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Legende: Audio 5G: So sieht die Lage hierzulande aus abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
Aus Audio Aktuell SRF 3 vom 23.01.2019.
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Zukunft des Mobilfunks Wo die Schweiz beim 5G-Netzausbau steht

In diesen Tagen sollen die 5G-Lizenzen versteigert werden. Wie weit ist der Netz-Ausbau heute und wie geht es weiter?

Geht es nach dem Plan der Eidgenössischen Kommunikationskommission und des Bundesamtes für Kommunikation, dann findet die Auktion der Frequenzen für das Schweizer 5G-Netz noch in diesem Monat statt. Werden alle Frequenzen zum Tiefstpreis vergeben, nimmt der Bund 220 Millionen Franken ein.

Welche Telekomfirmen an der Versteigerung teilnehmen, ist nicht bekannt. Swisscom, Sunrise und Salt werden wohl mitbieten. Ihre Netze kommen wegen dem kontinuierlich wachsenden Datenvolumen mit der bestehenden Technologie an ihre Grenzen.

Mit 5G kann man in kurzer Zeit grosse Datenmengen transportieren. Ein Kinofilm in HD zum Beispiel ist in wenigen Sekunden heruntergeladen. Der neue Standard kennt bei der Übermittlung auch kaum Verzögerungen, eine neue Verbindung wird augenblicklich aufgebaut.

5G-Ausbau zuerst auf dem Land

Die Industrie erhofft sich deshalb viel von 5G: Selbstfahrende Autos sollen quasi in Echtzeit miteinander kommunizieren, Fabriken ihre Produktionsprozesse per Mobilfunk hochpräzise aufeinander abstimmen. Wie das geht, testet Swisscom seit September in Burgdorf mit einem lokalen 5G-Netz. Zusammen mit der Medizinaltechnik-Herstellerin Ypsomed erprobt Swisscom die vollautomatisierte Produktion der Zukunft mit 5G-Antennen, die in den Produktionshallen Maschinen, Sensoren und Computer vernetzten.

Ein 5G-Sender der Swisscom klebt an einer grauen Plastik-Kiste.
Legende: Mit einem 5G-Sender der Swisscom überwacht die Firma Ypsomed den Produktionsprozess. Keystone

In Bern, Luzern, Zürich, Lausanne und Genf hat die Swisscom ausserdem erste 5G-Testantennen in Betrieb. Auch Sunrise betreibt in Oerlikon eine solche Anlage und hat in Laax ein 5G-Netz aufgebaut. Salt hat die neue Technologie erst im Rahmen einer Präsentation am Hauptsitz in Renens gezeigt.

Damit unterscheidet sich die Schweiz nicht vom Rest der Welt: Auch in anderen Ländern gibt es Testversuche mit 5G, flächendeckend verfügbar ist der neue Mobilfunkstandard aber noch in keinem Land. 2019 und 2020 Jahr soll sich das aber ändern, denn 5G gilt als Zukunftstechnologie und als Standortvorteil.

Darum soll auch der Ausbau des Schweizer Netzes in den nächsten Monaten vorangetrieben werden: Swisscom hat angekündigt, noch in diesem Jahr 60 Städte und Gemeinden mit 5G zu erschliessen. Sunrise will 2020 vor allem auf dem Land ausbauen – also dort, wo schnelle Glasfaser-Anschlüsse die Ausnahme sind und den Kunden eine 5G-Verbindung besonders zu Gute kommt.

Einsprachen und Grenzwerte könnten Ausbau bremsen

Ob es so schnell gehen wird, wie die Telekomfirmen es hoffen, ist aber nicht klar: Einsprachen und Grenzwerte könnten das Tempo bremsen. Um das 5G-Netz zu bauen, müssen die Anbieter neue Mobilfunk-Antennen aufstellen, was vor allen in den Städten wegen den Bauvorschriften häufig nicht möglich ist.

Zwar gelten in der Schweiz im Vergleich zur EU tiefere Grenzwerte für Mobilfunk-Strahlung. Die Telekomfirmen kritisieren trotzdem, dass die Vorgaben der Behörden den Ausbau ihrer 5G-Netze erschwerten

Nachdem der Ständerat im März beschlossen hat, den Strahlenschutz nicht zu lockern, bereitet das Bundesamt für Umwelt nun eine Revision der Verordnung vor. Der Bundesrat soll sie im Frühling verabschieden, damit sie Mitte 2019 in Kraft treten kann. Unabhängig davon arbeitet eine Expertengruppe an einem Bericht über die weitere Zukunft von Mobilfunk und Strahlenbelastung, der ebenfalls für Mitte Jahr erwartet wird.

Dann wird sich zeigen, ob die ehrgeizigen Pläne der Telekomfirmen Realität werden oder ob die Schweiz im Rennen um die Einführung von 5G den Anschluss verliert.

5G-Smartphones noch nicht im Laden

Ein Vertreter der Swisscom zeigt den Prototypen eines 5G-fähigen Smartphones von Qualcomm (rechts).
Legende:Ein Vertreter der Swisscom zeigt den Prototypen eines 5G-fähigen Smartphones von Qualcomm.Keystone

Um den nächsten Mobilfunk-Standard nutzen zu können, braucht ein Smartphon einen 5G-fähigen Chipsatz. Solche Geräte kommen erst im Verlaufe des Jahres aus den Markt. Am Mobile World Congress in Barcelona, einer der grössten Messen rund um den Mobilfunk, werden Ende Februar vermutlich die ersten Geräte vorgestellt, die dann nach und nach in die Läden kommen. Apple-Kunden müssen wohl etwas länger warten: Gerüchteweise soll die Firma mit dem ersten 5G-iPhone bis 2020 warten.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Andrirjd Hsjehe  (Idbrhfc)
    Ist das 5G überhaupt gesund für den Körper. Oder schadet das den Körper. Ich habe Inntal im Puls ein Bericht darüber gesehen.
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Wer dafür ist, dass in der Schweiz weiterhin tiefere Strahlen-Grenzwerte als in der EU sind, sollte dann aber auch nicht reklamieren, wenn als Folge davon die Mobilfunkabos teurer sind als in der EU. Man kann einfach nicht beides haben. Tiefere Grenzwerte heisst mehr Antennen und die Kosten Geld. Ich hoffe, die Kritiker gehen dann auch nicht mehr in EU-Länder in die Ferien, denn dort würden sie ja komplett verstrahlt, wäre viel zu gefährlich.
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  • Kommentar von Lea Testi  (Learosa)
    Eine schnellere Verbindung ist sicher toll...
    Doch es wäre, auch wenn ich hier die Kommentare lese sicherlich auch sehr interessant, wenn ihr vom SRF auch die Frage stellt, was den diese Strahlen machen, ob sie etwas machen, ob sie schädlich sind usw.
    Eine kritische Hinterfragung fänd ich super!!
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