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Christian Althaus, Epidemiologe: «Wenn die Massnahmen zu früh gelockert werden, kann das rasch wieder zu einem Anstieg der Fallzahlen führen»
Aus News-Clip vom 01.04.2020.
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Kampf gegen Corona Forscher fordert tausende Corona-Detektive

Der Weg aus dem Lockdown: Die Schweiz müsse massiv aufrüsten, um neue Corona-Ausbrüche effizient bekämpfen zu können.

  • Der Epidemiologe Christian Althaus fordert, die Schweiz müsse von Asien lernen.
  • Seine Exit-Strategie aus dem Lockdown: Sehr viel testen und sogenanntes Contact Tracing.
  • Die Schweiz müsse dafür tausende Corona-Detektive ausbilden und rekrutieren, so Althaus.
  • Ein zu früher und falscher Ausstieg könne zum Debakel werden.

«Da braucht man sicher mehrere Tausend Personen, wenn wir das gesamtschweizerisch intensiv machen wollen», sagt der Epidemiologe Christian Althaus. Der Forscher von der Universität Bern fordert, dass in der Schweiz Corona-Detektive nach asiatischem Vorbild Contact Tracing machen. Beim Contact Tracing werden alle sozialen Kontakte einer erkrankten Person zurückverfolgt. Bei jedem neuen Ausbruch muss diese detektivische Fleissarbeit gemacht werden.

«Man könnte sich überlegen, Kapazitäten in der Armee zu schaffen. Oder Studenten auszubilden, die jetzt zu Hause sind und keine Vorlesungen mehr haben», so Althaus gegenüber der «Rundschau». Es sei wichtig, wirklich grosse Kapazitäten auszubauen.

Corona-Detektive und viele Tests

Althaus sagt, Länder in Asien hätten vorgemacht, wie der Ausstieg aus dem Lockdown gelingen könne. «Wir müssen die Testkapazitäten stark erhöhen. Da vernehme ich zurzeit gute Signale, dass das in der Schweiz passiert.» Doch es brauche auch massiv Personal für Contact Tracing.

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Mattea Mayer, Nationalrätin (SP): «Unglücklich wäre, wenn man jetzt auf Druck der Wirtschaft alles öffnet und dann die Ansteckungsrate wieder in die Höhe schnellt»
Aus News-Clip vom 01.04.2020.
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Singapur wird immer wieder als Beispiel für akribisches Contact Tracing genannt. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, innert 24 Stunden alle relevanten sozialen Kontakte bis zu 14 Tagen zurückverfolgen zu können. Alle möglicherweise Angesteckten müssen sich sofort in Isolation begeben und rasch getestet werden. Ziel der Massnahme: Neue Ausbrüche im Keim ersticken. «Das ist eine relativ aufwändige Arbeit», räumt Althaus ein. «Aber mit dieser Strategie können die Übertragungsketten unterbrochen und die Fallzahlen langfristig tief gehalten werden.»

Unterstützung aus der Politik

«Das erscheint mir eine sinnvolle und auch umsetzbare Forderung», sagt SP-Nationalrätin Mattea Meyer zur Idee der Corona-Detektive. Weil das Contact Tracing aufwändig ist, setzen asiatische Staaten zunehmend auf elektronische Unterstützung. Das Mobiltelefon dient dabei mit speziellen Apps als Datensammler. Eine solche Vorgehensweise stösst allerdings auf grosse Bedenken: «Das würde heissen, dass der Datenschutz praktisch aufgehoben wird. Ich habe da grösste Fragezeichen, ob sich Mehrheiten finden lassen», so Hans-Ulrich Bigler vom Schweizerischen Gewerbeverband.

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Hans-Ulrich Bigler, Schweizerischer Gewerbeverband: «Je länger diese Situation anhält, desto schwieriger wird das für die Wirtschaft»
Aus News-Clip vom 01.04.2020.
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Epidemiologe Althaus sagt, ein zu früher und planloser Exit könne böse enden: «Es wäre wirklich wichtig, dass die Fallzahlen sehr stark herunterkommen», so Althaus. «Sonst ist die Gefahr gross, dass die Ansteckungen erneut rasch ansteigen und wir wieder dort stehen, wo wir vor dem Lockdown waren», so der Forscher weiter. Wie die Nachrichtenagentur SDA am Dienstag meldete, geht der Kanton Zug beim Contact Tracing voran. Zug hat mit der Lungenliga der Zentralschweiz einen entsprechenden Leistungsvertrag abgeschlossen.

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Raus aus dem Notstand: Suche nach Exit-Strategie
Aus Rundschau vom 01.04.2020.
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Rundschau, 1.4.2020, 20:05 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    Man kann jedem Haushalt schon vorab einen Swab-Test nach Hause senden und sobald jemand Symptome zeigt, wird ein Sample genommen und dieses eingesandt oder direkt an einer Teststelle abgeben.
    Es gibt Geräte die 5000 Tests pro Tag durchführen können. Prinzipiell können in der Schweiz 500 solche Geräte verteilt werden (etwa 1 pro Ortschaft mit Bahnhof) und entsprechend können 250'000 Tests pro Tag gefahren werden.
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Wer sich den Verlauf der Ansteckungen anschaut, sieht, dass sie in der Schweiz nahezu konstant ist. Das ist eigentlich der Idealfall, denn so bleibt die Belastung der Spitäler gleichmässig. Es drängt sich also nicht auf, jetzt zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Für die Zeit nach der Lockerung der jetzigen Massnahmen kann es aber nützlich sein, solche Corona-Detektive zu haben.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Wenn "Detektive" mal vom Staat angeheuert sind, werden die weiter beschäftigt, wie das überall beim Staat so ist. Der Beispiele gibt es insbesondere nach jeder "Krise" viele (Waldsterben, Ozonloch, da wird weitergemessen und Berichte gemacht, obwohl es Relevanz längst verloren hat). Im aktuellen Fall wird's für diese Überwachungsspezialisten schon Einsatz geben. muss man den Staat(-Apparat) schützen, sei es nur vor Politisch-Unkorrekten.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Seit wann haben diese Themen keine Relevanz mehr? Ach ja... das entscheiden natürlich Sie selbst mit der entsprechenden Portion Ideologie.
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