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Wir im Aargau nun regelmässig blau gemacht?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 30.09.2020.
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Keine Absenzen im Zeugnis Schwänzen Aargauer Jugendliche ungestraft Schule dank Corona?

Auf der Oberstufe im Kanton Aargau werden den Schülerinnen und Schülern vorübergehend keine Absenzen im Zeugnis erfasst. Weder entschuldigtes noch unentschuldigtes Fernbleiben wird vermerkt.

Wegen der Corona-Pandemie gilt für das Schuljahr 2020/21 eine Ausnahmeregelung. Die Absenzen könnten nicht verlässlich erfasst werden, heisst es im kantonalen Bildungsdepartement.

Die neue Regelung ist eine totale Kehrtwende. Eigentlich hatte der Kanton Aargau noch vor wenigen Wochen trotz Kritik genau das Gegenteil im Sinn: Er wollte, dass im Zeugnis alle Absenzen erwähnt werden – die unentschuldigten und neu auch die entschuldigten.

In vielen anderen Kantonen der Deutschschweiz wird dies bereits so gehandhabt. Die Ankündigung habe viele Reaktionen von Eltern, Schulen und in der Politik ausgelöst, sagt Christian Aeberli, Leiter der Abteilung Volksschule im Kanton Aargau.

Grosse Kehrtwende

Noch während der Sommerferien hatte der Kanton Aargau diese Anpassung verteidigt. Nach den Ferien habe man aber gesehen, dass Jugendliche zum Teil in Quarantäne oder Isolation mussten, einige hatten auch noch Fernunterricht. Absenzen könnten so gar nicht mehr verlässlich erfasst werden, erklärt Aeberli. Als Entlastung für die Schulen verzichte man nun auf die Zeugniseinträge.

Ganz freiwillig ist der Schritt allerdings nicht. Christian Aeberli gibt zu, dass es von Schulen, Eltern und aus der Politik Druck gegeben habe, auf die Erfassung von Absenzen im Corona-Schuljahr zu verzichten. Ob die strengere Regelung mit dem Erfassen sämtlicher Absenzen in einem Jahr dann tatsächlich eingeführt wird, sei noch offen.

Schwänzen geht trotzdem nicht

Dass Oberstufen-Schülerinnen und -schüler nun ungestraft den Unterricht schwänzen, glaubt Aeberli aber nicht. «Die Lehrerinnen und Lehrer erfassen die Absenzen trotzdem. Wenn sie den Eindruck haben, dass dies ausgenützt wird, haben sie adäquate Mittel, um darauf zu reagieren.»

Der Aargau sei der einzige Kanton, der dieses Jahr ganz auf Absenzeneinträge verzichtet, heisst es bei der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK). In anderen Kantonen habe es aber auch keine Reaktionen von Eltern oder aus der Politik gegeben, sagt Aeberli. Dies, weil dort schon lange alle Absenzen im Zeugnis stehen. Im Aargau wird auch unentschuldigtes Fernbleiben erst seit 2016 vermerkt.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 30.09.2020, 12:03 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Emanuel Känzig  (Hermsberg)
    Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Absenzen kein Mensch interessieren und jemand mit 250 Absenzen den selben Abschluss am Ende in der Hand hat wie jemand mit 15.
    Klar geht ständiges Schwänzen nicht, aber ganz ehrlich wer hat jemals irgendjemandem seine Absenzen in der Schule vorweisen müssen. (Ausser vlt. den Eltern)
    1. Antwort von Calu Marunnk  (CH46)
      Wenn man sich nach der Schule für eine Lehre bewirbt, sieht der Betrieb die Anzahl Absenzen im Zeugnis. Daher behaupte ich es macht einen Unterschied ob man 250 oder 15 Absenzen vorweist.
  • Kommentar von Vera Gresch  (ve)
    Die Absenzangaben im Zeugnis beziehen sich lediglich auf 'entschuldigt' und 'unentschuldigt'. Ich sehe nicht ein, weshalb das nicht erfasst werden kann. Sowohl bei Grippe wie bei Zahnarztbesuch wie auch bei Quarantäne darf eine Meldung erwartet werden. Im Zeugnis wird der Grund nie eingetragen.
  • Kommentar von Susanne Wacker  (suwa)
    Das finde ich einen sehr guten Entscheid. Insbesondere für diejenigen Schüler, die auf Lehrstellensuche sind. Wenn die Schüler wegen Schnupfen und Husten, (ohne Fieber) nicht zur Schule gehen dürfen, dann sollte dies auch nicht im Zeugnis stehen. Auch wenn der Schüler 10 Tage in Quarantäne muss, sollte dies auf keinen Fall im Zeugnis stehen.