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Interreligiöser Appell für Flüchtlinge
Aus HeuteMorgen vom 07.11.2018.
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Interreligiöser Appell Denjenigen eine Stimme geben, die nicht gehört werden

Es ist eine Premiere: In einem gemeinsamen Appell fordern die jüdischen, christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften der Schweiz eine humane Asylpolitik. Als wohlhabendes Land müsse die Schweiz weiter bereit sein, Flüchtlinge aufzunehmen.

Die Schweiz dürfe ihre Augen nicht vor dem Krieg und Elend in der Welt verschliessen. Und davor, dass viele Menschen keinen anderen Ausweg als die Flucht sehen, verlangt Gottfried Locher, der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes: «Unser Appell ist eine Stimme für diejenigen ohne Stimmen. Wir möchten daran erinnern, wie viele Menschen weltweit auf der Flucht sind.» Das dürfe nicht vergessen gehen.

Wir möchten daran erinnern, wie viele Menschen weltweit auf der Flucht sind.
Autor: Gottfried LocherSchweizerischer Evangelischer Kirchenbund

Über 60 Millionen Menschen sollen weltweit Menschen auf der Flucht sein. Daraus ergebe sich auch eine Verantwortung für ein Land wie die Schweiz. Hilfe vor Ort zu leisten sei das eine, aber die Schweiz müsse auch bereit sein, weiter Flüchtlinge aufzunehmen, fordern die christlichen Kirchen und die jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften in ihrem gemeinsamen Appell.

Dies soll etwa im Rahmen von sogenannten «Resettlement»-Programmen geschehen. Darin werden in Absprache mit dem Flüchtlingshilfswerk der UNO besonders verletzliche Personen ausgewählt, zum Beispiel Frauen, Kinder und kranke Menschen. Diese werden dann auf sicheren Wegen vom Krisengebiet in die Schweiz geflogen. So hatte der Bundesrat in den letzten Jahren solche Programme für über 3000 syrische Flüchtlinge beschlossen.

Gottfried Locher
Legende: Gottfried Locher sieht die Schweiz in der Verantwortung. Keystone

Gleichzeitig nehmen die Religionsvertreter aber auch die Flüchtlinge in die Pflicht. «Flüchtlinge haben nicht nur Rechte, sie haben auch Pflichten. Es ist wichtig, dass Menschen, die hier ankommen, auch in die Werte des Asyllandes eintauchen, dass sie diese Werte respektieren und übernehmen», betont Locher. Nur so sei die Bevölkerung bereit, weitere Flüchtlinge zu akzeptieren.

Und Montassar BenMrad, Präsident der Föderation der Islamischen Dachorganisationen, ergänzt, für Flüchtlinge sei es wichtig, «dass sie schnell die Schweizer Umgebung verstehen, die Kultur und die Werte der Schweiz, und dass sie auch die Sprache sprechen können», um sich schneller zu integrieren.

Fünf Appelle zum Flüchtlingsschutz

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Christliche, jüdische und muslimische Religionsgemeinschaften formulieren fünf Appelle an Staat und Politik, die gleichzeitig aber auch an die Religionsgemeinschaften gerichtet seien.

  1. Schutz vor Ort
  2. Legale Fluchtwege
  3. Faire und effektive Asylverfahren
  4. Integration – gleichberechtige Teilhabe
  5. Rückkehr in Würde

Die Religionsgemeinschaften halten im am Mittwoch publizierten Appell fest, auch sie selber wollten mit verschiedenen Projekten dazu beitragen, dass die Integration gelinge. Etwa in dem sie Flüchtlingen im Alltag zur Seite stünden, sie beim Lernen der Schweizer Sprachen unterstützten oder bei der Arbeitssuche coachten.

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72 Kommentare

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  • Kommentar von Theres Keiser  (TheKe)
    Allen, die finden, dass in der Schweiz zu viele Flüchtlinge aufgenommen werden, empfehle ich den Besuch des Bourbaki-Panorama in Luzern. Und alle sollen sich dabei vor Augen halten, dass in dieser Zeit alles andere als Überfluss herrschte. Und heute wollen wir überall hin, um uns zu vergnügen (sprich: Urlaub machen). Wir wollen Lebensmittel von überall her. Aber die Menschen wollen wir nicht. Unser Wohlstand verpflichtet uns zur vielseitigen Hilfe - würde ich meinen.
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    "So hatte der Bundesrat in den letzten Jahren solche Programme für über 3000 syrische Flüchtlinge beschlossen"
    Und auch damit in Syrien kein einziges Probem gelöst…
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Nein, aber 3000 Menschen ein Menschenwürdiges Leben verschafft. Es verlangt ja niemand, dass die Schweiz die ganze Welt rettet.
    2. Antwort von Andy Beckmann  (Beckmann)
      Doch genau das wird verlangt. Zudem noch die Hilfe vor Ort. jeweils mit unbegrenzten Steuergelder
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Die Schweiz pflegt eine äusserst grosszügige Asyl- und Flüchtlingspolitik. Es steht den Religionsgemeinschaften frei den Bund und die Kantone dabei mit unentgeltlicher Arbeit oder Geldspenden zu unterstützen. Dies erfolgt leider nur selten und wenn, dann nur gegen grosszügige Entgeltung durch den Staat. Ich gehe davon aus, dass die Religionsvertreter viel mehr eine noch grosszügigere Aufnahme von Migranten fordern um noch mehr entgeltliche Leistungen für den Staat erbringen zu können.
    1. Antwort von Edi Steinlin  (Chäsli)
      Danke Herr Bucher, sehr aufschlussreich, ich glaube es gibt nur einen Weg, austreten.