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Die Post sucht Alternativen für den schwindenden Briefpost-Umsatz
Aus Espresso vom 18.09.2019.
abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
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Immer weniger Briefpost Altkleider und Trödelware: Pöstler erhalten neue Aufgaben

Weil immer weniger Briefe verschickt werden, müssen Briefträger allerhand Zusatzaufgaben übernehmen.

Während die Zahl der spedierten Pakete jedes Jahr steigt, verzeichnet die Post bei den Briefen seit 2010 einen Rückgang um 20 Prozent. Um diese Entwicklung auszugleichen, überträgt die Post ihren Briefträgerinnen und Briefträgern immer mehr Zusatzaufgaben. So werden auf der Tour Kaffeekapseln, Altkleider und Wertstoffe eingesammelt, Gemüsepäckli zugestellt oder sogar Stromzähler abgelesen.

«Kleiner Aufwand grosse Wirkung»

«Wir prüfen jede taugliche Idee, um auf der letzten Meile neue Logistik-Aufgaben zu übernehmen und so das Minus bei der Briefpost auszugleichen und die Arbeitsstellen unserer 8000 Pöstlerinnen und Pöstlern zu schützen», erklärt die Mediensprecherin der Post Nathalie Dérobert gegenüber dem Konsummagazin «Espresso» von SRF 1. Erfahrungsgemäss seien diese Zusatzaufgaben mit kleinem Zusatzaufwand zu erfüllen.

Ausbildung und genügend Zeit als Voraussetzung

Es gebe unterschiedliche Meinungen zu diesen Zusatzaufgaben, erklärt David Roth, Leiter der Sektion Logistik bei der Gewerkschaft Syndicom. Grundsätzlich stünden die Pöstler dieser Strategie auf der letzten Meile offen gegenüber. Als Voraussetzung dafür nennt Roth allerdings eine adäquate Ausbildung und genügend Zeitressourcen. Auch dürfe eine solche Diversifikation nicht mit zusätzlichem Stress für die Postboten verbunden sein. Betreuungsaufgaben wie zum Beispiel in Frankreich könnten den Schweizer Postboten keinesfalls übertragen werden.

Beide Seiten betonen, dass die neuen Logistik-Aufgaben der Postboten auch ökologisch Sinn machen und gleichzeitig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine grosse Hilfe sein können. Zudem geben sie übereinstimmend der Überzeugung Ausdruck, dass das weiterhin schwindende Briefpost-Volumen und die Digitalisierung den Zustellbeamten auf der letzten Meile schon in naher Zukunft weitere Neuerungen bringen werden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von lukas Dieterle  (lucky)
    Ich wäre ja schon mal froh, wenn die Post ihren Jop machen würde und mir die Briefe bringen würde. Aber weil mein Briefkasten nicht genehm ist, muss ich jede Woche auf die Post um meine RG abzuholen! Die Briefträger können dann mangels Arbeit irgendwelche Kleider einsammeln...
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  • Kommentar von Peter Zurbuchen  (drpesche)
    Die Pösteler haben immer weniger zu tun, dafür übernehmen zu viel schlechteren Bedingungen angestellte Zusteller von privaten Postdiensten ihre Arbeit. Aus guten, anständig bezahlten Arbeitsplätzen mach Billigarbeit, Wer profitiert? Wer verliert?
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  • Kommentar von Amit Guriev  (amitg)
    Weniger Briefe ? Wieso kommt die Briefpost bei mir dann erst um 12 Uhr ? Die sollen lieber mal speditiver arbeiten
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    1. Antwort von David Marik  (davidmarik)
      ?? Haben Sie mal ins Ausland geschaut, wann dort die Post kommt?
      Wenn man zB in Zürich noch um 22:00 einen A Brief für 1,- aufgeben kann wo am nächsten Tag ankommt, wie soll der dann frühet bei Ihnen sein? Der Pöstler steht um 04:30 auf und sortiert am morgen ihre Post, dann geht es um7 oder um8 auf Tour, der Reihenfolge nach - da können nicht alle zuerst zugestellt werden.
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    2. Antwort von Simon Füllemann  (Simon Füllemann)
      Wenn die Post für alle Personen vor 12 Uhr zugestellt würde, dann könnte die Post Pöstler nur noch Teilzeit anstellen. Möchten Sie das? Die Pöstler haben nach der Zustellung nicht mehr viel zu erledigen und kämen somit nie auf ihre Zeit. Zustelltouren werden daher regelmässig vergrössert. Wenn Sie die Post früh erhalten möchten, können Sie ein Postach eröffnen. Ich als Mitarbeiter der Post bin dankbar, dass die Post innovativ ist und sich bemüht Arbeitsplätze zu sichern.
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    3. Antwort von Stefan Andreas Berta  (sab@dietlikon.ch)
      Gebe ihnen vollkommen Recht: bis vor ein paar Jahren kam der Pöstler täglich kurz nach 9 Uhr. Seit die Zustellung von einer anderen Gemeinde aus zentral gesteuert wird, dauert es auch bei mir jeweils bis kurz vor 12 Uhr! Das nennt man dann wohl "Optimierung des Zustell-Prozesses"! Und das Postamt meiner Gemeinde wird dann wohl auch schon bald verschwinden.
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    4. Antwort von Hans Meier  (H-M)
      Weltuntergang wenn die post erst um 12 da ist!! Ohh jeeh wie kann man(n) das nur überleben!!!
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