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Alfred Heer als SVP-Präsident nominiert
Aus Echo der Zeit vom 28.01.2020.
abspielen. Laufzeit 03:26 Minuten.
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Kandidatur für SVP-Präsidium «Heer ist kein Intimus von Blocher»

SVP-Präsidentin oder SVP-Präsident – ein Amt mit viel Einfluss, aber auch mit viel Arbeit und wenig Lohn. Kein Wunder, gab es bis jetzt nur Absagen für den Posten. Jetzt gibt es immerhin einen ersten Namen: Alfred Heer will die Nachfolge von Albert Rösti antreten.

Die grösste kantonale Sektion – die Zürcher SVP – hat den 58-jährigen Nationalrat am Dienstagnachmittag offiziell nominiert. SRF-Redaktor Iwan Santoro traut Heer gute Chancen zu, die Wahl Heers hänge aber entscheidend von den weiteren Mitkandidaten ab.

Iwan Santoro

Iwan Santoro

SRF-Inlandredaktor

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Santoro arbeitet seit 2013 bei Radio SRF und ist jetzt in der Inland-Redaktion tätig.

SRF News: Was spricht für Heer, was gegen ihn?

Iwan Santoro: Für Alfred Heer spricht sicher seine grosse Politerfahrung. Er war Zürcher Gemeinderat, dann Kantonsrat und jetzt seit 12 Jahren im Nationalrat. Heer spricht auch sehr gut französisch und italienisch. Zudem war er sieben Jahre lang erfolgreicher Präsident der kantonalen Zürcher SVP – der grössten und einflussreichsten SVP Sektion.

Schweiz-italienischer Doppelbürger

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Alfred Heer gehörte von 1994 bis 1998 dem Gemeinderat von Zürich an, von 1995 bis 2008 dem Kantonsrat des Kantons Zürich. Er ist seit den Wahlen 2007 Mitglied im Nationalrat. Von April 2009 bis April 2016 war er Präsident der SVP des Kantons Zürich.Er ist Präsident des Bundes der Steuerzahler. Seit 2011 ist er Mitglied der Schweizer Delegation im Europarat, seit Januar 2016 Präsident der Schweizer Delegation.

Heer ist schweizerisch- italienischer Doppelbürger.

Heer ist zudem bei der Basis beliebt, er ist hemdsärmelig, ein Kleingewerbler der nahe an den Leuten ist, und er hat die nötige Distanz zur Goldküste. Letzteres spricht aber auch gegen ihn. Er ist kein Intimus von Christoph Blocher. Heer hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch gegenüber Blocher geäussert. Und auch gegen die nationale Parteileitung. So betitelte er die nationalen Wahlkampagnen auch schon als «gaga» – beispielsweise den Willi-Song bei den vorletzten Wahlen. Auch vom Apfel-Wurm-Plakat distanzierte sich Heer. Zudem kann er manchmal aufbrausend und unwirsch sein – das kommt nicht überall gut an.

Was würde ein SVP-Parteipräsident Heer für die nationale Politik bedeuten?

Nach aussen ist Heer sicher kein zweiter Rösti. Er wird nicht so konziliant auftreten, sondern gegenüber politischen Gegnern oder Medien härtere Worte wählen – das kann aber der SVP auch nützen. Intern könnte er mehr auf Ausgleich setzen – Heer sagte unlängst gegenüber dem «Blick», dass es nichts bringe, SVP-Leute einfach zusammenzustauchen.

Sollte Marcel Dettling antreten, dürfte es für Alfred Heer eng werden.

Heer ist auch zuzutrauen, dass er die Partei inhaltlich breiter aufstellen wird. Also nicht nur auf die Europa- oder Flüchtlingsfrage setzen. Dies hatte Heer ja in der Vergangenheit kritisiert. Heer würde vermehrt auch wieder Themen wie AHV und Krankenkassenprämien auf die politische Agenda setzen.

Heer und Blocher im Nationalratssaal.
Legende: Alfred Heer ist nicht immer der gleichen Meinung wie Christoph Blocher. Keystone

Heer ist der einzige Kandidat, der sich bisher gemeldet hat. Ist er so gut wie gewählt?

Nein, das würde ich nicht sagen. Beispielsweise halten sich der Berner Ständerat Werner Salzmann oder der Schwyzer Nationalrat Marcel Dettling noch bedeckt. Dieser will frühestens nächsten Freitag, also kurz vor Ablauf der Eingabefrist bekannt geben, ob er antritt. Und sollte der Schwyzer Bauer antreten, dürfte es für den Zürcher Heer eng werden. Zwar hat Dettling viel weniger Erfahrung – gilt aber als parteiintern sehr beliebt. Mit seinem bäuerlichen Hintergrund wird er auch als der neue Toni Brunner bezeichnet. Vielleicht ist er auch besser kontrollierbar von den SVP Granden als Alfred Heer. Dass das Rennen noch nicht gelaufen ist, zeigt die Medienmitteilung, welche die SVP Zürich verschickt hat. Darin heisst es, dass man sich überlege, noch weitere Kandidaten nachzureichen. Freitagmitternacht läuft die Eingabefrist für die Kandidaten ab. Dann wird man mehr wissen.

Das Gespräch führte Beat Soltermann.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Nunzio DiResta  (Nunzio)
    Alfred Heer trägt den Kurs der Blocher-Partei, also was soll diese Bemerkung, er sei kein "Intimus"? Wer nicht für Blocher ist, der fliegt raus. Konrad Langhart könnte uns etwas erzählen darüber. Ich finde diese Darstellung einfach nur lächerlich, als ob es "Anständige" geben könnte in einer Partei, die von widerwärtigem Gehetze, Fremdenhass und Chauvinismus quasi lebt.
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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    In der Romandie würde Herr Heer sicher mehr Anhänger finden als die anderen Kandidaten, die von der "lateinischen" Kultur weit entfernt sind. Distanziert von Blocher, offen für andere Anliegen als die seit 30 Jahren geführten mühsamen Blocher Themen. Dennoch als Zürcher sollte er sich bemühen zu beachten, dass wirtschaftlich in der Romandie auch etwas läuft. Schafft er das, übertrumpt er den nicht stattgefundenen Parmelin-Effekt.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Es gibt schon einen Parmelin Effekt, glücklicherweise in die entgegengesetzte Richtung:-)
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