Italien will keine Schweizer Hilfe

Nach dem Erdbeben in Italien wollte die Schweiz dem Nachbarland zu Hilfe eilen. Doch Italien hat dieses Angebot dankend ausgeschlagen. Es sei in der Lage, die Katastrophe selbst zu bewältigen. Auch die Glückskette sammelt kein Geld. Es sind Private, die um Hilfe bitten.

Zerstörung in Amatrice vor dem Polizeiposten. (keystone) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Amatrice steht nach dem Erdbeben kaum mehr ein Stein auf dem anderen. Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern. Keystone

Italien hat das offizielle Schweizer Angebot für Hilfe zur Bergung von Opfern des jüngsten Erdbebens dankend ausgeschlagen. Ein Team des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe wäre nach der Katastrophe mit über 290 Toten bereit gestanden.

Italien habe sich für das Angebot bedankt, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit. Das Land wolle und könne die Katastrophe aber selbst bewältigen, habe es geheissen. Die Schweiz habe sich ihrerseits bereit gezeigt, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu helfen.

Private und Kirchen rufen zu Spenden auf

Weil es kein Hilferuf aus Italien gab, verzichtete die Glückskette nach eigenen Angaben darauf, einen Spendenaufruf zu lancieren. Die italienische Regierung und die Hilfsorganisationen vor Ort hätten derzeit genügend Mittel, um die Situation zu meistern.

Sammelaktionen organisieren dagegen Private und kirchliche Organisationen wie etwa das katholische Hilfswerk Caritas, welches Kantone, Gemeinden und Kirchgemeinden brieflich zum Spenden ermuntert. 50'000 Franken seien bereits an Partnerorganisationen im betroffenen Gebiet ausbezahlt worden, sagte ein Caritas-Vertreter.

Aber auch Private – unter ihnen viele Einwohner mit italienischen Wurzeln – rufen, etwa auf Facebook, zum Spenden auf.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Italien trägt weiterhin Trauer

    Aus Tagesschau vom 30.8.2016

    In Amatrice, wo über 230 der 292 Tote zu beklagen waren, findet am Abend ein weiteres Staatsbegräbnis für die Erdbebenopfer statt. Sowohl Präsident Sergio Mattarella als auch Regierungschef Matteo Renzi nehmen daran teil.

  • Untersuchungen nach Erdbeben in Italien eingeleitet

    Aus Tagesschau vom 30.8.2016

    Eine knappe Woche nach dem Erdbeben findet in Amatrice eine Trauerfeier für die 230 Todesopfer statt. Derweil hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, weil öffentliche Gebäude offenbar nicht erdbebensicher restauriert wurden.

  • Das Erdbeben in Amatrice und die Folgen

    Aus 10vor10 vom 26.8.2016

    Nach aktuellsten Kenntnissen verloren mindestens 267 Menschen ihr Leben beim Erdbeben in Italien. Überlebende werden weiterhin gesucht. Der italienische Ministerrat rief den Notstand aus. Die Frage stellt sich: Hat Italien eine ausreichende Infrastruktur, um solche Katastrophen zu bewältigen?