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Kantonale Wahlen VD Roger Nordmann schafft den Sprung in den Waadtländer Staatsrat

  • Roger Nordmann zieht in den Waadtländer Staatsrat ein.
  • Der SP-Politiker setzte sich gegen seinen SVP-Konkurrenten Jean-François Thuillard durch und rettete damit den Sitz seiner zurückgetretenen Parteikollegin Rebecca Ruiz.

Nachdem er im ersten Wahlgang noch knapp unterlegen war, schaffte Nordmann die Wende und entschied die Ersatzwahl im zweiten Durchlauf für sich. Der 53-Jährige erhielt 51.04 Prozent der Stimmen, gut 6800 mehr als sein Rivale.

Wie erwartet, errang der Sozialdemokrat Nordmann seinen Sieg in den Städten. Insbesondere in seiner Heimatstadt Lausanne erzielte er ein Spitzenresultat. Dort erhielt der auch auf nationaler Ebene bekannte SP-Politiker 66 Prozent der Stimmen, was einem Vorsprung von rund 9000 Stimmen entspricht. Bereits am frühen Morgen lag Nordmann auch in Vevey, Yverdon und Nyon deutlich in Führung.

Mann im Anzug hält Blumenstrauss vor Steinmauer.
Legende: Roger Nordmann gewinnt den Sitz im Waadtländer Staatsrat deutlich. (29.03.2026) Keystone/CYRIL ZINGARO

Jean-François Thuillard dagegen holte die meisten Stimmen in den kleineren Gemeinden. Der Landwirt und Gemeindepräsident von Froideville hatte noch beim ersten Wahlgang am 8. März 45.07 Prozent der Stimmen erhalten, gegenüber 44.24 Prozent für den früheren Nationalrat Nordmann. Das Duell war mit weniger als 2000 Stimmen Unterschied knapp.

Nordmann profitierte von den Stimmen von Sidorenko

Roger Nordmann zeigte sich «stolz und glücklich» über seine Wahl. Er sei sich «der Grösse der Aufgabe» bewusst, die auf ihn wartet, da er voraussichtlich das Departement für Gesundheit und Soziales übernehmen werde. «Es war ein langer Wahlkampf, der bis zum Schluss spannend blieb», so Nordmann.

Der Sozialdemokrat wies darauf hin, dass er zweifellos von den Stimmen von Agathe Raboud Sidorenko profitiert habe, der Kandidatin von «Ensemble à gauche», die in der zweiten Runde nicht mehr angetreten war.

«Ich bin überzeugt, dass Roger Nordmann Teil der Erfolgsformel für den Kanton ist», sagte Romain Pilloud, Präsident der SP Waadt. Die Wahl müsse angesichts des knappen Ergebnisses und der Arbeit, die Nordmann erwarte, «mit Bescheidenheit» betrachtet werden.

Thuillard ist stolz, die Linke «aufgerüttelt» zu haben

Jean-François Thuillard zeigte sich nach seiner Niederlage nicht sonderlich enttäuscht. Sein hervorragendes Ergebnis im ersten Wahlgang, als er den ersten Platz errungen hatte, sei bereits «fast ein Sieg» gewesen. «Diese Niederlage ist keine Enttäuschung. Ich hatte mich auf alle Eventualitäten vorbereitet», reagierte er unmittelbar nach der Wahl.

Er glaubt übrigens, dass sein hervorragendes Ergebnis «die Linke ein wenig aufgerüttelt» haben muss und dass heute der Unterschied in Lausanne und in den Städten gemacht wurde. Er sagte, er sei «sehr stolz darauf, diese Waadtländer Linke ins Wanken gebracht zu haben».

SVP schaut bereits auf 2027

Jean-François Thuillard scheiterte mit seinem Versuch, die SVP wieder in den Staatsrat zu bringen, wo sie seit 2011 und dem Tod von Jean-Claude Mermoud nicht mehr vertreten ist. Vor Thuillard waren auch Pierre-Yves Rapaz (2011), Claude-Alain Voiblet (2012), Jacques Nicolet (2017), Pascal Dessauges (2019) und Michaël Buffat (2022) gescheitert.

Laut dem Präsidenten der SVP Waadt, Sylvain Freymond, könnte die «Thuillard-Karte» 2027 erneut ausgespielt werden. Seiner Meinung nach lassen das gute Ergebnis seines Kandidaten sowie die Unterstützung der anderen Parteien der Alliance vaudoise (FDP, SVP, Mitte) darauf schliessen, dass «alle Zeichen auf Grün stehen» für das kommende Jahr.

Nach über 20 Jahren als Nationalrat zieht Roger Nordmann damit zum ersten Mal in eine Exekutive ein. Mit seinem Sieg behält die Linke drei Sitze in der Kantonsregierung – zusammen mit Nuria Gorrite (SP) und Vassilis Venizelos (Grüne). Sie bleibt aber gegenüber den vier bürgerlichen Staatsräten in der Minderheit.

SRF 4 News, 29.03.2026, 14:30 ; 

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