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Hochbetagte stecken sich weniger an
Aus 10 vor 10 vom 18.02.2021.
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Impfeffekt? Hochbetagte stecken sich weniger häufig mit Corona an

Der Anteil der über 80-Jährigen, die sich mit Corona anstecken, ist seit dem Impfstart stark gesunken. Pflege- und Altersheime fordern nun eine Lockerung des Besucherregimes. Hat sich bereits ein Impfeffekt eingestellt?

Pflege- und Altersheime waren im letzten Jahr am Limit: Die Massnahmen mussten besonders strikt und rigoros eingehalten werden, um die hochbetagten Personen und die Risikopatienten vor einer Corona-Ansteckung zu schützen.

Doch jetzt werden in ersten Heimen die Sicherheitsvorkehrungen gelockert: Im Kanton Freiburg dürfen ab dem 1. März geimpfte Heimbewohnende wieder nach draussen und Besuch empfangen. Dies begründet der Kanton mit der hohen Durchimpfungsquote bei den Bewohnenden: Bis am 25. Februar sollen 95 Prozent der Bewohnenden ihre zweite Impfung erhalten haben. Auch in anderen Kantonen wurde in Pflegeinstitutionen schon rege geimpft, viele sind schon mit den zweiten Impfungen durch, stellt Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte, fest.

Entspannung bei der Situation von Hochbetagten

In den letzten Wochen hat sich die Corona-Situation bei den Hochbetagten auch zahlenmässig entspannt: Bei den über 80-Jährigen ist die Inzidenzrate in den letzten Wochen im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen stärker gesunken, wie ein Blick in die Zahlen von SRF Data zeigt. So ist die Anzahl der Neuinfektionen bei den über 80-Jährigen 85 Prozent tiefer als noch anfangs Dezember. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen lag der Wert im Dezember bei gut 380 wöchentlich, ging dann auf knapp 90 zurück.

Ist der Rückgang der Inzidenzen bei Hochbetagten auf die Impfung zurückzuführen? Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte findet es verfrüht, Vermutungen über den Impfeffekt anzustellen.

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Rudolf Hauri, Präsident Vereinigung Kantonsärzte : «Verständlicher Wunsch, dass man wieder mehr Besucher zulassen will.»
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Nach wie vor sei nicht geklärt, ob die Impfung vor einer Ansteckung schütze. «Es sind viele Faktoren, die beim Rückgang der Infektionen bei den Hochbetagten mitspielen», sagt er weiter.

Wenn alle die Personen in den Heimen geimpft sind, die dies auch wollen, dann steht der Diskussion und der Umsetzungen von Lockerungen eigentlich nichts im Wege.
Autor: Rudolf HauriPräsident der Kantonsärzte

Neben den allgemeinen Schutzmassnahmen könnten gerade auch die vielen Ansteckungen in den Institutionen eine Rolle gespielt haben. «Da sich schon viele Leute in den Heimen schon mit dem Virus angesteckt haben, haben auch viele eine Teilimmunität erreicht», sagt Hauri.

Den Wunsch nach Lockerungen der Heime kann Hauri trotz Unsicherheit über den Impfeffekt nachvollziehen. «Wenn alle die Personen in den Heimen geimpft sind, die dies auch wollen, dann steht der Diskussion und der Umsetzungen von Lockerungen eigentlich nichts im Wege», sagt er. Ideal wäre eine Durchimpfungsquote von rund 70 Prozent.

Weitere Altersheime wollen lockern

Die Alters- und Pflegeheime im Kanton Freiburg haben diesen Wert nach der zweiten Impfung locker erreicht. Auch in anderen Kantonen wollen Altersheime nachziehen. Die Institution Casa Solaris in Niederuzwil hat bereits 90 Prozent ihrer Bewohnenden zum ersten Mal geimpft, die zweite Impfung soll im März folgen.

Auch sie strebt eine Lockerung des Besucherregimes an für die Geimpften, sobald diese die zweite Impfung erhalten haben. «Wir haben dem Kanton letzte Woche ein Konzept vorgelegt», so Clovis Défago, Verwaltungsratspräsident von der Casa Solaris AG, die mehrere Standorte in der Ostschweiz betreibt. Der Kanton habe sich quergestellt und explizit die Ungleichbehandlung der Ungeimpften kritisiert, sagt Défago.

