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Bundesrat will besseren Jugendschutz – Kritik an Lücken und Unklarheiten
Aus HeuteMorgen vom 24.06.2019.
abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
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Jugendschutz bei PC-Games Nicht alle applaudieren dem Entwurf des Bundesrats

Bei Filmen und Games gibt es bislang keine verbindlichen Jungendschutz-Vorgaben. Der Bundesrat will dies ändern.

Fortnite, Fifa 19 oder Call Of Duty gehören zu den beliebtesten Videospielen der Jugendlichen in der Schweiz. Sieben von zehn Jugendlichen spielen täglich – vor allem sind es Jungs.

Dabei will der Bund Kinder und Jugendliche vor Bildern und den Inhalten, die nicht altersgerecht sind und sie verstören könnten, schützen – beispielsweise vor Gewalt, sexuellen Darstellungen und bedrohlichen Situationen.

Testkäufe und Bussen geplant

Die Vernehmlassung zu einem neuen Gesetz geht heute zu Ende. Künftig sind Anbieter, Hersteller und Veranstalter verpflichtet, verbindliche Vorgaben zu machen und diese auch einzuhalten.

Testkäufe und Bussen sind vorgesehen. Dazu soll die Branche eine eigene Jugendschutz-Organisation und entsprechende Regeln schaffen.

Dies sei zu kompliziert, sagt Manuel Herrmann vom Fachverband Sucht. Er sieht Schwächen im Gesetz, etwa «dass der Bundesrat die Jugendlichen vor Gewalt und Sex schützen will, dass aber zum Beispiel suchtfördernde Faktoren bei Videospielen überhaupt nicht in diese Regelung einfliessen».

Faktoren, welche die Spieler hineinzögen nicht mehr losliessen. Das Gesetz müsse hier klarer sein, so Herrmann.

Vier Jugendliche spielen an Computern
Legende: Drei Viertel aller Jugendlichen gamen täglich. Keystone

Game-Branche möchte Zusammenarbeit mit Bund

«Eine detaillierte Regelung im Gesetz ist, vor allem was die Games betrifft, praktisch unmöglich», sagt dagegen Peter Züger, Geschäftsführer beim Branchenverband für Video- und Computerspiele. «Das heisst, es braucht diese Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden Branchenteilnehmern und auch dem Bund.»

Denn so könnten sich Branche und öffentliche Hand auch die Kosten teilen, geschätzt auf jährlich knapp eine Million Franken.

Eine detaillierte Regelung im Gesetz ist, vor allem was die Games betrifft, praktisch unmöglich.
Autor: Peter ZügerBranchenverband für Video- und Computerspiele

Die Branche begrüsst den Vorschlag, verlangt aber eine gute Absprache zwischen Branche, Kantonen und Bund. Wer allerdings seine Filme mit internationalen Anbietern wie YouTube und Netflix oder in sozialen Medien sieht, kann den geplanten Jugendschutz umgehen. Das kritisieren auch Stimmen aus den Kantonen und einzelne Parteien.

Kurz: Die Bemühungen um einen besseren Jugendschutz werden begrüsst – trotz gewisser Lücken und Unklarheiten.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Der Umgangston unter Kindern und Jugendlichen ist deutlich rauher geworden, auch wenn effektiv weniger Straftaten verübt werden. Wie aber heute Lehrkräfte und Schulsozialarbeit gefordert sind, um die Folgen der Game- und Internetverwahrlosung zu therapieren, ist gewaltig. Die Game-Industrie macht Umsatz jenseits von Moral und Werten. Eltern und Schule sollen dann die Sache wieder richten....Das sind schon jämmerliche Auswüchse unserer pervertierten Konsumgesellschaft....
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    1. Antwort von Luc Müller  (lm2ml)
      Das die Jugendlichen deutlich rauher geworden sind stimmt meiner Meinung nach nicht wirklich. Die Sprache hat sich einfach angepasst und dies hat nichts mit solchen Games zu tun. Ich bin selber gamer und mir geht diese Diskussion echt auf die Nerven. Ich kann es nicht verstehen wieso Leute immer mit dem Finger auf uns zeigen. Gamer sind in der Regel sogar diese Leute die weniger Gewalt anwenden. Die Eltern sollten sich vielleicht einfach interessieren was ihre Kinder Spielen.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Jaaaah, führt ein strenges Altersregime bei Games ein, während unsere Kleinen auf Privatsendern zur Primetime psychotischen Mord und Totschlag in amerikanschen Krimiserien à Discression reinziehen können. Nur schon die Nachrichten reichen mitunter für ein Trauma. thumbs up! Gut gemacht...
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  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    Seit Jahren haben wir PEGI (Pan European Game Information). Die Piktrogramme sind so präsent, dass man sie als verbindlich sehen kann.
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