Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bio-Absatzzahlen nur noch leicht höher
Aus HeuteMorgen vom 04.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
Inhalt

Hype während Corona-Lockdown Vom Bio-Boom ist wenig übrig geblieben

Während des Lockdowns waren lokale und nachhaltige Produkte gefragt. Doch ein Umdenken hat nicht stattgefunden.

Einkaufen im Bio-Hofladen, Körbe mit Biogemüse im Abonnement – das war während des Lockdowns angesagt und ist heute bereits wieder Geschichte. «Die Nachfrage jetzt hat sich eigentlich wieder normalisiert. Dass die Grenzen wieder offen sind, mag sicher einen Teil dazu bewirkt haben», glaubt Alexander Tanner, Gemüsebauer und Betriebsleiter der Agrico Genossenschaft.

«Teilweise 50 Prozent höhere Zahlen»

«Wir stellen fest, dass die Absatzzahlen mit dem Ende des Lockdowns wieder etwas heruntergegangen sind», sagt auch der Pressesprecher von Bio Suisse, David Herrmann. «Aber sie sind in vielen Märkten immer noch über dem Vorjahresniveau. Beim Gemüse hatten wir während des Lockdowns zum Beispiel teilweise 50 Prozent höhere Zahlen als normalerweise. Jetzt sind wir im Mai und Juni wieder leicht über Vorjahresniveau.»

Beim Gemüse verzeichnet Bio Suisse 14 Prozent mehr Verkäufe als im Jahr davor, als Covid-19 nicht existierte. Weit entfernt vom Boom also. Bemerkenswerterweise geht Hermann nicht davon aus, dass während des Lockdowns viele Menschen, die vorher nichts mit biologischem Essen am Hut hatten, durch die Krise plötzlich anfingen, umzudenken und Bio zu kaufen. Vielmehr hätten einfach mehr Bio-Konsumenten zu Hause Bio gekocht, glaubt er.

Bio-Chips auch am Kiosk

«Die Leute, die regelmässig Bio kaufen, konnten sich ja während des Lockdowns nur daheim ernähren. Also hat sich deren Nachfrage erhöht. Sie konnten nicht auswärts essen gehen, die Kantinen waren zu, sie haben zu Hause gearbeitet. Das ist einer der starken Gründe, warum Bio während des Lockdowns so gut gelaufen ist», erklärt David Herrmann.

Darum ist für Bio Suisse klar: Wenn die Menschen mehr Bio essen sollen, muss die Verfügbarkeit von Bioprodukten vorhanden sein. Diejenigen Konsumenten, die zu Hause Bio essen, sollten auch in der Kantine oder im Restaurant Bio essen können. Bio Suisse startet darum im Herbst eine Offensive auf die Gastronomie. Auch die Kooperation mit Tankstellen, Takeaways und Kiosken soll verstärkt werden. Sodass, wer will, auch Bio-Chips am Kiosk kaufen kann.

SRF 4 News, Heute Morgen, 29. Juli 2020, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

64 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    Immer wieder die Ausrede ich muss billig kaufen wegen Grossfamilie/Kinderzahl. Kinder auf die Welt stellen und dann nörgeln ......
  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Wenn man glaubt dass Landwirte etc. spritzen können wieviel und was die wollen, der hat einfach keine AHNUNG. Wollen wir diesen Menschen nicht ein genauso hohes Mass an Verantwortung zusprechen wie allen anderen Menschen auch. BIO wird hochstilisiert, was genau Bio ist, das muss man erst mal definieren. Würmer im Gemüse sind u.U. genauso schädlich wie ein gut dosiertes Pflanzenschutzmittel.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Klaus KREUTER: Also, wenn ich wählen müsste, wäre mir lieber, einen Wurm im Apfel zu verschlucken, als eine Ladung DDT zusammen mit dem Apfel zu verspeisen. Am Wurm ist noch keiner gestorben. Der ist sogar proteinhaltig.
    2. Antwort von Esther Jordi  (EstherJ.)
      Die Würmer dürfen Sie essen, müssen es aber nicht. Ist Geschmackssache. Das Pflanzenschutzmittel lässt sich jedoch nicht vollständig rauswaschen, es bleibt immer etwas davon zurück.
    3. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Würmer im Gemüse sind für den Konsumenten nicht schädlich, selbst wenn er sie aus Versehen ist. Die hohen Konzentrationen an Chemikalien im Grund- und Trinkwasser schon. Die Würmer im Gemüse führen für den Bauern aber zu einer Ertragsminderung, solange nicht ein Umdenken beim Konsumenten stattfindet. Sinnvoll wäre, kein perfektes Gemüse zu erwarten, und anständige Preise für umweltschonend angebaute Lebensmittel zu bezahlen. Was Bio ist, wird durch die entsprechenden Labels klar definiert.
  • Kommentar von Markus Kotthaus  (Alcheringa)
    Wir habe schon vor Corona alles mögliche in Bio gekauft, aber währenddessen auch viel mehr zu Hause gekocht.
    Bio ist schon teurer, aber die nachhaltigere Landwirtschaft und wir möchten uns nicht mit den Pestiziden vergiften.