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Clovis Défago, VR-Präsident Casa Solaris AG: «Grundsätzlich gilt, dass es keine Besucher-Regeln geben soll.»
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Auf Anfrage schreibt das St. Galler Gesundheitsdepartement in Bezug zu möglichen Lockerungen: «Zuerst einmal müssen die Zweitimpfungen abgeschlossen werden und der Infektionsschutz aufgebaut sein.» Sie würden die Fragestellung in «nützlicher Frist» aufgreifen und mit den Verantwortlichen diskutieren. Dies kritisiert Défago: «Wenn es um Restriktionen geht, dann gelten die ab morgen, wenn etwas gelockert werden soll, dann dauert es Wochen».

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10vor10, 18.02.2021, 21:50 Uhr

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Helen Gersbach  (Soliris)
    In den bisherigen Kommentaren scheint mir verloren gegangen zu sein, dass nicht nur die BewohnerInnen in den Alters- Und Pflegeheimen geschützt werden müssen.
    Viele zwischen 60 und 75 trifft das Virus auch schwer. Diese Gruppe wird im öffentlichen Dialog kam bedacht.
    Sie sitzen auch schon seit einem Jahr zu Hause und warten auf sicherere Zeiten.
    Bis diese Gruppe geimpft ist, wird es Sommer.
    1. Antwort von Korina Graf  (Kory)
      Genau und die Gruppe mit Vorerkrankungen unter 60 Jahren warten auch, können nicht arbeiten gehen.
    2. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Diese Gruppe sitzt mitnichten zu Hause. Sie wandert durch die Landschaft, brät sich an einer Feuerstelle eine Wurst mit Kollegen, fährt Zug, gönnt sich ein paar Tage in den Bergen, und ist bestens im Stande, sich, trotz Aktivitäten, gut zu schützen. Ich weiss, wovon ich rede, ich gehöre dazu. Man sollte nicht übertreiben.
    3. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Frau Gersbach, Sommer in welchem Jahr?
    4. Antwort von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
      Genau ich sitze keinen einzigen Tag Zuhause, seit Beginn dieser Coronhysteri gehe ich so oft wie möglich unter Menschen. Fase to Fase. Ich atme Viren extra und bewusst ein. Nicht um anderen zu schaden, einfach deshalb weil es mein Weg und natürlich ist. Und ich war kein Tag Krank. Werde auch 60ig. Ich hab keine Lust das natürliche Training zu unterbrechen. Das nenn ich ich mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten.
    5. Antwort von Ursula Rheinganz  (UrsulaR)
      Warum nur zu Hause sitzen. Das müssten Sie nicht. Sie können doch rausgehen, einkaufen. Nicht mal aufs Kaffeetrinken muss man verzichten. Den nimmt man sich einfach mit auf die Parkbank.
      Mit einer gutsitzenden Maske ist auch der ÖV kein Problem, ausser vielleicht für die U65. Am Abend und über Mittag wird es da schon mal eng.
  • Kommentar von Werner Fischer  (fischer.emmetten@bluewin.ch)
    „Ab dem 1. März dürfen geimpfte Heimbewohner wieder nach draussen...“ Heisst mit anderen Worten, Heimbewohner dürfen bisher nicht nach draussen, sind also eigesperrt! Und das mit der Begründung sie schützen zu müssen, das ist skandalös!
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Wie ich im Radio hörte, geht es sogar um Spaziergänge. Vieles steht nicht zum Besten.
    2. Antwort von Andy Grenacher  (Andy grenacher)
      Zu bedenken sollte auch geben, das Geimpfte wieder raus dürfen. Also doch eine Art Pflicht, falls man dem drang nach frischer Luft nachgeben möchte.
    3. Antwort von Maria Heule  (marbel)
      Die Heimbewohner sind seit fast ein Jahr fast!eingesperrt...schlimm
  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    "Nach wie vor sei nicht geklärt, ob die Impfung vor einer Ansteckung schütze. «Es sind viele Faktoren, die beim Rückgang der Infektionen bei den Hochbetagten mitspielen», sagt er weiter."

