)
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Oder wieder Ventile fuer natuerliche Befriedigung natuerlicher Grundbeduerfnisse schaffen. Dann geht die Nachfrage nicht nur nach Porno, sondern auch nach vielen anderen schae(n)dlichen Ersatzbefriedigungen automatisch zurueck. Aber seitdem die Maentschesterliberalen die Frauen an und unter die Maschinen und Schreibtische geholt haben, machen die Politiker Freierabend, wenn sie die Beduerfnisse der Wirtschaft im Frieden und der Generaele im Krieg befriedigt haben....
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    2. Antwort von Kari Raeschter (K. Raeschter)
      @Alex Bauert (A. Bauert): Schwachsinn. Solche Seiten in Firmen zu sperren ist das einfachste was es gibt. In vielen Firmen und Banken ist weder Facebook, Youtube, Twitter, etc. erlaubt; geschweige den solche Erotic-Seiten. Unsere heutige Gesellschaft kommuniziert anders. Zum Bsp. schaut man heute einen Video an anstatt die Bedienungsanleitung zu lesen für ein neues Gerät. Die Jugend kommuniziert doch immer mehr mit kleinen Videos und Online-Feeds. Das alles benötigt natürlich Bandbreite.
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  • Kommentar von P. Reist (Donpasqual)
    Meistens wird von Krebs und Handy am Ohr geredet. Davor habe ich weniger Angst. Was ist mit Problemen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen etc.? Wir werden 24 Stunden am Tag unnatürlich bestrahlt. WLan, Handymasten, Dect Telefone. Das hat alles Einfluss auf unser Wohlbefinden. In Schweden ist Elektrosensibilität eine anerkannte Krankheit. Nicht jeder Mensch ist gleich. Nur weil sich einige nicht betroffen fühlen, heisst das nicht, dass diese Probleme nicht existieren.
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    1. Antwort von Beno Trütsch (benotruetsch)
      Die Elektrosensibilität hat allerdings nichts damit zu tun wie viel Strahlung es tatsächlich gibt. Die Elektrosensibilität ist ein rein psychologisches Phänomen. Jedenfalls konnte noch nie einen Effekt darüber hinaus nachgewissen werden. Das Problem ist nicht die Stahlung an sich, sondern die Angst davon. Das beste dagegen ist Aufklärung, zu Verstehen dass Elektromagnetische Wellen weder magisch noch böse sind. Dies gilt insbesondere für nicht ionisirende Stahlung.
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