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Der Verkauf von Chlorothalonil ist in der Schweiz seit Anfang Jahr verboten
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 15.09.2020.
abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
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Kanton Zürich Messungen: Zu viel Chlorothalonil-Rückstände im Grundwasser

  • Zürich hat in den letzten zwölf Monaten sein Grund- und Trinkwasser auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil untersucht.
  • Beim Grundwasser überschreiten die Rückstände vielerorts den vorgeschriebenen Höchstwert.
  • Der zuständige Baudirektor Martin Neukom sieht Handlungsbedarf.

Zuerst die Entwarnung: Wer im Kanton Zürich Trinkwasser zu sich nehmen möchte, kann dies laut dem Kanton bedenkenlos tun. «Wir haben eine sehr gute Trinkwasser-Qualität», so Natalie Rickli. Zwar zeigen Messungen, dass 20 Prozent des Trinkwassers zu viele Chlorothalonil-Rückstände enthalten – der Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter wird überschritten.

Was ist Chlorothalonil?

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Ein Traktor versprüht Pestizide
Legende: Keystone

Seit den 1970er-Jahren wurde Chlorothalonil in der Landwirtschaft als Fungizid eingesetzt. Der Wirkstoff schützt Getreide, Gemüse und Weinreben vor Pilzbefall. Das Pflanzenschutzmittel kam aber auch bei Rasenflächen, Blumen, Sträuchern oder Zierpflanzen zum Einsatz.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beurteilt das Fungizid als «wahrscheinlich krebserregend». Seit Anfang 2020 ist der Einsatz von Chlorothalonil in der Schweiz deshalb verboten.

Dieser gesetzliche Höchstwert sei allerdings sehr tief angesetzt, so die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli. Das Wasser, welches den Wert leicht übersteige, sei nicht gesundheitsschädigend. Dennoch sind Massnahmen nötig: So werten betroffene Gemeinden das Trinkwasser beispielsweise auf, indem sie sauberes Wasser beimischen.

Anders als beim Trinkwasser überschreiten beim Grundwasser 60 Prozent der entnommenen Proben den Grenzwert. Laut dem zuständigen Baudirektor Martin Neukom sind die Werte bedenklich und eindeutig zu hoch. «Der grosse Alarm ist aus meiner Sicht zwar deutlich verfehlt», sagt Neukom. «Zu sagen, wir machen nichts, wäre aber nicht angezeigt».

Der Kanton kann beim Grundwasserschutz allerdings nur präventiv handeln. Denn Pestizid-Rückstände bleiben teilweise jahrzehntelang im Grundwasser - selbst wenn ein Pflanzenschutzmittel längst nicht mehr eingesetzt wird.
«Deshalb ist es so wichtig, dass solche Stoffe gar nicht erst in die Umwelt gelangen», so Neukom. Deshalb unterstützt der Kanton unter anderem ein Projekt, welches den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft reduzieren will.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 15.09.2020; 12.03 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    In den relevanten Abstimmungen seit 2012 haben sich die Spitzen des Bauernverbandes meist gegen die Natur ausgesprochen. Abgelehnt wurde fast alles: Strengere Regulierungen bei Pestiziden, die Stärkung der Umweltziele, die Streichung der Tierbeiträge, die Reduktion der Futtermittelimporte. Sogar Berichte über den Zustand der Landwirtschaft wurden zurückgewiesen und die Schwächung der Gewässerräume unterstützt. Es muss vermieden werden, dass Schad- und Fremdstoffe ins Trinkwasser gelangen.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Was für ein Theater wegen einem fraglisch gefährlichen Virus (vor allem für ältere Menschen), aber Gift im Trinkwasser soll der Gesundheit nicht abträglich sein, und zwar ab Schwangerschaft, also ab der Entstehung von neuem Leben? Verrückte Welt.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Giftstoffe können nämlich jahrelang im Boden bleiben und durch das Durchsickern von Regenwasser ins Grundwasser gelangen. Wie schwierig es ist, Rückstände von Stoffen wie Chlorothalonil wieder aus der Umwelt zu bekommen, zeigt sich am Beispiel Atrazin (verboten seit 2012): Das Herbizid wurde vor 10 Jahren verboten. Noch immer ist es an vielen Orten nachweisbar, auch jetzt noch mit Höchstwertüberschreitungen. Gefahr für Mensch und Umwelt.