    So stelle ich mir die Antwort eines Wissenschaftlers vor (treibt Hauri Wissenschaft? Egal). Jetzt wäre ein Artikel über die Aussichten auf Immunität nach Infektion angesagt. Ist sogar schon eine teilweise Herdenimmunität erreicht? Was ist von den hartnäckigen Beteuerungen zu halten, das alles sei ungewiss?
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Leider dürfte das denjenigen, die ich damit am liebsten erreicht hätte, entgehen, weil sie fieberhaft nach Belegen für die treibende Rolle der Aerosole suchen (Polemik off). Mit Aerosolen meine ich die klassische Definition. Hier finden Sie dem neuen Trend entsprechend eine Art Consensus über die Notwendigkeit, angesichts von Sars-Coronavirus-2 auch diesbezüglich umzudenken:

      'Dismantling myths on the airborne transmission of severe acute respiratory syndrome coronavirus (SARS-CoV-2)'
    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @SRF, falls Sie meinen Aufruf für unpassend halten, der Hinweis auf die Aerosol-Themik hängt direkt mit der Frage der Erreichbarkeit von Herdenimmunität zusammen. Er könnte helfen, zu verstehen, weshalb die Forschung in bestimmte Richtungen vorstösst. Strategische Entscheidungen können zu Forschungsinteressen führen, welche die Entscheidungen bekräftigen sollen (bestimmte Form des Confirmation Bias). Der Auslegung enthalte ich mich, der Hinweis soll einen Aspekt beitragen, es für sich zu prüfen.
    3. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Ich verstehe nicht ganz, wieso die Wirksamkeit der Impfung nach Herr Hauri nicht geklaert sein soll. Die Daten sprechen eine andere Sprache.

      Habe ihren Artikel noch nicht gelesen (werde das noch nachholen), aber fuer wissenschaftlichen Standard toent der Titel dieser Publikation EXTREM tendentioes, ausser es ist ein Opinionartikel, dann ok.
    4. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Odermatt, die Daten aus Israel müssen wohl noch wissenschaftlich ausgewertet werden.

      Ihr Interesse am Artikel freut mich. Ich habe ihn auch noch nicht ganz gelesen (hier muss man sich ja immer beeilen), aber es handelt sich soweit ich sehen kann um einen sogenannten wissenschaftlichen ,Consensus', also eine gemeinsame Meinungsäusserung. Ein solches Schreiben wurde im Sinne des John-Snow-Memorandums auf die Great-Barrington-Erklärung hin verfasst. Höchst interessant.
    5. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Wenn ich nachliefern darf, die Antwort auf die GBD wurde sogar in der Lancet gebracht:

      'Scientific consensus on the COVID-19 pandemic: we need to act now'
    6. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Falsch: nicht ganz geklärt ist, ob die Impfung die ÜBERTRAGUNG unterbindet. Klar ist, dass geimpfte Menschen nicht mehr oder nicht mehr stark krank werden. Ziel erreicht, Krankenhäuser werden entlastet. Lustig, dass man seitens notorischer Skeptiker einfahch nicht kapieren will, worum es geht...
    7. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Steiner, Herr Odermatt wollte glaubs nur auf die ermutigenden Nachrichten aus Israel hinweisen. Nicht lustig, dass seitens notorischer Lockdown-Befürworter andauernd auf den Mann geschossen wird.
    8. Antwort von Korina Graf  (Kory)
      Sehe da aber ein Problem , ich kann mich immer noch nicht impfen lassen.
    9. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Frau Graf, ich frage mich mittlerweile sowieso, was das ist "impfen lassen".
    10. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Ja das stimmt wohl Herr Steiner.
    11. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Danke für ihre Unterstützung Herr Schlatter (nachdem ich Sie selber attackiert habe). Würde ich Sie kennen wären wir wahrscheinlich Kollegen mit leicht anderen Ansichten und hitzigen Diskussionen vermutlich.