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Kein Parmelin-Effekt Personalprobleme bei Westschweizer SVP

Ein Jahr vor den nationalen Parlamentswahlen müssen neue Köpfe her. Man sei etwas bequem geworden, heisst es aus der Romandie.

Gleich drei Westschweizer SVP-Kantonalpräsidenten und der Wahlkampfkoordinator für die Romandie sind in den letzten Tagen zurückgetreten. Eine schwierige Konstellation für die Volkspartei: Nur ein Jahr vor den nationalen Parlamentswahlen braucht es neue Aushängeschilder.

Parmelin-Effekt blieb aus

Eigentlich hat sich die Westschweizer SVP nach der Wahl von Guy Parmelin vor drei Jahren in den Bundesrat einen Parmelin-Effekt erhofft. Also mehr Schub für die Partei. Das Gegenteil ist eingetreten. In den letzten Jahren musste die SVP bei den meisten kantonalen Parlamentswahlen in der Romandie Federn lassen.

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Legende: Bei den letzten kantonalen Wahlen verlor die SVP in der Westschweiz insgesamt 10 Sitze. SRF/bfs

Nach der Abwahl von Oskar Freysinger im Wallis hat die Volkspartei zudem keinen einzigen Regierungssitz mehr – und nun muss sie noch die Rücktritte der Kantonalpräsidenten Stephan Moser (Neuenburg), Ruedi Schläfli (Freiburg) und Jérôme Desmeules (Wallis) sowie den Abgang des Wahlkampfkoordinators für die Westschweiz, Kevin Grangier, verkraften.

«Nicht immer politisch korrekt»

Für den Politologen Michael Hermann zeigt diese Rücktrittswelle, dass es der SVP zu wenig gelingt, glaubwürdige Köpfe aufzubauen: «Oft sind die Westschweizer SVP-Politiker zu populistisch unterwegs, sorgen für viel Wirbel.» Was die Partei aber bräuchte, wären gut geerdete Personen, die ernsthaft politische Arbeit machen wollten und nicht nur Show. «Da braucht es seriöse Nachwuchsarbeit», so der Experte.

Legende: Video «Im Vergleich zur Deutschschweiz fehlt in der Romandie das Fundament» abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.08.2018.

Dass es nicht einfach ist, gute Leute für die politischen Ämter zu finden, dem pflichtet der zurücktretende SVP-Wahlkampfkoordinator für die Romandie, Kevin Grangier, bei. Er ortet dafür aber andere Gründe: «Es ist nicht einfach, in der Westschweiz für die SVP zu sein.» Sie würden oft schwierige Positionen vertreten, «die nicht immer politisch korrekt sind». Deshalb würden sie von vielen Seiten angefeindet werden. «Das ist anspruchsvoll, weil man seine Komfortzone verlassen muss».

Zwei Sitze mehr für die Westschweiz

Die SVP muss sich jetzt ein Jahr vor den Wahlen in mehreren Westschweizer Kantonen neu aufstellen. Das löst auch parteiintern selbstkritische Töne aus. Die Vizepräsidentin der SVP Schweiz, Céline Amaudruz, gesteht ein: «Ich glaube, der Fehler liegt darin, dass die einzelnen Westschweizer SVP-Sektionen nicht genug konsequent weitergearbeitet haben.» Sie hätten etwas nachgelassen, nachdem sie mit Guy Parmelin endlich einen Westschweizer Bundesrat gekriegt hatten, so Amaudruz.

Legende: Video Amaudruz: «Wir haben nachgelassen» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.08.2018.

Trotz all den personellen Vakanzen der letzten Zeit hofft die SVP, ihre Westschweizer Sitze im Bundesparlament halten zu können und allenfalls gar einen dazu zu gewinnen. Diese Hoffnung hat auch mit dem Bevölkerungswachstum zu tun: Bei den nächsten nationalen Wahlen sind in der Westschweiz zwei Sitze mehr zu verteilen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    A.Planta ja dies ist leider ein Problem,dass man die SVP auf den Herrliberger wie Sie Ch. Blocher nennen reduziert. Nur sollte man wirklich einmal, mehr die Themen beobachten und nicht nur die Person/en der SVP. Denn diese Partei hat ja auch schon im Alleingang Abstimmungen gewonnen, jedoch fehlte oft nachher die Unterstützung der andern Parteien leider. Sage es klar und deutlich, dies ist meine Feststellung, andere dürfen von mir aus anderer Meinung sein, da ich frei und Unabhängig bin.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Eines möchte ich noch sagen, allen andern Parteien traut man zu, dass sie helle Köpfe haben, nur bei dieser macht man es zum Problem, weil sie oft gegen den Storm schwimmt. Sage nicht , dass SVP alles gut macht, aber sicher auch nicht alles schlecht, wer SVPler ist hat es sicher schwerer ernst genommen zu werden leider. Jedoch bin ich der Meinung wir brauchen alle Parteien, die man ernst nehmen sollte.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Beobachte schon länger den Umgang mit dieser Partei.Es wird oft alles verallgemeinert und die ganze Partei wird zum Herrliberger CH. Blocher degradiert. Ja er ist mächtig, jedoch traue ich Mitglieder zu,dass sie selber denken können. CH. Levrat SP oder andere Präsidenten üben bestimmt auch eine Macht über Parteimittglieder,nur hört man nix davon. Wer stellt sich denn zur Verfügung,wenn man in einer falschen Partei ist und schon zum vornherein weniger Chancen hat,dies ist vielleicht das Problem.
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