Zum Inhalt springen

Header

Video
Impfskepsis beim Personal in Alters- und Pflegeheimen
Aus 10 vor 10 vom 03.02.2021.
abspielen
Inhalt

Angst vor Langzeitfolgen Viele Pflegende wollen sich nicht gegen Corona impfen lassen

Nur zwischen 40 und 60 Prozent der Pflegenden in Altersheimen wollen sich impfen lassen. Ein Grund: Die Ungewissheit der Langzeitfolgen.

Viele Mitarbeitende in Alters- und Pflegeheimen wollen sich gegen Corona nicht impfen lassen. Obwohl die Impfung sie schützen würde, zögern viele.

Laut einer Umfrage von «10vor10» schwankt die Impfbereitschaft der Pflegenden in Alters- und Pflegeheimen landesweit zwischen 40 und 60 Prozent, in einigen Heimen liegt sie bei nur 10 Prozent.

Auch Stephanie Wiederkehr, Leiterin Pflege im Alters- und Pflegeheim Solina in Steffisburg (BE), stand der Corona-Impfung lange Zeit sehr zurückhaltend gegenüber: «Ich war skeptisch gegenüber dem Impfstoff, denn man spricht immer von Langzeitfolgen, die man noch nicht kennt.»

Ungewissheit bei Langzeitfolgen

Die Ungewissheit der Langzeitfolgen sei tatsächlich ein Grund, weshalb nicht nur Pflegende bezüglich der Corona-Impfung verunsichert oder gar skeptisch seien, erklärt Christoph Berger, Präsident der Kommission für Impffragen.
«Wir nehmen die Ängste der Menschen ernst und wollen transparent informieren», sagte Berger weiter. Bezüglich Nebenwirkungen wisse man derzeit über drei bis vier Monate hinweg, was passieren kann. Länger gebe es die Impfung noch nicht. Bis jetzt sehe man aber keine Langzeit-Nebenwirkungen.

Das Wissensdefizit ist teils gross.
Autor: Patric BhendGeschäftsführer Stiftung Solina, Steffisburg (BE)

Wichtig sei, dass man aufs Pflegepersonal keinen Impfdruck ausübe, erklärt der Geschäftsführer der Stiftung Solina in Steffisburg, Patric Bhend. «Ich habe Verständnis fürs Zögern des Pflegepersonals», betont Bhend. Es sei noch nicht bekannt, ob man trotz Impfung andere nach wie vor anstecken könne: «Das Wissensdefizit ist teils gross.»

Impf-Aufklärung beim Pflegepersonal

Eine Kampagne des BAG zielt nun bewusst auf die Aufklärung beim Pflegepersonal. Die wichtigste Botschaft: Mit der Impfung könnt ihr euch selbst schützen.

Durch die zunehmende Belastung, beispielsweise durch coronabedingte Personalausfälle, ist die Impfbereitschaft beim Personal in den Alters- und Pflegeheimen in den letzten Monaten tatsächlich teils gestiegen. So auch in Steffisburg im Altersheim Solina. Während sich im ersten Shutdown nur ein Viertel des Personals impfbereit zeigte, sind es heute ein Drittel. Auch Stephanie Wiederkehr hat als Leiterin Pflege ihre Meinung geändert: «Inzwischen ist Corona bei uns eingezogen und hat viel Leid gebracht. Das bedeutet auch für uns Pflegende eine grosse Belastung.» Man habe gemerkt, dass man dies nur durchstehe, wenn man sich auch impfen lasse.

Unsere Mitarbeitenden handeln eigenverantwortlich und tragen die grosse Verantwortung mit Bravour.
Autor: Patric BhendGeschäftsführer Stiftung Solina Steffisburg (BE)

Beim Pflege- und Gesundheitspersonal in den Spitälern ist diese Erkenntnis schon länger da und die Impfbereitschaft deutlich höher als in Altersheimen. 60 bis 70 Prozent des Spitalpersonals wollen sich laut Umfragen impfen lassen. Ein Grund dafür kann sein, dass viele Spital-Mitarbeitende direkter mit den Folgen eines schweren Covid-19-Verlaufs konfrontiert sind – beispielsweise auf der Intensivstation – und sich selbst schützen möchten.

Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner erklärt, dass es ganz klar sei, dass die Impfung jetzt aktuell dem Selbstschutz diene.

Kein Impf-Obligatorium für das Pflegepersonal

Ein Impf-Obligatorium für das Pflegepersonal steht vorerst nicht zur Diskussion. Fachleute und Altersheime sind dagegen. Patric Bhend erklärt: «Ein Impfobligatorium würde ich ablehnen. Unsere Mitarbeitenden handeln eigenverantwortlich und tragen die grosse Verantwortung mit Bravour. Wir wollen sie nicht bevormunden.»

Hier finden Sie Hilfe in der Corona-Zeit

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Corona beschäftigt uns alle. Unten finden Sie eine Liste mit Hotlines und Ratgebern rund um Corona.

BAG Infoline Coronavirus, Link öffnet in einem neuen Fenster: 058 463 00 00 (täglich 6 bis 23 Uhr)

BAG Infoline Corona-Impfung, Link öffnet in einem neuen Fenster: 058 377 88 92 (täglich 6 bis 23 Uhr)

Dureschnufe, Link öffnet in einem neuen Fenster: Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus

Angst und Panikhilfe Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster, Hotline: 0848 801 109 (10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr)

Eltern-Notruf Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster, Hotline: 0848 35 45 55 (24x7)

Pro Juventute, Link öffnet in einem neuen Fenster, Hotline für Kinder- und Jugendliche: 147 (24x7)

Schweizer Sorgen-Telefon, Link öffnet in einem neuen Fenster: 143 (24x7)

Suchthilfe Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster: Hotline für Jugendliche im Lockdown 0800 104 104 (Di. bis Do. 9 bis 12 Uhr)

Branchenhilfe.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster: Ratgeberportal für Corona betroffene Wirtschaftszweige

10vor10, 03.02.21, 21:50 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

217 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Wir hatten früher schreckliche Krankheiten wie Kinderlähmung und Pocken, die dank Impfungen praktisch ausgerottet sind - so schnell vergisst der Mensch ...
  • Kommentar von markus hadorn  (samos)
    Pflegende sind eben KEINE LAIEN!! Sie wissen um die Tatsache, dass Impfungen keine "Heilsbringer" sind und sehen die immunologischen Zusammenhänge! Eine Weigerung ist das Recht jeder Pflegefachkraft! Institutionen , welche eine Impfverpflichtung per Arbeitsvertrag verlangen, sehen die Zeichen der Zeit nicht und ignorieren die Tatsache des grassierenden Pflegenotstandes! Offenbar können sie sich das leisten. Auf dem Buckel der Pflegenden im eigenen Betrieb!
    1. Antwort von Dani Maler  (Damal)
      Pflegende sind Laien, da es pflegende sind. Ein Bauarbeiter muss auch nicht wissen, aus welchen Molekülen sich der Zement zusammensetzt und was die chemischen und physikalischen vorgänge darin sind... Mikrobiologen und Ärzt sind die Experten.
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    In den Kommentaren erkenne ich niederschwellige Forderungen für eine Impfpflicht bei Pflegepersonal und / oder Besuchern. Ich selber werde mich in jedem Fall impfen lassen, durchaus mit einem etwas mulmigen Gefühl. Aber es kann doch nie, nie, niemals sein, das ein selektives oder generelles Impfobligatorium gefordert wird. Es geht um die körperliche Integrität eines jeden einzelnen Bürgers. Das ist etwas anderes als ein Maskenobligatorium.
    1. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Und wie sollen die Todeszahlen dann gesenkt werden, wenn nicht geimpft wird, Herr Schulenburg?