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Im Einsatz gegen den IS Geldstrafe für Syrien-Kämpfer

Legende: Video Das Urteil fällt milde aus abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.02.2019.
  • Mildes Urteil für Syrien-Kämpfer: Das Militärgericht in Bellinzona hat Johan Cosar zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Franken verurteilt.
  • Zudem muss er eine Busse von 500 Franken bezahlen.
  • Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Cosar will es in der nächsten Instanz anfechten, wie er zu SRF sagt.
  • Der Tessiner Ex-Wachtmeister hatte in Syrien als Anführer einer christlichen Privatarmee gegen die Terrormiliz IS gekämpft.

Johan Cosar wurde in St. Gallen geboren und wuchs in Locarno auf. Seine Eltern sind assyrischer Abstammung und damit Christen. Nach dem arabischen Frühling 2011 reiste Cosar nach Syrien, um sich dort vor Ort über die Situation seiner Familie zu informieren.

Der Auditor der Armee forderte eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen und eine Busse von 2500 Franken.

Christliche Miliz gegen IS-Terroristen

Ende 2012 kam die Terrormiliz IS immer näher an die christlichen Ortschaften im Norden Syriens heran. Zusammen mit weiteren Personen formierte Cosar deshalb die christliche Miliz Syriac Military Council (SMC), in der er von 2013 bis 2015 im Einsatz stand.

Dies geschah ohne die Bewilligung des Bundesrates, was für einen legalen Kampfeinsatz eines Schweizer Soldaten im Ausland notwendig gewesen wäre.

Cousin wurde freigesprochen

Der ebenfalls angeklagte Cousin Cosars wurde heute von allen Vorwürfen freigesprochen. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, in der Schweiz eine nicht bestimmte Anzahl von Personen für die Miliz SMC rekrutiert zu haben. Dafür postete er Aufrufe in den sozialen Medien.

Der Cousin wurde 1989 in Locarno geboren und hat an der Universität Lausanne Kriminalwissenschaften studiert. Er lebt derzeit in Genf.

Das sagt SRF-Mitarbeiter Gerhard Lob in Bellinzona:

Das sagt SRF-Mitarbeiter Gerhard Lob in Bellinzona:

Das Militärgericht musste Johan Cosar (Bild oben) verurteilen – weil es das Militärgesetz so vorsieht. Einen von der Verteidigung geltend gemachten Notstand zum Eingreifen vor Ort akzeptierte das Gericht nicht. Trotzdem anerkannten die Richter die «ehrenwerten Motive» von Cosars Handeln – so der Richter. Ein Urteil aber, das Schweizern für Militäreinsätze im Ausland künftig quasi einen Freipass gewähren würde, sei nicht möglich. Johan Cosar zeigte sich über das Urteil erleichtert, will aber trotzdem in Berufung gehen.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von werner zuercher (Werner Zuercher)
    Dieses milde Urteil wird dann auch auf die IS Heimkehrer angewendet. Wetten, dass....! Diese verließen arrogant und in Hass unsere Wertegesellschaft, um in mittelalterlicher Barbarei das gelobte Land zu finden. Aber bald ging es um mehr als sich protzig mit Kalaschnikow und enthaupteten Ungläubigen im Net zu inszenieren. Man musste sich in Erdlöcher verkriechen und in Frauenkleider vor dem mutigen Feind fliehen! Kleinlaut möchte man jetzt zurück an die, in Europa prall gefüllten Fresströge!
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    IS sind die Schlechten, Christen sind die Guten... aus Sicht der Christen, aus Sicht der Moslems ist es genau umgekehrt.. halt Ansichtssache... in welchem Namen mit welchem Motiv man toetet spielt keine Rolle,ob wegen eines Glaubens,einer Ueberzeugung ist es nicht weniger als Toeten.. unakzeptabel!
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Johan Cosar hat sich als Schweizer mit fremden Hintergrund dafür entscgieden etwas für seine Heimat zu tun. Man kann von einem Doppelbürger nicht verlangen zuzusehen wie in seiner Heimat Leute abgeschlachtet werden nur weil sie keinen Fanatikern folgen wollen. Herr Cosar tat mehr gegen den IS als jeder Schweizer. Während unsere Firmen mit IS-Unterstüzern wie der Türkei und Saudi-Arabien Handel treiben schaut unsere Regierung nur zu. Während Diese Firmen unbeheligt werden wird er verurteilt?
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