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Kein Tierfutter wegen Dürre Bundesrat greift hitzegeplagten Bauern unter die Arme

Legende: Video Bauern und Bundesrat gehen gegen Dürreprobleme vor abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.08.2018.
  • Bundesrat Johann Schneider-Ammann kommt angesichts der anhaltenden Trockenheit den Landwirten zu Hilfe.
  • Der Landwirtschaftsminister hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) angewiesen, die Import-Zölle für Heu und Silomais zu senken.
  • So sollen die Bauern günstiger Ersatzfutter aus dem Ausland beziehen können.
Ein trockenes Maisfeld.
Legende: Auch der Maisanbau ist aufgrund der Trockenheit beeinträchtigt. Keystone

Zwar sei die inländische Heuernte in den meisten Lagen gut ausgefallen, doch die anhaltende Trockenheit habe in einzelnen Regionen zu Versorgungsengpässen geführt, schreibt das BLW.

Zinslose Darlehen

Zudem hat der Bund die Kantone dazu aufgefordert, den gesetzlichen Spielraum zu nutzen und die Auflagen für Direktzahlungen zu lockern. Das erleichtert etwa die Nutzung von Wiesen als Weideflächen.

Als weitere Massnahme können Bauern, die wegen der Trockenheit mit Liquiditätsproblemen kämpfen, zinslose Darlehen beantragen. Laut BLW können betroffene Betriebe auch mit längeren Fristen für die Rückzahlung von Investitionskrediten oder Betriebshilfedarlehen entlastet werden.

Schneider-Ammann kommt Bauern zuvor

Mit seinen Entscheiden erfüllt Schneider-Ammann Forderungen der Bauern, bevor diese offiziell erhoben wurden. Bauernverbands-Direktor Jacques Bourgeois hat bisher erst über die Medien Massnahmen vom Bund verlangt. Einen Katalog mit konkreten Forderungen wolle er morgen bei den zuständigen Stellen des Bundes einreichen. Wichtigstes Anliegen sollte laut Bourgeois die Senkung von Zöllen auf Heu sein.

Nach seinen Angaben müssten die Viehzüchter derzeit eigentlich das Futter für den kommenden Winter einbringen können. Im Ackerbau litten vor allem die Produzenten von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais unter der anhaltenden Dürre. Sie rechnen mit grossen Ernteausfällen. Bourgeois hatte daher auch die Verlängerung von Rückzahlungsfristen für Investitionskredite angeregt. Die Konsumenten müssen unter Umständen mit höheren Lebensmittelpreisen rechnen.

Am letzten Freitag hatten die Behörden die Hitzewarnungen bis Mittwoch verlängert, für das Genferseebecken und das Wallis wurde die Warnstufe sogar erhöht. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird ab nächstem Dienstag erwartet. Ab Donnerstag wird es kühler, spätestens am Freitag gibt es Regen.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Kahle Böden trocknen schneller aus, als Böden mit Boden bedeckenden Pflanzen! Wann kommt endlich Einsicht in die Zuständigen von: Agrar-Forschung - BLW, BLV, Schweizer Bauernverband,....und entsprechende Massnahmen für die - noch immer nicht nachhaltig öko-logisch - wirtschaftende Buernschaft?? In Anpassung an die Klimaveränderungen und damit im Einklang mit Natur und Tier??
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Im Ackerbau litten vor allem die Produzenten von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais unter der anhaltenden Dürre. Bauern rechnen mit grossen Ernteausfällen. Wir Konsumenten müssen ganz sicher unter mit höheren Lebensmittelpreisen rechnen. Der fordert die Auflagen für Direktzahlungen zu lockern. Das wird teuer für den Konsumenten bzw. Steuerzahler. Preisaufschläge bei den Lebensmitteln und gelockerte Subventionsbeiträge. Direktzahlungen zu lockern
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    1. Antwort von Ulrich Thomet (UTW)
      Es werden keine zusätzlichen DZ ausbezahlt, der Betrag ist gedeckelt. Es gibt Bewirtschaftungserleichterungen wie vorzeitiges Beweiden von Ökoflächen oder verkürzte Sömmerungen im Berggebiet. Diese Massnahmen belasten das Budget mit genau 0 Franken. Es wird auch kaum höhere Preise für die Produzenten geben, da die Preise bzw. die Preisbänder fixiert sind. Wie der Handel die Preise gestaltet liegt nicht im Einflussbereich der Produzenten.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Der Steuerzahler nicht der Bundesrat greift den Bauern unter die Arme - somit gibt es NULL Begründung dann die Preise zu erhöhen -besonders für das Rindfleisch, das nun in grossen Mengen für den Winter eingefroren werden kann .
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