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Tickets für Veranstaltungen: Antworten auf die wichtigsten Fragen
Aus Espresso vom 14.10.2020.
abspielen. Laufzeit 04:28 Minuten.
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Kaum Veranstaltungen Grosse Verunsicherung wegen bezahlter Tickets

Drei Antworten auf drei Fragen rund um Veranstaltungen, die abgesagt oder verschoben werden.

Die Corona-Ausnahmesituation ist mittlerweile zur Normalität geworden. Ob Konzerte, Musicals oder anderes – Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt. Zum Leidwesen vieler Fans, die sich oft schon lange vor Corona Tickets gesichert haben. Entsprechend gross ist die Verunsicherung. Drei Antworten auf drei Fragen.

1. Tickets für Grossveranstaltung im Herbst immer noch im Verkauf

Beispiel:

  • Datum: 24. November 2020
  • Konzert: Ozzy Osbourne
  • Ort: Hallenstadion Zürich
  • Status: offen

Es liegt auf der Hand, dass dieses Konzert im November höchstwahrscheinlich nicht stattfindet. Warum werden immer noch Tickets verkauft?

Weil es noch keine offizielle Absage der Tour gibt. «Wir warten noch immer auf die Ansage des Tourmanagements. Wir gehen davon aus, dass das Konzert aufgrund der Coronasituation nicht stattfinden wird», schreibt Philipp Musshafen, Direktor vom Hallenstadion Zürich, auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso». Veranstalter ist Live Nation Switzerland. Dort heisst es: Noch sei die Tour weder abgesagt, noch verschoben. Und so lange das nicht klar sei, seien auch die Tickets im Verkauf.

2. Veranstaltung wird verschoben

Beispiel:

  • Datum: 18. April 2020
  • Anlass: Jodelmusical «uf immer und ewig»
  • Status: verschoben

Muss ich diese Verschiebung akzeptieren oder kann ich das Geld zurückfordern?

Laut Juristinnen und Juristen ist das Datum einer Veranstaltung elementar. Wird der Anlass verschoben, hat der Kunde Anrecht auf eine Rückerstattung.

Mit dem Kauf eines Tickets kauft der Kunde eine Leistung. Wird der Anlass nicht am vereinbarten Datum durchgeführt, wird die Leistung nicht erbracht. Entsprechend haben die Kunden ein Recht auf Rückerstattung.

Allerdings: Die Coronakrise hat viele Veranstalter in eine schwierige Lage gebracht. Der Appell an die Kunden, kulant zu sein und eine Verschiebung zu akzeptieren, ist deshalb nachvollziehbar. Will das ein Kunde nicht, muss der Ticketbetrag rückerstattet werden.

3. Der Veranstalter verweigert eine Rückzahlung

Beispiel:

  • Datum: 12. August 2020
  • Konzert: Die Toten Hosen
  • Ort: Festival Rock Oz’Arènes, Avenches
  • Status: abgesagt

Das Ticket wurde immer noch nicht rückerstattet. Soll ich den Veranstalter betreiben, damit ich mein Geld zurückerhalte?

Bei einer Absage ist die Sachlage klar: Der Veranstalter muss das Ticket zurückerstatten. Stellt sich der Veranstalter quer oder beharrt auf den AGB, kann im äussersten Fall eine Betreibung eine letzte Möglichkeit sein.

In diesem speziellen Fall vermutlich trotzdem nicht. Rock Oz’Arènes steht das Wasser bis zum Hals. Das Festival hat erst kürzlich einen Hilferuf auf seiner Internetseite veröffentlicht. Hinter den Kulissen brodelt es offenbar, es geht um viel Geld. Solange diese Konflikte nicht rechtlich geklärt seien, werde man keine Tickets zurückerstatten, heisst es auf Anfrage.

Aktuell seien es 1200 Kunden, die ihr Geld zurückhaben wollen. Diese Kunden werde man entschädigen, sobald rechtlich alles geklärt sei, versichert das Festival gegenüber «Espresso».

Espresso, 14.10.2020, 8.13 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Berger  (thomy77)
    ... desweitern. Ist es nicht möglich, dass eine Schuldner (Vorverkauf/Veranstalter) seinen emittierten Schuldschein (Eintrittskarte) für Kraftlos erklärt. Dies kann nur ein Richter ( passiert wohl gerade in Rock Oz’Arènes - Aber auch dort. Das geht ins Strafrecht ! ) - Aus diesem Grund. Immer die Polizei kommen lassen, wenn Ihnen mit irgend einer Eintrittskarte die Ausübung verweigert wird. Egal was der Veranstalter erzählt. Es gibt keine Kraftlosen Wertschriften ! (Personalisiert, Ungültig usw)
  • Kommentar von Thomas Berger  (thomy77)
    Mir Schleierhaft, was es überhaupt zu diskutieren gibt. Eine Eintrittskarten ist eine Wertschrift, für den Emittenten (Vorverkaufsstelle/Veranstalter) ein Schuldschein. Der Käufer/Besitzer der Wertschrift ist der Gläubiger. Wenn die verbriefte Leistung auf einen Tag XYZ terminiert ist (Veranstaltungsdatum) und der Gläubiger an diesem Datum ausüben will ... dann ist der Schuldner in der Pflicht. Das ist unabhängig davon ob Verschoben oder Nicht. Alles andere ist ein öffentliches Vermögensdelikt.
  • Kommentar von Fernando Oso  (Fernando Oso)
    Danke für den Musterbrief...

    ABER der Veranstalter eines Konzertes (Allblues, den Sie früher als kulant bezeichneten) hat mich auf meine Anfrage zur Rückerstattung eines Konzertes ursprünglich am 17.4., dann verschoben auf 8.10. und zuletzt auf 13.2.2021 lapidar auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen hingewiesen.
    Rückerstattung ist kein Thema, egal ich dann Zeit habe oder nicht.
    1. Antwort von Michael Ogi  (Michi gegen die KenJebsenisierung des Abendlandes)
      Wenn man sein Geld zurück will, muss man manchmal betreiben. Anders geht's manchmal nicht.