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Legende: Audio «Ein guter Tag für die Holzbranche.» abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Aus Espresso vom 11.09.2019.
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Kampf gegen Raubbau Schluss mit illegalen Holzgeschäften: «Zukunftsweisende Lösung»

Holzdeklaration bleibt bestehen – Liefernachweis kommt neu dazu. Holzhändler und Umweltschützer sind zufrieden.

«Wir sind sehr froh über diesen Entscheid – das ist ganz im Sinne der Holzbranche», sagt Michael Gautschi, Direktor des Dachverbandes Holzindustrie Schweiz gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Und Damian Oettli vom WWF spricht von einer «zukunftsweisenden Lösung» und «von einem entscheidenden Schritt zugunsten des Waldes».

Lückenloser Nachweis der Lieferkette

Er meint damit die Verschärfung des Umweltgesetzes durch das Parlament. Die Schweiz kämpft nun neu zusammen mit den Ländern der EU gegen den illegalen Holzschlag rund um den Globus. Holzhändler und -verkäufer müssen in Zukunft bei Kontrollen durch die Behörden einen lückenlosen Nachweis der Lieferkette erbringen und damit beweisen, dass ihr Holz nicht aus verbotenem Abbau stammt. Etwa Tropenholz aus Regenwäldern.

Schluss mit illegalen Holzgeschäften

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Wichtig sei aber auch, dass der Konsument weiterhin erfahre, aus welchem Holz ein Möbelstück beispielsweise gemacht sei und woher das Holz stamme, so Oettli. Der Bundesrat hätte diese Deklarationspflicht kippen und durch die EU Regelung ersetzen wollen («Espresso» berichtete ). Das Parlament hat ihm aber nun einen Strich durch die Rechnung gemacht und durchgesetzt, dass die Deklarationspflicht bleibt. Nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil sich Umweltschützer, Konsumenten und die Holzbranche dafür stark gemacht hatten.

Mehr Aufwand bei Handel ausserhalb der EU

Bei der Holzbranche hat man kein Problem damit, dass man sich neben der Holzdeklaration in Zukunft auch um einen Liefernachweis kümmern muss. Das bedeute vor allem einen Mehraufwand für jene Händler und Verkäufer, die ihr Holz von ausserhalb der EU beziehen, sagt Michael Gautschi vom Branchenverband. Schwarze Schafe, die mit illegalem Holz, etwa aus den Tropen, handelten, gebe es unterdessen nur noch sehr wenige. Gleichzeitig erhofft sich die Branche durch die verschärfte Regelung auch eine stärkere Position für Produkte aus Schweizer Holz.

Ob die neuen, strengeren Regeln gegen den illegalen Holzabbau und -handel auch eingehalten werden, kontrollieren Behörden des Bundes.

Auch der WWF will das Thema im Auge behalten. Er will auch, dass die Deklarationspflicht ausgeweitet wird. Sie soll nicht nur für Produkte aus massivem Holz gelten, sondern auch für solche aus Balsaholz oder Papier.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Das Ganze ist an sich eine gute Idee, ob sie allerdings Wirkung erreicht bleibt fraglich! Da heute das meiste Tropenholz aus Baumplantagen stammt, die um zu rentieren auch über eine gute Anbindung an die Transportwege verfügen müssen, ist der illegale "Wildschlag" inzwischen die ziemliche Ausnahme und kommerziell für den Export gar nicht mehr interessant. Nette Lösung, aber leider viel zu spät.
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Wenn ich es recht verstehe dann hat die EU weniger strenge Regeln. Warum kritisiert das der BR nicht an der EU und bringt die Schweiz in eine ungünstige Ausgangslage. Schon lustig wie ein Johnsen immer kritisiert wird, wenn jemand aber in Krawatte und mit guten Manieren klang heimlich die Welt verschlechtert, keiner Aufregung Wert, dabei sind es nur zwei Seiten desselben Charakterverhaltens.
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  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    Ich bezahle gerne mehr für Möbel aus regionalem Dauerwald-Holz. Diese Wälder sind gesünder, enthalten mehr Biodiversität und haben als Erholungsgebiet einfach mehr zu bieten als die aufgeräumten Nutzwälder. Zudem speichern sie mehr CO2
    (Quelle: Buch "Das geheime Leben der Bäume")
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