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Legende: Audio Zuckerkonsum: Schweizer Unternehmen wollen Jogurts weniger süssen abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 27.08.2019.
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Kampf dem Zucker Das Frühstück soll weniger süss werden

  • Bundesrat Alain Berset hat mit Schweizer Lebensmittelproduzenten und Detailhändlern neue Ziele zum Zuckergehalt in Joghurts und Frühstücks-Cerealien vereinbart.
  • 14 Unternehmen haben die Fortsetzung der «Erklärung von Mailand» unterzeichnet, wie das Innendepartement (EDI) mitteilte.
  • Bis 2024 soll der Zuckergehalt in Joghurts nochmals um 10 Prozent sinken, jener in Cornflakes und Co. um 15 Prozent.

Gesundheitsminister Alain Berset zeigte sich vor den Medien zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der Bemühungen. Die Ziele seien erreicht, ja sogar übertroffen worden. Nun habe die Branche mit dem Bund neue Ziele vereinbart. Es handle sich um ein sehr schweizerisches Vorgehen, stellte Berset fest.

Keine Bevormundung am Frühstückstisch

Die Konsumenten würden nicht bevormundet, betonte Berset. Nichts werde verboten. Jedem sei freigestellt, Zucker zu essen. Mit der Senkung des Zuckergehalts in Joghurts und Cerealien werde aber sichergestellt, dass Produkte, die als gesund gälten, nicht viel zu stark gezuckert seien.

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen bezeichnete die neuen Ziele als ehrgeizig. Die Konsumenten schmeckten schon kleinste Veränderungen in der Rezeptur, gab er zu bedenken. Daher brauche es ein schrittweises Vorgehen.

Bisherige Ziele erreicht

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Mit der «Erklärung von Mailand» hatten sich 2015 mehrere Lebensmittelproduzenten und Detailhändler freiwillig verpflichtet, den Zuckerzusatz in Joghurts und Frühstücks-Cerealien zu reduzieren. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat seither drei Erhebungen durchgeführt, die letzte im Jahr 2018.

Gemäss den Ergebnissen wurden die vereinbarten Ziele erreicht. Den Joghurts aller Unternehmen wurden im Durchschnitt 8.8 Gramm Zucker pro 100 Gramm zugesetzt. Das sind 3.5 Prozent weniger als 2016. Die Joghurts jener Unternehmen, die von Beginn an bei der «Erklärung von Mailand» dabei waren, enthielten 4.3 Prozent weniger Zucker.

Die «Erklärung von Mailand» unterzeichnet haben die Firmen Aldi Suisse, bio-familia, Bossy Céréales, Coop, Cremo, Danone, Emmi Schweiz, Kellogg Schweiz, Lidl Schweiz, Migros, Molkerei Lanz, Nestlé Suisse, Schweizerische Schälmühle E. Zwicky und Wander.

Immer noch zu süss - und gefährlich

Bei den Frühstücksmüesli sank der Anteil an zugesetztem Zucker seit der ersten Erhebung nach der Unterzeichung der «Erklärung von Mailand» 2015 um 13 Prozent. Er belief sich über alle Firmen hinweg auf 15 Gramm pro 100 Gramm. Die Cerealien jener Unternehmen, die von Beginn weg bei der Erklärung dabei waren, enthielten bei der jüngsten Erhebung rund 16 Prozent weniger Zucker.

Trotz dieser Fortschritte sei der Zuckergehalt immer noch beträchtlich, schreibt das EDI. Die Vertragspartner hätten deshalb nun neue Ziele festgelegt. Das EDI behält sich das Recht vor, Unternehmen aus der Erklärung auszuschliessen, wenn ihre Reduktionsbemühungen zu gering sind.

Der Gesundheitsminister erinnerte an die Krankheiten, die als Folge von zu viel Zucker oder Salz auftreten können. Mit 110 Gramm Zucker pro Tag konsumiert die Schweizer Bevölkerung aktuell rund doppelt so viel Zucker wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Helena Müller  (Helena Müller)
    Das eine ist, dass praktisch in allen "süssen" Sachen gefühlt mindestens 40 % zuviel Zucker drin ist. Die andere Geschichte ist, dass dank den Süchtigen auf der Erde dieses Zeugs gekauft wird, obwohl es überteuert ist. Ich für mich kann nur aufhören, bestimmte Dinge zu kaufen. Doch finde ich es sinnvoll, wenn die Produzenten hier sparen, nämlich mit Zucker und Salz. Wenn nötig halt über Vorschriften.
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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Und schon wieder ist bewiesen dass Beamte und Politiker viel Zuviel Zeit haben. Nicht das es dessen noch weiterer Beweise bedürfte.... ;-))
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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    "Die Konsumenten würden nicht bevormundet, betonte Berset." Das sehe ich ganz anders. Berset sollte nicht das Frühstück reglementieren, denn ein Joghurt beispielsweise mit höherem Fett- und Zuckeranteil sättigt besser und schmeckt besser als ein "mageres". Salz braucht der Mensch ebenso. Es sind vermutlich nicht Joghurt und Brot, welche krank machen, sondern vielmehr Süssigkeiten, Süssgetränke, Fastfood oder Pommes-Chips, kombiniert mit einer ungesunden Lebensweise.
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